Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 16 (1916)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober-November 1916)
- Article
- Die neuerbaute Synagoge zu Berlin
- Date
- 1916-10-01
- Page
- Seite 363 - 364 (sequence 1)
- Language
- German
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363 Die neuerbaute Synagoge zu Berlin. 364 Synagoge am Kottbuser Ufer zu Berlin — Hauptfront DIE NEUERBAUTE SYNAGOGE ZU BERLIN. Von Dr. Karl Schwarz. Mitten im Kriege hat die jüdische Gemeinde zu Berlin am Kottbuser Ufer einen monumentalen Tempelbau errichtet, dessen feierliche Einweihung am 17. September stattfand. Es ist ein hohes Ver* dienst und ein Beweis von zielbewußter Tatkraft, daß es der Gemeinde und ihrer trefflichen Bau* leitung gelungen ist, trotz aller Schwierigkeiten und Hemmnisse dieses Werk zu einem glücklichen Ende zu führen und die Hauptstadt um einen sehenswerten Monumentalbau zu bereichern. Denn dieses Gotteshaus, das schlicht und durch* aus einfach in seinem Aeußern wie Innern erscheint und dessen Herstellung mit bescheidenen Mitteln durchgeführt wurde, gehört mit zu den stimmungs* vollsten Andachtsstätten, da der erhabene Geist weihevoller Sammlung den Eintretenden sogleich umfängt und nichts ablenkend und verwirrend wirkt. Nichts Ueberladenes, nichts Kleinliches — von der großzügigen Fassade bis zu dem in ruhigen Formen gehaltenen Allerheiligsten herrscht würdevolle Ruhe. Es war eine schwierige Aufgabe, die dem Erbauer, Regierungsbaumeister Alexander Beer, gestellt wurde, da er auf dem spitzwinkligen, un* gleichseitigen Terrain am Kottbuser Ufer eine für 2000 Sitzplätze berechnete Synagoge errichten sollte. Die Lösung ist wider Erwarten gelungen. Es wurden dadurch rechtwinklige Bauflächen gewonnen, daß man zwei dreieckige Vorhöfe schuf, die sich nach der Straßenfront öffnen. So lassen sich 3 Ge*