Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1908)
- Article
- Die Handwerker-Schule in Jerusalem
- Date
- 1908-12-01
- Page
- Seite 767 - 768 (sequence 2)
- Language
- German
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7C7 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Die Handwerkerschule in Jerusalem. 708 Die Alliance ^Schulen in Jerusalem. Spitzen-Atelier. von Anbeginn an auf wilden Widerstand von Seiten des Teils der Chalukka, der in dieser Schöpfung mit Eecht eine wirksame Waffe gepen seine hundertjährigen Gewohnheiten erblickte. Infolge seiner ganz aussergewöholichen Fähigkeiten gelang es Herrn Mssim Behar, die mannigfachen ihm in den Weg gelegten Hindernisse zu überwinden. Im Anfang rekrutierten sich die Lehrlinge ausschliesslich aus den Städten des Orients, in denen die Alliance Lehrlingsschulen eingerichtet hatte. Aus Jerusalem selbst fanden sich keine Zöglinge ein, weil die chalukkistischen Prinzipale den Eltern mit Einbehaltung ihres Chalukka-Anteils drohten, wenn sie ihre Kinder der Alliance anvertrauten. Doch weder Herr Behar noch das Central- Comite Hessen sich entmutigen. Nach einisen Jahren des Kampfes ergab sich die Gegenpartei, und nun blieben die Lehrlinge von Jerusalem nicht mehr aus, man musste im Gegenteil eine strenge Auswahl bei der Zulassung vornehmen. Es muss hinzugefügt werden, dass zwei Umstände diese Aenderung besonders begünstigt hatten. Zunächst hatte die Alliance sich entschlossen, bei der Handwerkerschule ein Internat einzurichten, die Lehrlinge zu beherbergen und zu beköstigen, was für die armen Eltern ein be- Die Alliance-Schulen in Jerusalem. Schlafsaal. sonders verführerischer Reiz war. Sodann führte die Ankunft von Hunderten russischer und rumänischer Auswanderer, die schon mit dem Handwerk vertraut waren, eine vollständige Umwälzung in den Ideen der jüdischen Bevölkerung herbei. Die Schule ist ausserhalb der eigentlichen Stadt gelegen, in grossen Gebäuden, die Eigentum der Alliance sind. Die geräumigen Arbeitsstätten sind hell, gut eingerichtet; die Zahl der Werkstätten belauft sich auf 8: Tischlerei, Bildhauerei, Kuusttischlerei, mechanische Werkstatt, Schmiede und Schlosserei, Kupferschmiede, Weberei mit dazu gehöriger Färberei und ein Atelier für die Herstellung von Spitzen und Haarnetzen, letzteres für etwa 40 junge Mädchen eingerichtet. Die Werkstätten werden von in Europa ausgebildeten Meistern geleitet; die Mehrzahl der Meister sind geprüfte Lehrer technischer Schulen. Die Lehrlinge bleiben 3 bis 5 Jahre in der Werkstatt; nach Ablauf dieser Zeit kennen sie jrenau ihr Handwerk und finden augenblicklich Arbeit, sei es im Lande oder — hauptsächlich — in Egypten. Es gibt sozusagen in Egypten keine Werkstatt, keine Fabrik, in der nicht einige in Jerusalem ausgebildete Arbeiter wären. Sie zeichnen sich dort durch höhere technische