Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- Heft 8-9 (August-September 1908)
- Article
- Erklärung
- Date
- 1908-08-01
- Page
- Seite 567 - 568 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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5Ö7 568 NN\\w""WIIFI Vv MITTEILUNGEN ausdem Deutschen Bureau der nra nr otij« BERLIM.N 2*f. Alliance Jsraelile Univeiselle 0panicnöurgersrn4?Jt3 ERKLÄRUNG. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Im Heft 6 und 7 von „Ost und West" (Juni- und Juli-Nummer) hat B. Samuel die jüngst erschienene Schrift des Bureaus für Statistik der Juden in Berlin über die Juden in Oesterreich einer Kritik unterzogen. Zionistische Zeitungen und einzelne zionistische Anhänger haben in heftigen Einreden den zweiten Teil der Besprechung als einen gehässigen und tendenziösen Angriff auf den Zionismus und seine Führer aufgefasst und uns damit unterstellt, als ob die in Rede stehenden Ausführungen unsere Ausführungen seien, als ob die angeblich antizionistische Tendenz unsere Tendenz sei. Hier liegen schwere und kaum begreifliche Missverständnisse vor. Zunächst ist es irrig und auch gar nicht möglich, dass wir für jedes Wort, das in dieser Monatsschrift ausserhalb der offiziellen „Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau" gesagt wird, die Verantwortung tragen. Derartiges kann uns sinnigerweise von Niemandem zugemutet werden. Sodann und namentlich müssen wir es als eine AchtungsVerletzung zurückweisen, wenn angedeutet wird, wir hätten uns hinter einen Dritten versteckt, um im Hinterhalt und ohne unsere direkte Verantwortung den Zionismus bloszustellen. Wer solcher Auffassung zugänglich ist, hat den Wirklichkeitsmassstab verloren. Wir haben als eine die Gesamtheit des Judentums umfassende Organisation Verständnis und Würdigung für jede Bewegung innerhalb des Judentums — ohne dass dies mit unbedingter Billigung identisch wäre. So hat die Schriftleitung von „Ost und West" von Anbeginn auch dem Zionismus mit Bereitschaft Kaum gewidmet. Es sei nur erinnert an den Aufsatz des Herrn Hermann Struck in No. 1 des vorigen Jahrgangs über die zionistische Bezalelstiftung — an die Wiedergabe der Porträts der Präsidenten des zionistischen Aktions-Komitees in Heft 8/9 des vorigen Jahrgangs — an die in den Heften No. 12 des Jahrgangs 1907 und No, 1 des Jahrgangs 1908 veröffentlichten Artikel, in denen der vom Zionismus propagandierten jüdischen Kunstausstellung förderndes Wohlwollen entgegengebracht wurde. Auf der anderen Seite darf die Schriftleitung gutachtliche Erörterungen nicht zurückstellen, lediglich weil diese bei einigen hypersensiblen Zionisten Anstoss erregen könnten. Zudem bestreiten wir, dass der betreffende Aufsatz tendenziös antizionistisch ist. Der Verfasser, der in allen seinen Arbeiten den tiefen Zusammenhang der Dinge und Menschen in unserer Glaubensgemeinschaft erkannt hat und infolgedessen als ein unbefangener und urteilsfähiger Mann gelten darf, kämpft nicht gegen den Zionismus als solchen, sondern kennzeichnet in seiner Kritik lediglich unliebsame Erscheinungen und gewisse Persönlichkeiten innerhalb der Wiener Bewegung. Auf die unzähligen, unsachlichen, ungerechten und oft geradezu gehässigen Angriffe einzelner zionistischen Organe gegen die A. I. U. und ihr Kulturwerk haben wir seither in „Ost und West" niemals reagiert. Wird einmal die Antwort unabweisbar werden, so werden wir sie mit offenem Visier geben und ohne Scheu und Furcht erklären, was wir zu bekunden haben. Das Präsidium der Deutschen Conferenz- Gemeinschaft der Alliance Israelite Universelle L. M. Goldberger. Philipp Schiff.