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Ost und West · 1908-11-01 · Heft 11 (November 1908) · p. Seite 693 - 694

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Journal
Ost und West
Volume
8 (1908)
Issue
Heft 11 (November 1908)
Article
Erleichterung im russischen Auswanderer-Verkehr
Date
1908-11-01
Page
Seite 693 - 694 (sequence 1)
Language
German
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093 694 ERLEICHTERUNG IM RUSSISCHEN AUSWANDERER-VERKEHR. Wie dem Deutschen Bureau der Alliance Israelite Universielie mitgeteilt wird, hat kürzlich im Ministerium des Innern eine Konferenz der beteiligten preussischen Behörden und Vertreter der deutschen Schiffahrtsgesellschaften stattgefunden, die sich mit der Abänderung der Bestimmungen für den Durchzug russischer Auswanderer durch Deutschland beschäftigte. Es Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. i<t beschlossen worden, eine neue Betriebsordnung für die Auswanderer-Kontrollstationen längs d er preussischrussischen Grenze zu erlassen, die wesentliche Erleichterungen für die Auswanderer bringt. U. a. soll die zwangsweise Abschliessung der Auswanderer in den Kontrollstationen foitfallen. Damit werden Härten beseitigt, über die die russischen Auswanderer bisher geklagt haben. DIE JUEDISCHE BEVOELKERUNG UND DIE ALLIANCE-SCHULEN IN KAIRO. ii. Kairo, 10. September 1908. Eine seltsame Erscheinung bildet das Ghetto, dieses verspätete Überbleibsel eines verschollenen Zeitalters, mit seinem Gewirr von krummen und engen Strassen und Sackgassen, mit seinen niedrigen, altersschwachen Häusern und unsauberen Winkeln, in denen ein hässliches Durcheinander ganzer Generationen hinsiecht, die Opfer eines ungerechten Schicksals, menschlicher Eigensucht, verkommen durch Branntwein und andere verfälschte Getränke. Übelriechende Kneipen sind der Sammelplatz von Müssiggängern und Tagedieben; sie wimmeln von Blinden, Einäugigen, von berufsmässigen Bettlern, die alle den Stempel vorgeschrittener Entartung tragen. Ich werde mich nicht damit aufhalten, die 10 Synagogen zu beschreiben, die übrigens in baulicher Hinsicht nichts Bemerkenswertes bieten. Jedoch werde ich auf einige Erinnerungen und fromme Legenden Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. zurückgreifen, die sich auf einige von ihnen beziehen. Da ist die Synagoge, die den Namen des berühmten Maimonicles trägt, des Arztes des grossen Saladin, dieses Urbilds eines edelmütigen und ritterlichen Fürsten aus der grausamen Epoche des 12. Jahrhunderts. Maimonides starb im Jahre 1204 in Fostat, dem alten Kairo, wo er sich nach seiner Übersiedelung von Cordua, seiner Heimatstadt, und nach kurzem Verweilen in Fez niedergelassen hatte. Sein Grab, das der Gegenstand ehrfürchtiger Verehrung ist, befindet sich in Tiberiade. Die Sage erzählt, dass vor ihrer Überführung nach Palästina die sterbliche Hülle in einem kleinen Raum der Synagoge für 7 Tage zum Leben erwachte. Diesem Umstand verdankt die Synagoge ihren Namen. Der Raum, der seinen Sarkophag barg, ist noch heute in seinem ursprünglichen Zustand vorhanden. Die Synagoge selbst ist neu aufgebaut und gänzlich umgestaltet worden, aber jener Raum hat keine Veränderung erfahren. Eine Lampe brennt dort Tag und Nacht. Es ist ein feuchtes und niedriges ^^^if Die Alliance-Schulen in Kairo, Elemcntarschulklasse in Abbassicli-Kairo. (Juli 190S.)

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