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Ost und West · 1908-12-01 · Heft 12 (Dezember 1908) · p. Seite 745 - 746

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Journal
Ost und West
Volume
8 (1908)
Issue
Heft 12 (Dezember 1908)
Article
Josef Róna
Date
1908-12-01
Page
Seite 745 - 746 (sequence 4)
Language
German
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745 Viator: Josef Bona. 746 sehen Stoffen — „ Joseph und Potipliar", „Susanne im Bade" — ab. Sein Ruhm drang bald genug auch ins Ausland. Auf der Pariser Weltausstellung holte er sieh die grosse goldene Medaille, ebenso in München, Mailand, Brüssel. Im Kapitel seiner Erfolge ist es wohl der merkwürdigste Abschnitt, dass in der ungarischen Stadt Arad das katholische Pfarramt die Dreifaltigkeitssäule durch Josef Röna, unbekümmert um seine Zugehörigkeit zum jüdischen Glaubensbekenntnis, herstellen Hess. Der Fremde, der nach Budapest kommt, wird zu allererst durch den monumentalen Anblick der Ofner Königsburg gefesselt. Ohne Zweifel das herrlichste Fürstenschloss Europas. Am malerischen Donaustrande ragt der Ofner Festungsberg stolz in die Höhe, und den Gipfel dieses Berges krönt der mäch- ■iß**- >>*,'Si* ' il'r' . _^0&*0J^'^~~- M LMß^k m^ut^er^*^r5-**m rZs^^ss . ^fi**äslk Wr< Ä^V ■ *Ä* %Jr v-^'l pmTj^. ( m . - - m % •' .» .Jm r , . *%^.. ^tl^"^ JOSEF RüXA. ^Sß^^ ■ l. r.: "->iÖS6>: Anacreon. Bronze - Statue. tige Barockbau, den Franz Josef nach den im Nachlasse Fischers von Erlach vorgefundenen Plänen mit einem Kostenaufwande von 30 Millionen errichten Hess. An der herrlichen Hauptfront der Burg steht nun ein prachtvolles Reiterstandbild. Hoch zu Ross befehligt Prinz Eugen, „der tapfre Ritter", die weltgeschichtlich berühmte Türkenschlacht bei Zenta. Den Feldherrnstab mit gebietender Gebärde in der ausgestreckten Linken, zügelt Prinz Eugen mit der rechten Hand das stolz sich bäumende Schlachtross: das Ganze ein Bild flammenden Heldenmutes, strotzender Kraft und begeisterter Willenskraft. Zu beiden Seiten der reitenden Hauptfigur weist das Denkmal zwei Reliefs auf, die Schlacht-bei Zenta mit genialem Schwünge darstellend. Auch der Laie wird den Schöpfer dieses Denkmals um den unvergleichlich herrlichen Ort beneiden, an dem er sein Werk aufstellen durfte. Ein Berg als Sockel, eine stolze Königsburg als Hintergrund. Wer ein plastisches Bildwerk an diesen Ort komponieren durfte, dem hat man die höchsten künstlerischen Ehren erwiesen, aber auch die schwierigste Kunstaufgabe zugetraut. Josef Röna ist der glückliche Künstler, dem der Kaiser-König Franz Josef diese Ehre erwiesen und diese Aufgabe zugetraut hat. Sein Prinz Eugen- Denkmal ist die kraftvollste, schwungreichste Schöpfung seines Lebens. In würdiger Weise verkörpert es den Träger eines Namens, den die Genien der Menschheitsgeschichte mit unvergänglichem Ruhm bedeckt haben. Vor Kurzem trug die Presse Josef Ronas Namen durch aller Herren Länder. Ihm war schweres Unrecht geschehen. So schweres, dass dagegen das Kulturgewissen aller zivilisierten Völker sich aufbäumte. In Budapest war auf einer Konkurrenz für das dort zu errichtende Kossuth- Denkmal seine Arbeit nicht nur als die tüchtigste, sondern als die einzig künstlerisch in Betracht kommende durch den Richterspruch der Jury bezeichnet worden. Dem Juryspruche Jäföfar Wfj BUDAPEST.

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