Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1909-06-01 · Heft 6 (Juni 1909) · p. Seite 403 - 404

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
9 (1909)
Issue
Heft 6 (Juni 1909)
Article
Generalversammlung der Alliance Israélite Universelle, Lokal-Comité Berlin
Date
1909-06-01
Page
Seite 403 - 404 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2583875-2583980-2583987-2599657--09447-2599730
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

403 Mitteilungen der Allianee Israelite Universelle: Generalversammlung der Alliance Israelite Universelle usvvr. 404 wohl damit begnügen, Sie auf den ausführlichen Bericht zu verweisen, den ich bei der sechsten Tagung der Deutschen Conferenz-Gerneinschaft den Mitgliedern erstattet habe, und der, unter Hervorhebung aller wesentlichen Punkte, auszugsweise in der Märznummer von „Ost und West" zur Veröffentlichung gelangt, ist. Nur kurz will ich noch streifen, dass sich auch in dem begonnenen neuen Jahr die Zahl unserer Mitglieder erfreulich mehrt, und dass überall, in Berlin wie im Reich, sich treue Mitarbeiterschaft der zu uns Gehörigen an der Förderung des Werkes betätigt." Der Vorsitzende stellt den Bericht zur Erörterung und konstatiert nach kurzer Debatte die Gutheissung. Zu Punkt II der Tagesordnung erfolgt die akklamative Wiederwahl der turnusmässig ausscheidenden Mitglieder. Alsdann schliesst der Vorsitzende die Generalversammlung, auf die die konstituierende Sitzung des Lokal-Comites Berlin folgt. In dieser wurden die Aemter wie bisher besetzt. Verzeichnis der Schulgebäude der Alliance. Aidin bei Smyrna (Grundstück, dessen Erbauung in diesem Jahre erfolgen soll)........... 13 000 Fr. Adrianopel, grosse Knabenschule . . . 120 000 kleine Knabenschule ...... 15 000 ,, Mädchenschule......... 30 000 „ Bagdad, Knabenschule....... 80 000 „ Mädchenschule......... 180 000 „ zwei Nebengebäude....... 80 000 Beirut............... 100 000!, Transport: 618 000 Fr. Transport: 618 000 Fr. Schumla, Knabenschule....... 12 000 ,, Mädchenschule......... 10 000 „ Konstantinopel, Balata....... 50 000 „ Kuskundschuk......... 10 000 „ Galata, Mädchenschule...... 200 000 „ Deutsche Schule .... 100000 „ Hasköy, Knabenschule..... 60 000 ,, „ Mädchenschule..... 40 000 „ Ortaköy............ 16 000 „ Dardanellen............. 24 000 „ Jaffa-Stadt, Knabenschule...... 15 000 „ Fez, Gelände............ 3 000 „ Hamadan, Gelände......... 5 000 „ Hille bei Bagdad.......... 15 000 „ Jerusalem, Handwerker- und Elementarschule ............ 500 000 „ Kairo, Zentrum .......... 450 000 ., Kairo-Abbassieh.......... 130 000 „ Magnesia bei Smyrna........ 6 000 Masagan (Marokko), Gelände..... 10 000 „ Monastir, Knaben- und Mädchenschule 34 000 „ Philippopel, Knabenu. Mädchenschule. 20 000 „ Rodosto bei Adrianopel....... 25 000 ,, Rustschuk, Knaben- und Mädchenschule 85 000 „ Salonik, Knaben- und Mädchenschule 70 000 ,, Kindergarten und Mädchen-Werkstätten ........... 60 000 „ Smyrna, Knaben- und Mädchenschule 150 000 ,, Sofia, Knaben- und Mädchenschule . . 50 000 Teheran, Knaben- und Mädchenschule 30 000 ,," Tetuan, Knaben- und Mädchenschule 60 000 „ Tripolis, Knaben- und Mädchenschule 100 000 „ Tunis, Knabenschule........ 350 000 „ Mädchenschule......... 80 000 „ gemischte Schule (im Bau) . . . 180 000 Varna............... 30 000 „ Zusammen: 3 598 000 Fr. DIE ZUSTAENDE IN PERSIEN. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Am 31. März 1909 erhielt das Central-Comite der Alliance aus Kirmanschah von dem dortigen Allianceschuileiter Cohen folgendes Telegramm: Jüdisches Stadtviertel vollständig ausgeraubt. Zwei Tote, mehrere Verwundete. Erbitten Hilfe. Das Central-Comite richtete sofort ein Telegramm an den französischen Residenten in Teheran, seine Intervention bei der persischen Regierung zum Schutz der Israeliten von Kirmanschah zu erbitten. Herr Lecomte hat bei dem zuständigen Minister dringende Vorstellungen erhoben. Es darf angenommen werden, dass Massregeln zur Unterdrückung der Unruhen und zur Sicherung der Israeliten ergriffen worden sind. Das nachstehende Schreiben des Herrn Cohen schildert die traurigen Vorkommnisse. Kirmanschah, 31. März 1909. In dem Augenblick, wo ich diese Zeilen schreibe, liegen unsere unglücklichen Glaubensgenossen von Kirmanschah obdachlos und alier Habe beraubt buchstäblich auf der Strasse. Die Fanatiker von Kirmanschah haben ein furchtbares Verbrechen begangen. Folgendes ist geschehen: Ein getaufter Jade hatte in seinem Dienst einen „Seyed" (das ist ein von Ali abstammender Priester), der das Handwerk eines Strumpfnickers erlernte und bald einem Herzleiden erlag. Man sprengte aus, dass sein Tod infolge einer körperlichen Züchtigung eingetreten sei, die ihm sein Herr zugefügt habe. Der Augenschein zeigte, dass dies eine verleumderische Erfindung war. Gleichwohl geriet die Menge in hohe Erregung. Man verbreitete das Gerücht, dass bei Annäherung des Osterfestes ein Priester ermordet worden sei; das Gerücht wurde geglaubt, ebenso die weitere Behauptung, dalf die Ermordung geschehen sei, um das Blut des Priesters zur Bereitung der Osterbrode zu benutzen. Der Seyed war am Nachmittag des 28. März gestorben. Abends lief das Gerücht um, dass ein Jude der Mörder sei; in der Nacht hörte man in den Strassen nur noch die Rufe „Tod und Plünderung" gegen die Juden gerichtet. Die Oberpriester hatten die Erlaubnis gegeben, das ganze jüdische Viertel auszurauben. Ein einziger Priester, Scheik Adi, hatte, wie man sagt, seine Zustimmung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.