Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 9 (1909)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1909)
- Article
- Benedictus Spinoza [Illustration]
- Date
- 1909-10-01
- Page
- Seite 591 - 592 (sequence 1)
- Language
- German
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591 592 KARL BAUER, MÜENCHEN. NACH EINER LEBENSGROSSEN STEINZEICHNUNG. Benedictas Spinoza. BENEDICTAS SPINOZA.*) Von Ernst Altkirch. Nachdruck verboten. I. Vom äusserlichen Menschen Spinoza. Sehr Viel vom Menschen Spinoza wird uns lebendig, wenn wir einer bekannten Stelle aus der Ethik die rechte Beachtung schenken: „Wahrlich, nur ein grässlicher und finsterer Aberglaube verbietet, sich zu erheitern. Denn warum sollte es sich eher geziemen, Hunger und Durst wegzuschaffen, als den Trübsinn auszutreiben? Ich meinerseits denke so und bin folgendermassen gesinnt: Kein Gott und niemand, er sei denn ein neidisches Wesen, freut sich meines Unvermögens und Unbehagens und rechnet uns Tränen, Schluchzen, Furcht und anderes von der Art, *) Ans dem in Vorbereitung befindlichen Werke Ernst Altkirchs „Spinoza im Porträt", das zum ersten Male eine' grundlegende Zusammenfassung alles dessen bringt, was uns beute über die äußere Erscheinung Spinozas bekannt ist, sind wir in der Lage, die beachtenswerten Abschnitte „Vom ausser» liehen Menschen Spinoza" und „Die Bildnisse Spinozas" unter Beilegung eines reichen Abbildungsmaierials&zu veröffentlichen, linier den Bildnissen befindet sich auch eine Reproduktion des schönen Spinozaporträts, einer Steinzeichnung, von dem Münchener Maler Karlj Bauer,* das^unter^ Beihülfe Altkirchs kürzlich entstanden ist. Ausser den genannten Aufsätzen wird noch ein dritter „Im Lande Spinozas" erscheinen, in dem wir u.£a.§die fünf]Randglossen in der H a njd/ schrift Spinozas, die sich in dem Tractatus theologico-politicus der Gräflich Wallenrodsehen Bibliothek in Königsberg befinden, undj das Titelblattgdes Pentatenchs mit dem Namenszuge Spinozas in der Königlichen Bibliothek in Berlin reproduzieren werden. Es sind dieselRandglosseo; die vollständig in der Handschrift bisher noch nicht veröffentlicht wurden, und das erwähnte Titelblatt, ausser zwölf Briefen die Willem Meyer im Jahre 1903 herausgab« die einzigen Handschriften» die wir gegenwärtig von Spinoza noch besitzen. Die Redaktion.