Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 9 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Erklärung
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 43 - 44 (sequence 2)
- Language
- German
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43 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Erklärung. 44 wissenschaftliche und sittliche Eignung. In diesem Betracht ist die Wahl der französichen und deutschen Vertrauensmänner eine überaus glückliche. Ich selbst, der ich nach meinem religiösen Empfinden allezeit und überall für das Recht der Orthodoxie eingetreten bin, habe mit wahrer Genugtuung und mit herzlicher Freude die Entsendung unseres vortrefflichen Dr. Porges begrüsst, nachdem ich bereits vor Monaten dieserhalb angefragt worden bin. So ist es mir nicht möglich, und widerspräche meiner Überzeugung, dem Wunsch der Herren Dr. Auerbach und Dr. Meier Hildesheimer, sowie der Unterzeichner der an das Central - Comite gerichteten Eingabe Folge zu geben. Auch ist hier nicht der Platz, die in der Eingabe aufgestellten Behauptungen zu beleuchten und gewisse Methoden zu kritisieren. Ein Anlass hierfür dürfte sich früher oder später bieten. Für heute sei nur noch erwähnt, dass unsere Kommission unmittelbar vor der Ausreise steht, so dass sich auch schon deswegen eine Änderung des Beschlusses des Central-Comites von selbst verbietet." Wir empfehlen uns mit vorzüglicher Hochachtung Deutsches Bureau der Alliance Israelite Universelle. Dr. N. Markus, Sekretär. Die beiden „Organe für die Gesamtinteressen des Judentums" knüpfen an die Wiedergabe dieses Schreibens nachstehende Betrachtung: „Der Brief stellt sich, wie ein oberflächlicher Blick lehrt, im Wesentlichen als eine Paraphrase des Schreibens des C.-C. dar. Eigentümlich ist ihm nur der eine Passus, der von „gewissen Methoden" zu berichten weiss und mit der fürchterlichen Drohung, dieselben früher oder später zu kritisieren, schliesst. Made in Germany! Das ist zum Unterschied von den, urbare Formen pflegenden Franzosen, die altgewohnte sattsam bekannte Art des „Deutschen Bureaus", die sich keine Gelegenheit, und müsste sie an den Haaren herbeigezogen werden, entgehen lässt, um den Gegner, nicht etwa zu überzeugen, sondern durch unwürdige Insinuationen zu verketzern und zu verletzen. Es verlohnt sich nicht der Mühe, diese absichtlich so zweideutig als möglich gehaltene Verdächtigung erst zurückzuweisen; die Unterzeichner der Eingabe stehen sämtlich zu hoch, die selbstlose Sachlichkeit ihrer Bestrebungen ist zu notorisch, als dass derartige Anwürfe sie berühren könnten. Und wir hätten unsere Leser mit der Veröffentlichung dieses Schriftstücks nicht belästigt, wenn es uns nicht darauf angekommen wäre, die Drohung des Herrn Vorsitzenden mit der „früher oder später" erfolgenden Abrechnung vor der Öffentlichkeit festzulegen und die Herren dadurch zu zwingen, ihr Wort alsbald einzulösen. Heraus mit Euerem Flederwisch!" In dem angezogenen Brief des Deutschen Bureaus ist ausdrücklich gesagt, dass der ganze durch Anführungszeichen eingeschlossene Tenor von mir herrührt und von mir vorgeschrieben ist. Nur die Einleitung und der Schlusssatz, in dem der Sekretär „sich mit vorzüglicher Hochachtung empfiehlt", gehören dem Deutschen Bureau. Ich will indessen gern die volle Verantwortung auch für diese Zusätze tragen. Da ich unmöglich glauben kann, dass die „Organe für die Gesamtinteressen des Judentums" an allgemein üblichen Höflichkeitsformeln Anstoss nehmen, so bin ich zu der Vermutung berechtigt, dass sie mit ihrer scheinbar gegen das Deutsche Bureau gerichteten Kritik auf mich persönlich zielen. Ich soll durch die Ankündigung einer Kritik gewisser Methoden gegen die Urbanen Formen Verstössen und gezeigt haben, dass es mir nur darauf ankomme, den Gegner zu verletzen. Die blosse Ankündigung wird dabei ironisierend „eine fürchterliche Drohung" genannt, „eine Verketzerung durch unwürdige Insinuationen" und als eine „absichtlich so zweideutig wie möglich gehaltene Verdächtigung" bezeichnet. Es wird „selbstlose Sachlichkeit" Anderer in Gegensatz zu meinem Verfahren gestellt, die Veröffentlichung meines Briefes wird eine „Belästigung" genannt, wegen deren man den Leser um Entschuldigung bitten muss, meine Ausführungen werden als „Anwurf" bezeichnet, für den die Adressaten „zu hoch" stünden, als dass er sie berühren könne. Ich kann es unseren Mitgliedern sowie allen Lesern überlassen, die „Urbanen Formen" gebührend einzuschätzen, die aus dieser Blütenlese erkennbar werden. Den Unterzeichnern