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Ost und West · 1909-05-01 · Heft 5 (Mai 1909) · p. Seite 337 - 338

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Journal
Ost und West
Volume
9 (1909)
Issue
Heft 5 (Mai 1909)
Article
Aus Marokko [Nachricht]
Date
1909-05-01
Page
Seite 337 - 338 (sequence 2)
Language
German
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337 Mitteilungen der Alliance Israelite Universeile. 338 Die Allianceschulen in Alexandrien. „Paris, 17. März 1909. Herr Minister! Wir beehren uns, Ihnen mitzuteilen, dass neuerlich in zwei verschiedenen Fällen Israeliten von Fez das Opfer von Gewalttätigkeiten und Willkürhandlungen des Si Ahmed el Krissi, Kämmerers Seiner Scherifischen Majestät, geworden sind. Entgegen den Grundsätzen religiöser Duldsamkeit, die seit Jahrhunderten von allen Sultanen und Behörden von Marokko unseren Glaubensgenossen gegenüber geübt worden sind, hat Si Ahmed el Krissi jüdische Goldarbeiter zwingen wollen, am Sabbat zu arbeiten, und hat die gefänglich eingezogen, die sich dessen geweigert haben. Der andere Fall ist noch schlimmer: Anlässlich einer Keise nach Marokko hat unser englischer G-laubensgenosse Sir Moses Montefiore im Februar 1864 vom Sultan einen Firman erlangt, der allen seinen Beamten streng verbietet, den Juden des scherifischen Reichs die Bastonnade zu erteilen. Dieser Firman, im Jahre 1874 von Mulay Hassan ausdrücklich bestätigt, ist seit jener Zeit immer beobachtet worden. Erst der Kämmerer Si Ahmed el Krissi hat jüngst einem jüdischen Goldarbeiter namens Josef Hassan, den er verdächtigt hatte, und nach den gesammelten Zeugnissen noch dazu Ungerechtermassen verdächtigt hatte, einen ihm, den Kämmerer, entwendeten Dolch dem Dieb abgekauft zu haben, 300 Schläge mit Leder-, riemen geben und ihn danach gefesselt ins Gefängnis werfen lassen. Solche Handlungen, begangen während der Sultan in Fez verweilt und die französische Gesandtschaft sich dort aufhält, scheinen uns von übelstem Anzeichen. Wir wissen, dass der Sultan persönlich voller Wohlwollen für seine israelitischen Untertanen ist, und dass er nicht die Neigung hat, von Seiten seiner Behörden Handlungen nach Art derer, die uns berichtet worden sind, zu dulden. Der Schutz, den Sie jederzeit den Israeliten von Marokko angedeihen lassen, ermutigt uns zu der Bitte, Sie möchten die Aufmerksamkeit Seiner Scherifischen Majestät auf derartige Missbräuche der (Jewalt hinlenken. Wir sind überzeugt, dass Sie die Abstellung dieser Missbräuche erreichen werden, und dass man die Wiederkehr von Gepflogenheiten nicht zu fürchten braucht, die die marokkanische Regierung vor 40 Jahren verui teilt hat. Voller Dank für Ihr gütiges Wohlwollen, bitten wir Sie, Herr Minister, die Versicherung unserer vollkommenen Achtung entgegenzunehmen. Der Präsident N. Leven." Die Antwort, die die Alliance von dem französischen Gesandten in Tanger erhielt, lautete: Tanger, 3. April 1909. Herr Präsident! Nach Empfang Ihres Schreibens vom 17. März, das mir erst nach meiner Abreise von Fez zugestellt worden, habe ich nicht gezögert, bei Mulay Hand gegen die Misshandlungen zu protestieren, denen zwei Israeliten von Fez ausgesetzt waren. Sobald mir die Tatsachen, an die Sie mich erinnern, durch ein allgemeines Gerücht bekannt geworden waren, habe ich dem Sultan zu verstehen gegeben, dass diese Vorkommnisse nicht verfehlen würden, in Europa schlechten Eindruck zu machen. Ich habe mich im Interesse Ihrer Glaubensgenossen auf das Gerechtigkeits- und Menschlichkeits-Gefühl des Herrschers berufen und auf den im Jahre 1864 erlangten Firman. Mulay Hafid erklärte mir, dass er niemals von den Si Ahmed el Krissi zum Vorwurf gemachten Handlungen habe sprechen hören, und dass er in dieser Beziehung Erhebungen veranstalten wolle. Einige Tage darauf sagte er mir, dass er die begangene Tat

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