Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- Heft 4 (April 1908)
- Article
- Abschluss der Hilfsaktion für die Opfer der Exzesse in Rumänien [Nachricht]
- Date
- 1908-04-01
- Page
- Seite 277 - 278 (sequence 2)
- Language
- German
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m Mit* eihmgrn .ior Aliismrc tsrarlite rnivorselle. m delphia 19 520 Franks, mit Einrechnung der Sammlungen der Comites in Jassy und Bukarest zusammen 614 786 25 Kronen, so dass die Restbeträge zum teil bei der Centrale in Wien, teils in Bukarest voihanden sind, rund 30 000 Kronen ausmachen. Es wird beschlossen, den Anteil der Wiener Allianz an diesem Saldo dem neuen Fonds zugunsten der vertriebenen Familien zu überweisen und auch bei den anderen beteiligten Organisationen unter Erstattung eines ausführlichen Berichtes über die abgeschlossene Aktion eine gleiche Verwendung zu beantragen. Der Vorstand nimmt ferner den Bericht des Sekretärs zur Kenntnis, wonach zu Lasten des neuen Fonds an Herrn Astruc zur Unterstützung Abtrieben er Familien bereits 32 000 Franks überwiesen wurden, für welchen Fonds ausser den Restbeträgen der früheren Aktion noch die von der Allianz in Wien, von Paris und von Berlin (in Verbindung mit Frankfurt) bewilligten je 22 500 Franks zur Verfügung stehen. — Die separate Aktion der Wiener Allianz für die Unterstützung der Flüchtlinge im Frühjahr 1907, sowie für die Subventionen an Schulen und gemeinnützige Anstalten hat über 60 000 Franks erfordert, so dass die von Wien für rumänische Zwecke verausgabten Gelder ca. 170 000 Franks betragen. Lokal-Comite Maimlieim. Am 3. März hielt das Lokal-Comife Mannheim A. J. U. eine Trauer- und G-edächcnissitzung zu Ehren des verstorbenen M. J. Bielefeld. Die dauernden Verdienste des teuren Mannes fanden volle Würdigung. Nachdem diese Pflicht der Pietät erfüllt war, wandte das Lokal-Comite seine Aufmerksamkeit einem Werk zu, das dem Verstorbenen, wie alle guten Werke, am Herzen gelegen hatte. Es gilt der Fürsorge für die Kinder der in Mannheim angesiedelten Glaubensgenossen aus Kussland, Rumänien und anderen östlichen Ländern. Schon früher war eine „Kinderstube" eingerichtet worden, in der die Kinder der Zugewanderten bis zum schulpflichtigen Alter tagsüber aufgehoben werden, die deutsche Sprache erlernen, an Reinlichkeit und Ordnung gewöhnt und mit angemessener Nahrung versehen werden. Die seitherigen Erfahrungen sind die besten. Die 60 Kinder, die man in der angegebenen Weise a ersorgt, werden aller Voraussicht nach bei ihrem Eintritt in die Volksschule deutschem Wesen und deutscher Art nicht mehr fremd sein. Auf Antrag des Mannheimer Lokal-Comites hat das Präsidium der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft beschlossen, zur Förderung jener „Kinderstube" für das Jahr 1908 einen Beitrag von 300 Mk. zu leisten. Der Brand in HasköL Aus Anlass der Brandkatastrophe, durch die in dem, meist von armen Juden bewohnten Constantinopeler Vorortviertel Hasköi, 500 Häuser vernichtet und mehr als 1000 Familien obdachlos wurden, hat das Central-Comite der Alliance Israelite Universelle unverzüglich eine umfassende Hilfsaktion in Constantinopel organisiert. Mit der Leitung ist das dortige Alliance-Comite betraut worden, dem das Pariser Central-Comite zur Linderung der ersten Not sofort 10000 Francs und alsbald darauf weitere 5000 Francs telesrraphisch überwiesen hat. Seitens des Constantinopeler Hilfscomites der Alliance, an dessen Spitze Herr M. Fernandez steht, sind sofort 12000 Francs gezeichnet worden. Ein Teil der Obdachlosen ist vorläufig in den Schulgebäuden der Alliance untergebracht worden, die glücklicherweise keine Beschädigung erlitten haben. Sammlung für die marokkanischen Glaubensgenossen. Würzburg: durch den Vorstand der Israelitischen Kultns£yemeiiido 400 Mark. StfiBf» TO ffany DER SCHLEMIEL Zum Purimfeste hat Dr. Max Jungmann soeben wieder einen „Schlemiel" erscheinen lassen, eine „ebenso illustre wie illustrierte Zeitschrift für jüdische Politik und Kun*t und überhaupt für jüdischen Witz und Humor". Das umfangreiche Blatt, das einige wirklich gelungene Illustrationen enthält, gibt in seiner witzigen und oft etwas beissenden Art einen eigenartigen Kommentar zu allen künstlerischen und politischen Ereignissen des Judentums. Wer gerne einmal herzlich lacht und Freude an einer feinen und geistreichen Satire hat, wird der Lektüre des „Schlemiel" eine angenehme Stunde verdanken. Das Blatt, das schon für 30 Pfennige zu haben ist, kann durch den „Kunstverlag Phönix", Metzerstr. 34 bezogen werden. Hege?ProspHekteder Actien=Gesellschaft für Anilin=Fabrikation d"? Sana Qes. m. b. H., Cleve i. Rhld. Leser hiermit besonders lenken. bei, auf die wir die Aufmerksamkeit unserer geehrten Die Teuerung der Lebensmittel, die in gegenwärtiger Zeit so viel Bedenken erregt, so manche ungestüme Debatte hervorruft, vermögen wir in mancher Hinsicht selbst erfolgreich zu bekämpfen. Es kommt da hauptsächlich auf die weise, umsichtige Verwertung der Landesprodukte an. In den warmen Jahreszeiten gibt es viele Erzeugnisse, deren wir im Winter entbehren müssten, würden wir nicht den Ueberschuss der Produktionsmonate konservieren. Diese Konserven sind, wie nicht anders denkbar, mit der Zeit ein spezielles Gebiet des Landesproduktenhandels geworden. Konserven jeglichen Gemüses und Obstes können wir heute in den Delikatessengeschäften haben. Jederniaun wird sich nun allerdings nicht erlauben können und wollen, die teueren Preise dafür anzulegen. Die sparsamen Hausfrauen ziehen längst vor, die Gemüse und Früchte selbst einzumachen, um so auch den materiellen Vorteil der Kpnservierung selbst zu geniessen. — Wie mit Gemüse und Obst, so sollte es jede Hausfrau auch mit den Hühnereiern machen. Sind diese doch als Nahrungsmittel von weit grösserer Bedeutung wie z B. Obst als Genussmittel. Das Konservieren der Hühnereier war nun bekanntlich bis vor etlichen Jahren mit grossen Schwierigkeiten verknüpft. Die Eier hielten sich in den alten Mitteln fast überhaupt nicht; durchaus zuverlässiges gab es eben gar nicht, und die meisten, die es mit dem Eierkonservieren einmal versucht, unterlassen es zukünftig; nicht zum mindesten auch darum, weil den konservierten Eiern häufig ein recht tinangenehmer Beigeschmack anhaftete. Die Erwartungen, die man auf die Eier-