Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1908)
- Article
- Die Schule der Alliance Israélite Universelle in Seneh
- Date
- 1908-05-01
- Page
- Seite 337 - 338 (sequence 1)
- Language
- German
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337 338 DIE SCHULE DER ALLIANCE ISRAELITE UNIVERSELLE IN SENEH. Yon den 12000 in der Provinz Kurdistan ansässigen Juden leben etwa 3000 in Seneb. Im Jahre 1903 wurde dort von der Alliance eine Knaben- und eine Mädchenschule gegründet, die von 165 Knaben und 75 Mädchen besucht werden. Seneb, eine sehr arme Ortschaft, zählt zu den Gemeinden in Persien, die sich zuerst an die Alliance wegen Eröffnung einer Schule gewendet haben. Zunächst wurden in den grösseren Städten, in Teheran (1898), in Hamadan (1900) und in Ispahan (1901), Lehranstalten eröffnet. Ferner besitzt die Alliance seit 1903 eine Knaben- und eine Mädchenschule in Schiras und seit 1904 eine Knabenschule in Kirmanscba. Sie gewährt auch den in Bidjar, Nehavende und Tussurcane bestehenden Schulen jährlich grössere Subventionen. DER BRAND Von Herrn Alchalel, dem Leiter unserer Knabenschule in Konstantinopel - Hasköy, erhalten wir folgende ausführliche Schilderung des unseren Lesern bereits in voriger Nummer gemeldeten Brandunglücks: Konstantinopel-Hasköy, 13. März 1908. Im Einverständnis mit dem Präsidenten des Ailiance-Comites in Konstantinopel Herrn M. Fernandez habe ich Ihnen vorhin folgendes telegraphiert: „Furchtbarer Brand im Armenviertel von Hasköy, Bevölkerung auf den Strassen, Hilfe dringend nötig." Ueber Hasköy ist soeben eine entsetzliche Katastrophe niedergegangen. Ich schreibe Ihnen 5 Stunden ON HASKÖY. nach Ausbruch des Feuers in dem Augenblick, wo man glaubt, des Feuers Herr geworden zu sein. Nach den wahrscheinlichsten Schätzungen sind 500 Häuser den Flammen zum Raub gefallen, mehr als 1000 Familien befinden sich auf der Strasse, ohne Dach, ohne Brot, fast ohne Kleider. Alles das ist sehr schnell gegangen. Das Feuer entstand gegen 1 Uhr mittags, in einem Kolonialwaren-Laden, der in dem Viertel von Arabadjilar liegt, gegenüber unserer Knabenschule. Dort sind auf der Spitze und an den beiden Seiten eines Hügels mehr als 2000 Holzhäuser gebaut, die in der grossen Mehrzahl von armen Jsraeliten bewohnt sind. In manchen Augenblicken sind die Flammen so intensiv geworden, dass diese ganze ungeheure Häusermasse bedroht war. Da der Wind von Süden kommt,