Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 14 (1914)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1914)
- Article
- Aus den Wundergärten der Aggada
- Date
- 1914-07-01
- Page
- Seite 533 - 534 (sequence 1)
- Language
- German
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533 Aus den Wundergärten der Aggada. (Fortsetzung von Seite 517/518.) 534 Jeden Tag hält Gott Gericht über Sonne und Mond; die weigern sich nämlich herauszukommen, und der Welt zu leuchten. Was sagen sie? Sie sagen: Die Menschen halten uns für Gottheiten und bringen uns Opfer dar und beten uns an! — Was tut Gott? Er hält Gericht über sie, und sie gehen hinaus und leuchten wider Willen. Das besagt das Wort des Propheten: „Jeden Morgen, jeden Morgen gibt sein Rich'terspr u c h das Licht, nie ermangelt es." * Am Anfang erschuf Gott zwei gleich große Lichter, um die Welt zu erleuchten. Da sprach' las eine, es war der Mond, zu Gott: Geziemt es sich etwa, daß zwei Könige sich einer gleichen Krone bedienen? Und bei sich dachte der Mond: nun wird mir Gott sicher eine schönere Strahlenkrone geben als die Sonne hat. Gott aber sagte: Du hast Recht. Nun geh gefälligst hin und sei fortab kleiner als die Sonne, damit ein Unterschied zwischen den beiden Königen bestehe. Da sagte der Mond gekränkt: Wie, weil ich ein gerechtes Wort vor dir zu sprechen gewagt, soll ich zur Strafe nun auch' i^ar noch kleiner werden? Wie soll ich' dann zu meiner Gefährtin, der Sonne, emporblicken? Ich ordne nun an, sagte Gott, daß die Sonne den Tag und du die Nacht regierest. So werdet ihr miteinander nicht in Berühruno; kommen und du brauchst dich vor ihr nicht zu schämen. Auch gebe ich dir ein Heer von Sternen zur Begleitung. Seither begleiten die Sterne den Mond, gehen mit ihm auf und gehen mit ihm unter; nur wenige erscheinen am Himmel, bevor er aufgeht, und einige bleiben daselbst noch' eine Weile zurück, weiin er untergegangen ist, wie es sich Soldaten ihrem Feldherrn gegenüber geziemt. Und wenn der Mond zuweilen der Sonne am Himmelsgewölbe begegnet, wird er ganz bleich und erstrahlt erst wieder, wenn die Sonne verschwunden ist. * Himmel und Erde. Warum heißt der Himmel Sch'amajim1)? — Weil die Menschen staunend zu ihm aufblicken und sich fragen: Woraus ist er geschaffen? Aus Feuer? Aus Wasser? Weich ein Wunderwerk! Rabbi Jose bar Chanina sagt: Das Wort bedeutet schäm majim" — dort oben ist dafe Urwasser2). Eine alte Ueberlieferung lehrte: das Wort bedeutet: ,,esch" und „majims", Feuer und x) Das Wort ist verwandt mit der Wurzel des Wortes, welches Staunen. Verwunderung ausdrückt. 2) Manche antike Kosmologien kannten ein Urwasser, welches über dem Himmel schwebte. {Königsfljeder* ofeife cUl. 1,— ßCönigsflieäer-cRiecßiiissen 7,— Der den Ihren entströmende herrliche Duft nad? einer tDafdmng mit Hloufons doilettefeife „^emo-(Öo\b" ift <m\ äte eigen* .artige, unpergleidjlid) fein nuancierte parfümieruug 3urücfjufüt|ren. Der 3arte, fat?neär|nlia?e, balfamifdje Sdjaum ift von föftlidber Jrtfdje |unb übt eine nmnöerbare, fonfertnerenoe IDirfung auf bie £>aut aus. 3ebes Bab, jede £Dajd?ung mit IHoufon's 39em°s(8olb bebeutet *ine : (Erquicfung für ben Körper unb eine Stärfung für ben ftautorganismus, a>ie idjt ©erben fann.