Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1908-04-01 · Heft 4 (April 1908) · p. Seite 259 - 260

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
8 (1908)
Issue
Heft 4 (April 1908)
Article
Die fünfte Tagung der deutschen Conferenz-Gemeinschaft der Alliance Israélite Universelle
Date
1908-04-01
Page
Seite 259 - 260 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2583875-2583967-2583972-2598035--08230-2598096
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

>59 '260 knwv........",finrrft " MITTEILUNGEN m aus dem Deutschen Bureau der no nr omp BERUM.N 2-4. Alliance Jsraelite Universelle btrvtr ^3 OranienDurgersrn4?43 DIE FUENFTE TAGUNG DER DEUTSCHEN CONFERENZ-GEMEINSCHAFT DER ALLIANCE ISRAELITE UNIVERSELLE am 25. Februar 1908 in Berlin. Zum 24. Februar, dem Vorabend der fünften Jabrestagung der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft der Alliance lsraelite Universelle, hatten der Präsident und Frau Goldberger die Mitglieder der Deutschen Couferenz-Gemeinschaft, die bereits vor der Tagung in Berlin eingetroffen w?ren, in ihr Heim eingeladen. Eine überaus stattliche Versammlung hatte sich eingefunden. Man bemerkte unter den Anwesenden die Vertreter aller jener Verwaltungen, mit denen die A. I. IL in freundschaftlichem Verkehr ist: den Gross-Präsidenten der Gross-Loge, die Präsidenten der Deutschen Reichs-Loge und der Berthold Auerbach-Loge, Mitglieder der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, Vertreter der Gemeindebehörden, des Vorstandes, des Repräsentanten- Kollegiums und der Armen-Kommission, ferner die Mitglieder des Berliner Lokal-Comites der A. I. U., und Männer, die in Berlins Judenheit in vorderer Reihe stehen. Der Präsident begrüsste beim Festmahl die Erschienenen mit heizlichem Willkommen: Das Jahr 1907 sei ein Jahr der Mühen für die A. I. U., aber auch ein Jahr des Segens für die Arbeit der Alliance gewesen. Zu neuem Leben wäre die A. I. U. in Deutschland erwacht. Das Central- Comite habe das unvergleichliche Schul werk, die grosse Kulturarbeit, in deren Dienst sie sich seit beinahe einem halben Jahrhundert gestellt habe, verständnisvoll weitergeführt. Geheimrat Goldberger gab in grossen Zügen ein Bild der Entwicklung und sagte dann: So steht unser Haus fest gebaut. Man sucht an ihm zu rütteln; das wird niemandem gelingen. Die A. I. U. ist auf unerschütterlichen Säulen errichtet, und so darfein Jeder, der an ihr teilhat, sagen: „Und iu der Zeiten Unermesslichkeit kann ich hinabsehn mit zufriednem Geist". Menschen werk sei Stückwerk. Gewiss sei auch dies und jenes zu ändern, hinzuzufügen oder zu ergänzen. Wir sind an der Arbeit überall da, wo es notwendig ist, diese Vervollkommnung vorzunehmen. Niemals aber werde erlöschen und allezeit leuchten das Ner Tomid, das ewige Licht wahrer Nächstenliebe, das immerdar in der Alliance strahlen werde, zur Ehre für die Alliance, zum Segen für unsere Glaubensgemeinschaft. Dem Hausherrn erwiderte Herr Justizrat Timendorfer u. A.: Ich habe in unserem Gastgeber das Ideal eines Ben Brith gefunden, was bei mir die höchste Anerkennung ausdrückt. Die Logen fühlen sich der Alliance lsraelite in allen Bestrebungen ausserordentlich nahe. Wir sind zufrieden und glücklich, einen Verbündeten zu haben für alle edlen Werke innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft, und werden allezeit hier in Treue zusammenstehen. Herr Rabbiner Dr. Werner-München brachte der Hausfrau einen Trinkspruch: Wenn wir Herrn Goldberger seit vielen Jahren an der Spitze vieler Wohlfahrtseinrichtungen sehen, und wenn er vor einigen Jahren auf unsere dringende Bitte auch die Leitung der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft der A. I. U. übernommen hat, so muss er diese Verdienste mit seiner Frau teilen. Denn wer seine K'äfte in den Dienst der Gesamtheit stellen will, muss zuvor die Gewissheit haben, dass ihm seine Gefährtin zustimmt und dass sie die Lasten des Hauses auf sich nimmt, während er draussen im Leben wirkt. Hier in diesem Hause ergänzten sich Mann und Frau, hier sei eine wahre israelitischeVereinigung, auch eine Alliance lsraelite. Herr Charles L. Hallgarten-Fraukfürt a.M. begann mit dem launigen Hinweis, dass der Vorredner ihm vorweggenommen habe, was er selbst hätte sprechen wollen und was zu sagen ihm auch gebührt hätte. Käme doch morgen ein von ihm gestellter Antrag zur Beratung, Frauen in die Alliance-Comitees zu wählen. So sei er der „Frauenlob" der Alliance, und ihm stehe es zu, überall in der Alliance das Lob der Frau zu singen. Notgedrungen wähle er für seinen Trinkspruch jetzt eiuen anderen Gegenstand, keinen so anmutigen, aber einen nicht minder würdigen. Herr Justizrat Timendorfer habe bereits auf das gute Einvernehmen zwischen den Logen und der Alliance hingewiesen, habe erwähnt, dass beide Institutionen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.