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Ost und West · 1914-09-01 · Heft 9-12 (September-Dezember 1914) · p. None

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Journal
Ost und West
Volume
14 (1914)
Issue
Heft 9-12 (September-Dezember 1914)
Date
1914-09-01
Page
None (sequence 1)
Language
German
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osT^rofe sr ILLUSTRIERTE MONATSSCHRIFT^^ FÜR DAS GESAMTE JUDENTUM. Herausgegeben und redigiert von LEO WINZ. Alle Rechte vorbehalten. _______ September-Dezember 1914. XIV. Jahrg. AN UNSERE LESER. Die durch den Krieg entstandenen Verwickelungen haben auch für das regelmäßige Erscheinen und die Versendung unserer Zeitschrift ungeahnte und sehr schwer zu beseitigende Schwierigkeiten geschaffen. Mit Rücksicht auf einige wichtige aktuelle, das Judentum betreffende Fragen, die sich aus den gegenwärtigen Vorgängen ergeben haben und deren Erörterung uns schon jetzt dringend notwendig erscheint, haben wir uns, aller Hindernisse ungeachtet, entschlossen, unsere Zeitschrift, wenn auch vorläufig in längeren Zeitabständen, erscheinen zu lassen. Redaktion und Verlag von „Ost und West". DER KRIEG ALS LEHRMEISTER. (VOM GRUNDLOSEN HASS. — DIE RASSENTHEORIE UND DER KRIEG. — DIE JUDEN ALS KRIEGER.) VOM GRUNDLOSEN HASS. Es geht eine Flutwelle blutrote^, feuer- :!ühenden, wildbrausenden Hasses über die Veit. Aus höllischen Abgründen scheint er auf-;ebrochen zu sein. Er ist tief wie der Ozean nd wälzt sich schwer wie geschmolzenes Metall iber die gesittete Erde, er vernichtet alle Saaten dler Kultur, erstickt alle Regungen menschenfreundlichen Fühlens. Wohl tritt daneben wie um Trost auch die Menschenliebe großartig i die Erscheinung, bei der Pflege der Verwundeten, der Labung der Ermüdeten, der Fürsorge iiir die Angehörigen der Krieger und die Opfer <>er Kriegsgreuel. Und erst in dem Heroismus, i.i der Hingabe, mit der die Soldaten im Felde i amenlose Entbehrungen, Qualen, mutiges Sterben auf sich nehmen, offenbart sich eine Liebes- Kraft und ein Idealismus, die den verbittertsten Menschenverächter zum Glauben an den hohen Wert und den edlen Fond der Menschennatur bekehren müßten. Allein das sind. alles nur Aeußerungen der Nächstenliebe in des Wortes engster Bedeutung. Man erleidet Qualen und schmerzvollen Tod, um seine Volksgenossen, ja, seine nächsten Angehörigen, vor noch Schlimmerem zu bewahren, vor Sklaverei, Schmach und Erniedrigung, und alle, für die die Krieger dort draußen leiden und sterben, lohnen es ihnen mit dankbaren Liebestaten. Alle Liebe und alle Barmherzigkeit gilt den Seinen. Den Fremden gähnt der Haß entgegen. Und nicht die Krieger im Felde sind es, die der Haß umnebelt; diese töten den Feind im Zorn, im Getümmel der Schlacht, im Brausen der Siegeslust, aber ohne Haß; sie töten und lassen sich töten. Wenn sie ihr blutiges Handwerk verrichtet, kehrt oft menschliche Rührung um den Getöteten oder Verwundeten in ihre Brust ein, Achtung vor der Tapferkeit und dem Todesmut des Feindes. Nur die Franktireure sind es, die ohne Gefahr für sich selbst dem grausamen Haß die Zügel schießen lassen. Ausgestochene Augen von Verwundeten, abgeschnittene Ohren, abgehauene Hände und Beine, verstümmelte Leichen, sie stellen der Menschennatur kein sehr erhebendes Zeugnis aus. Aber es gibt auch Franktireure der Feder; sie vergießen ihre Tinte im Dienste

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