Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 9 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- Einladung an die Mitglieder der A. I. U. zur Generalversammlung (§ 2 der Statuten) am Sonntag, den 23. Mai 1909 [Nachricht]
- Date
- 1909-05-01
- Page
- Seite 311 - 312 (sequence 1)
- Language
- German
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311 312 ä\\VV»,,,< w MITTEILUNGEN dU5 dem Deutschen Buieau der no m DTN 8ERLIM.M 2M. AllianceJsraelileüniveiselle bmv* Oramentwrgerstn4?43 EINLADUNG an die Berliner Mitglieder der A* I. U. zur Generalversammlung (§2 der Statuten) am Sonntag, den 23. Mai 1909 — vormittags 11 Uhr — im Verwaltungsgebäude (Sitzungssaal) der Jüdischen Gemeinde, Rosenstr. 2-4. TAGESORDNUNG:" 1. Allgemeiner Bericht. 2. Wahlen zum Vorstand. Zu dieser Generalversammlung ladet hierdurch ganz ergebenst ein Berlin, den 30. April 1909. Der Vorsitzende N. 24, Oranienburgerstr. 42—33. Ludwig Max Goldberger. BERICHT DES CHACHAM BASCHI HAIM NAHUM UEBER SEINE IM AUFTRAG DER ALLIANCE ISRAELITE UNIVERSELLE UNTERNOMMENE EXPEDITION ZU DEN FALASCHAS. Im April- und Juni-Heft 1908 sind die Briefe abgedruckt, die dieAlliance von Herrn Nahum, dem Chef der von der Alliance zum Studium der Lage der Falaschas entsandten und von dem jungen Arzt Herrn Eberlein begleiteten Expedition erhalten hatte. Im Juli 1908 nach Europa zurückgekehrt, hatte Herr Nahum sich sofort nach Konstantinopel zu begeben, um dort interimistisch das Amt des Gross-Rabbiners der Türkei zu übernehmen. Da er bald darauf zum Gross-Rabbiner des ottomanischen Reiches gewählt wurde, musste er wegen der vielfachen, ihn vollständig in Anspruch nehmenden Geschäfte, die sein neues Amt ihm auferlegte, die Abfassung des Gesamtberichtes über seine Reise aufschieben. Sobald es ihm seine Zeit erlaubte, hat Herr Nahum dem Central-Comite einen vollständigen Bericht übermittelt, dessen wichtigste Abschnitte man gewiss mit Interesse aufnehmen wird. Konstantinopel, 17. März 1909. Entschuldigen Sie freundlichst die Verzögerung meines ausführlichen Berichts über die Expedition nach Abessinien, mit deren Auftrag Sie mich beehrt haben. Sie kennen die gewichtigen Gründe, die mich zur Verschiebung meiner Arbeit gezwungen haben. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Die Darlegung, die ich Ihnen heute übermittele, ist weniger ein systematischer, methodischer, wohlgeordneter Gesamtbericht, als eine Redaktion und Zusammenstellung meiner Reisenotizen, begleitet von Betrachtungen über die Schlüsse, die nach meinem Gefühl aus dem zu ziehen sind, was ich über das Falaschaproblem gesehen und gehört habe. Dieses Problem zeigt mannigfache Seiten. Meine Aufgabe bestand zunächst darin, so gut wie möglich die Zahl und die geographische Verteilung eines Bevölkerungsausschnitts festzustellen, der wiederholt die Aufmerksamkeit der Forscher und Gelehrten erregt hat, ohne daß man — aus Gründen, die ich später entwickeln werde — jemals zu einer völligen Übereinstimmung über die aufgeworfenen Fragen hat gelangen können. Meine Untersuchung sollte sich auch auf die moralische, religiöse und wirtschaftliche Lage der Falaschas erstrecken. Sie finden weiter unten die positiven Daten, die ich hierüber während meiner Reise gesammelt habe. Das war der eigentliche praktische Teil meiner Mission, aber nur einer von vielen Teilen. Seitdem die Aufmerksamkeit der jüdischen Welt auf diese fernen Brüder gelenkt war, die jede Berührung mit den Glaubensgenossen verloren hatten und denen sich zu nähern rühmliche Anstrengungen gemacht worden waren, fragte man nach dem Ursprung der Falaschas. Sind sie eingeborene