Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1908)
- Article
- Hannas Gebet und Dank
- Date
- 1908-10-01
- Page
- Seite 597 - 598 (sequence 2)
- Language
- German
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597 M. A. Klausner: Hannas Gebet und Dank. 598 Rm andern (Dörgen naf)tn €lNana betenb mit allen Seinen Rbfd)ieb vom Altar unö kehrte t)eim 3um foaus unö feiner Orbnung. Gort backte ßannas. Had) erfüllten 3eiten gebar fie einen 9oh;n. 5ie nannt ih;n 9d)mu=6l, ben «Gottgewäh;rten; benn, fo fagte fie, auf meine Bitte h;at \\yn 6ott gewährt. eiKana 30g mit feinem gan3em ßaufe hinauf nach; 9d)ilo, vor bem ßerrn 3U opfern unb bar3ubringen, was er 6ott gelobt. Hur ßanna 30g nich;t mit. „Cafe mid) bah;eim", fo fprad) fie 3U Ghana, „bis ber ftnabe entwöhnt ift. Danach; bring id) if>n hinauf vor Gottes flntlitj, bafr er bort verbleibe (ein Cebelang." - Ghana ftimmte 3U: „Gefd)eh;e, was bu fagft. Bleib bu bah;eim, bis bu ben öot)n entwöhnt; wirb nur erfüllt, was bu 3ur Gottesfd)ulb gelobenb mad)teft." Öal)eim blieb föanna, fäugte ih;ren Knaben bis 3ur €ntwöh;nung. Bis fie ih;n entwöhnt, trug föanna ih;ren 9oh;n hinauf nach; 9d)ilo, ba3U brei Sarren, einen (Dalter (Deh;l unb einen 9d)lauch; mit Wein 3um f5aufe Gottes. Das farrenopfer würbe bargebrad)t; ber ftnabe, ber nod> klein, harn h;in 3U €li. Rn biefen wanbte ßanna ih;re Rebe: „9o wah;r bu lebft, ßerr, ich; bin jene Srau, bie h;ier vor bir geftanben, Gott 3U bitten. Was ich; erbeten? Diefes ftinb h;ier ifts, unb Gott h;at mirs gewährt auf meine Bitte! Drum weih; ich; ih;n bem ßerrn fein Cebelang." 5o rebenb, neigte ßanna fid) vor Gott im Dankgebet, bas von ben Cippen tönte: „Du hjaft mein ßer3 mit Wonne erfüllt, ben 9d)eitel mir erhoben, mein Rntlitj ift nid)t meh;r fch;amumr;üllt - f5err f5err, ich; will bid) loben. Rllh;eilig bift bu gan3 allein, ber h;elfenb mein 9d)ickfal lenkte, unb ftärker bift bu als Selsgeftein, bu, bem ich; Vertrauen fch;enkte. Wo finb, bie meinen lebigen Sdjofj verfpotteten unb verlachten? Jetjt bin id) nid)t meh;r hinberlos, fie können mich; nid)t verachten. Wie h;aben fie mit bittrem f5oh;n bie arme 5eele gepeinigt — jet3t h;at mich; ber gottgefd)enkte 9oh;n von allem Vorwurf gereinigt. Von f5och;mut lafot, von 6T0I3 unb 5pott Gott ifts, ber broben waltet. Rllwiffenb ift ber ewige Gott, ber ein3ig wägt unb geftaltet. Die ßelben läh;mt Gott 3ebaoth;, läfct 6d)wad)en bie ftraft fich; erneuern. Die einftmals Ueppigen bienen um Brot; bie einft gebarbt, fie feiern. In fiebenter Rinberfreube fd)welgt, bie unfruchtbar gewefen, bieweil bie fcinberreid)e welkt unb nimmer kann genefen. Gott ifts, ber Tob unb Ceben fch;icht, 3ur Gruft füh;rt unb nach; oben. €r winkt, unb Rrmut h;ält biet) bebrücht; er nickt, unb bas Gut ift 3erftoben. Den Rrmen 3iel)t er vom 9taub empor, aus bem 6d)lamm ben ßoffnungsleeren; er fetjt ih;n neben ber €blen CI;or, fd)mückt ih;n mit ftönigsetyren. Denn Gottes ift bas 6d)öpfungsall, fein finb ber €rbe Ccken. Der frommen Sufc wah;rt er vor Sali, ber frevler enbet in 5d;recken. nid)t eigne ftraft, nur Gottes Sd)u^ kann CT)enfch;en 6ieg erteilen; wer wiber Gott fid) h;ebt in Cruti, ben wirb fein Donner ereilen. €s richtet ber ßerr bie Grofeen 3umal, bie eitel nach; Rnfeh;n bürften, Sch;enht CDad)t bem Könige feiner Wah;l Unb Ruh;m bem gefalbten Surften."