Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1908)
- Article
- Ehrendamen in den Lokal-Comités [Nachricht]
- Date
- 1908-05-01
- Page
- Seite 343 - 344 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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343 Mitteilungen der Alliance Israeiite Universelle. 344 H. Hayon. Direktor Bas Lehrerkollegium der Allianceschule in Seneh. Hechingen; Frau Gertrud Bernheim; in Ludwigshafen: Frau Moritz Wolff, Frau Ferdinand Mann, Frau Gustav Jacob, Frau Leopold G im bei; in» Mainz: Frau Moritz Berney, Frau Robert Heiden- Heimer, Frau Rabbiner Dr. Salfeld, Frau Emil Simon; in Schönlanke: Frau R. Grunwald, Fiau H. Salinger, Frau Rechtsanwalt Ascher. * * Die neue Mädchenschule der Alliance in Constantinopel. Wie der Geschäftsführer des Central- Comites Herr Bigart bei der fünften Tagung der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft mitgeteilt hat, ist in Constantinopel-Galata eine neue Allianceschule mit deutscher Unterrichtssprache kürzlich eröffnet worden. Diese neue Schule ist eine Parallelanstalt zu der dort bereits vorhandenen Mädchenschule. Deutsch ist in diesen beiden Schulen die Unterrichtssprache. * * * Herr Geh. RegieruDgsrat Prof. Dr. H. Cohen in Marburg hatte anlässlich der fünften Tagung der Deutschen Konferenzgesellschaft ein Schreiben an den Präsidenten gerichtet, das wörtlich wie folgt lautete. Marburg, 12. Februar 1908. Hochgeehrter Herr Geheimrat! (Für die gütige Einladung in Ihr Haus anlässlich einer Tagung unserer Alliance sage ich Ihnen und Ihrer verehrten Frau Gemahlin meinen herzlichen Dank. Es tut mir um so mehr leid, dieser ehrenvollen Einladung nicht Folge leisten zu können, als ich kaum 8 Tage später in Berlin zu sein beabsichtige. Aber ich darf wohl diesen Anlass benutzen, um Ihnen über den Schmerz zu berichten, mit dem ich es beobachtet habe, wie wenig man in unseren Kreisen noch immer von der Notwendigkeit einer internationalen Verbindung der Judenheit Verständnis erlangt hat. Während die neueste Politik europäischer Staaten dieses intime Kapitel des Völkerrechts bis zur Popularität einleuchtend gemacht haben sollte, fehlt es noch immer an dieser sittlich politischen Einsicht. Ich habe mit Freuden die Entstehung des deutschen Hilfsvereins begrüsst; denn ich bin der üeberzeugung, dass die Juden eines jeden Landes ffc~ das Schicksal ihrer Glaubensgenossen auf dem Erdenrunde zu sorgen und einzustehen haben. Aber in dieser Sorsre könnten sich, sollten sich auch die christlichen Mitbürger ihnen zugesellen und sich nicht nur auf milde Gaben beschränken, wenn die absolute Barbarei die Fiktion der Kultur verleugnet. Neben dieser Pflicht eines jeden Kulturlandes muss jedoch die universelle Israelitische Alliance aufrecht bleiben, weil sie in dieser grossen Frage der allgemeinen Kultur das Prinzip des Völkerrechts vertritt. Hier zeigt es sich, dass das Judentum die messianische Eeligion ist. Es ist daher ein Angriff in das Herz des Judentums, wenn uns die Pflicht bestritten wird, die