Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1909-05-01 · Heft 5 (Mai 1909) · p. Seite 335 - 336

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
9 (1909)
Issue
Heft 5 (Mai 1909)
Article
Der zehnte Jahrestag des Todes der Baronin Hirsch
Date
1909-05-01
Page
Seite 335 - 336 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2583875-2583980-2583986-2599537--09351-2599608
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

335 Mitteilungen der Alliance lsraelite Universelle: Der zehnte Jahrestag des Todes der Baronin Hirsch. 33<; Die Allianceschulen in Alexandrien* Lange Monate hindurch kämpfte sie gegen ein furchtbares Leiden, dessen Schwere sie kannte. Sie verheimlichte ihre Schmerzen und Ängste und zeigte beim Empfang ihrer Freunde und aller derer, die sie ermächtigt hatte, sie für philanthropische Werke anzusprechen, die gewohnte Heiterkeit und erlesene Güte. Noch in den letzten Tagen ihres Lebens beschäftigte sie sich mit den Allianceschulen und den Tausenden von Kindern, deren Arbeit und Gesundheit sie mit Teilnahme verfolgte. Die Erinnerung an diese schöne und grosse Seele muss mit unserem Schulwerk verknüpft bleiben. LW'ir erfüllen eine Pflicht schuldiger Dankbarkeit, indem wir ihr Gedächtnis der Liebe und der Erkenntlichkeit unsert r Zöglinge und ihrer Lehrer einprägen. DIE ALLIANCE-SCHULEN IN ALEXANDRIEN. (Hierzu zwei Bilder.) Nachdruck mit Quellenangabe gestatte. Im Jahre 1896 wurde die Alliance-Schule in Kairo (s. Heft 10 und 11. 08 dieser Zeitschrift) und im Jahre 1897 die in Alexandrien eröffnet. Bis dahin blühten in Aegypten die kongreganistischen Schulen, die sehr viel von den Kindern der wohlhabenden Juden besucht wurden. In diesen Schulen mussten die jüdischen Kinder auch am Sonnabend und an den jüdischen Feiertagen arbeiten, selbst den Katechismus- und Religionsstunden beiwohnen. Es ist leicht zu ermessen, welche Kenntnisse vom Judentum und seiner Geschichte, welche Liebe zum Judentum, welche Verehrung für seine Vergangenheit und seine Traditionen den Kindern beigebracht wurden. Verschiedene Versuche der israelitischen Gemeinden, den Uebelstand zu beseitigen, misslangen vollständig Da glaubte die Alliance, dass es ihre Pflicht sei, helfen «i einzugreifen. Ihre Schulen sollten hauptsächlich dazu dienen, die Kinder, die die kongreganistischen Schulen besuchten, aufzunehmen. Der Erfolg blieb nicht aus. Viele Kinder haben jene Unterrichtsanstalten verlasse?: und sind in die Allianceschulen eingetreten. In den 3 grossen Handelszentren Kairo, Alexandrien und Tantah wo die Alliance 4 Knaben- und i Mädchenschulen unterhält, beträgt die Zahl ihrer Zöglinge 1200. Aus Marokko. Sehr bedauerliche Vorgänge haben sich kürzlich in Fez ereignet. Das Mitglied einer der besten israelitischen Familien des Mellah, Messod Elboz, Goldarbeiter von Beruf, wurde auf Befehl des Kämmerer, des Sultans ins Gefängnis geworfen, weil er sich geweigert hatte, an einem Sabbattag zu arbeiten. Ein anderer jüdischer Goldarbeiter, namens Josef Hassans war angeschuldigt worden, einen jenem Kämmerer von einem seiner Sklaven gestohlenen Dolch gekauft zu haben, erhielt die Bastonnade und wurde ins Gefängnis geworfen. Sofort nachdem es von diesen Vorgänger. Kenntnis erhalten hatte, richtete das Central-Comite an Herrn Regnault, den französischen Gesandten, zur Zeit in Fez, nachstehenden Brief:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.