Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 14 (1914)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1914)
- Article
- Berichtigung
- Date
- 1914-07-01
- Page
- Seite 531 - 532 (sequence 2)
- Language
- German
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531 Berichtigung. 532 auf authentischen Beobachtungen beruhen. Nur eine Bemerkung. Wenn die Erwiderung' der Alliance hervorhebt, daß ich früher in meiner Neuesten Geschichte des jüdischen Volkes ' den französischen Charakter des Unterrichts in den Alliance-Schulen präzisiert" hätte, während ich jetzt in dem Jahrbuch nur von dessen abendländischem System spräche, so hat sich eben in diesen letzten Jahren das System einigermaßen gewandelt, vielleicht nicht ganz ohne Nachwirkung meines Hinweises in der „Neuesten Geschichte". Ich durfte also jetzt nicht mehr in derselben Weise „präzisieren", wie damals. Wenn man theoretisch über die Unterrichtsmethode verschiedener Meinung sein kann, so entscheidet sich praktisch ihr Wert durch ihre tatsächlichen Wirkungen. Und da möchte ich noch einmal die Herren Leiter der Alliance einladen, die Hauptorte der asiatischen Türkei zu besuchen. Sie würden dann sich sofort überzeugen, daß. die soziale, intellektuelle und materielle Lage unserer dortigen Glaubensgenossen genau so traurig ist, wie-ich sie wiederholt geschildert habe, daß sie immer mehr hinter das griechische und armenische Element zurücktreten. Weil ich nun überzeugt bin, daß unsere türkischen Glaubensgenossen von Natur nicht minder begabt sind als Griechen und Armenier, kann die Schuld an diesen Zuständen meines Erachtens nur an den Mängeln ihrer literarischen und technischen Ausbildung liegen, wie sie solche durch die Schulen der Alliance erfahren, die seit beinahe einem halben Jahrhundert in den meisten Orten der Levante — Palästina ausgenommen — das Unterrichtsmonopol für die Israeliten besitzen und üben. Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, daß diesem Uebelstande nur durch Errichtung von Mittel-, Real- und Handelsschulen, Gymnasien, technischen Lehranstalten und einer Universität abgeholfen werden könne. Die „Erwiderung" bezeichnet diese Ratschläge als Schimären, eines real denkenden Historikers unwürdig. Wie denn? Haben nicht andere Vereinigungen, wie Zionisten und „Hilfsverein", seitdem die von mir empfohlenen Anstalten mit bestem Erfolge begründet, die Universität wenigstens angestrebt — freilich nicht immer auf den mir richtig scheinenden Grundlagen? Weiß davon die geehrte Leitung der Alliance nichts? Höhere Mädchenschulen, Gewerbeschulen. Realschulen, Gymnasien gedeihen bereits in Palästina, das Techni- Auszeichnung. Dem Mitgliede des Zentralkomitees, Herrn Rabbiner Dr. N. Porges in Leipzig, sowie dem Vorstandsmitglied der Freien Organisation, Herrn Dr. M. Brann in Breslau, ist der Professortitel verliehen worden. * * * Eingänge bei dem Bezirkskomitee in Nürnberg: Ebelsbach 6 M., Cronheim 4,90 M., Kitzingen 60 M. kum wird demnächst den schon zahlreich angekündigter. Zöglingen seine Pforten eröffnen, für die Universität wirc der Fonds gesammelt; und meine entsprechenden Vorschläge vor acht Jahren wären lediglich Ausgeburter einer kranken Phantasie? Man sehe doch auf Aegypten. Dieses Land steh seit langem unter europäischer Einwirkung. Die Folge davon ist, daß zahlreiche dortige Juden die Hochschuler des Okzidents besucht haben: und nun erblicken wir ir: Aegypten eine zahlreiche, angesehene jüdische Oberschicht — Juristen, Aerzte, große Finanziers. Im Gegensatze zu den Behauptungen der Erwiderung" finden also die liberalen Berufe im Orient wohl eine geeignete Stätte. Man schaue doch auf die an den christlichen Hochschulen des Orients gebildeten griechischen und armenischen Juristen, Aerzte, Finanzmänner, Fabrikanten und Reeder in Smyrna, Beirut, Damaskus usw., die prächtige Häuser und schöne, reinliche Straßen bewohnen und die Oberschicht der Bevölkerung bilden, und vergleiche damit die schmutzigen, engen, von einer armseligen .Masse bewohnten Judenviertel derselben Orte. Der abendländische Jude, dem hierbei nicht der glühende Wunsch erwächst: da muß eine Aenderung eintreten — der hat eben kein jüdische- Herz. Die Leiter der Alliance besitzen sicherlich ein solches, aber sie leiden an Unkenntnis der wahren Zustände in der Levante und lassen sich durch einige Lob- und Reklameschreiben beirren, die sich bekanntlich von jedem leicht besorgen lassen. Ungerecht ist der letzte Absatz der ,,Erwiderung", der mir vorwirft, ich habe übersehen, daß die Tätigkeh der Alliance sich nicht allein auf die Schulen beschränke. Diese angebliche ,,bedauerliche Lücke" in meinem Urteil besteht tatsächlich nicht. Vielmehr sage ich im „Jahrbuch" 1914, S. 5: ,.Gewiß ist sowohl der edle Eifer der an der Spitze der Alliance stehenden Männer wie das Verdienst anzuerkennen, daß diese sich durch Bekämpfung aller Ausschreitungen gegen die Juden in den orientalischen Ländern in reichem Maße erworben hat." Danach scheint ,,die bedauerliche Lücke" sich weniger in meinem Urteile als in dem des Herrn Verfassers der „Erwiderung * zu befinden. Berlin-Wilmersdorf, 4. Mai 1914. M. P h i 1 i p p s o n. Bei dem Lokalkomitee in Frankfurt a. M. ein gegangene Spenden: Frau Siegmund Una zurr 25. April 1914 100 M., Frau J. Dreyfuß zum 13. Ma 50 M., Herr Paul Durlacher zum 13. Mai 10 M. Frau Julius Bonn zur Erinnerung an den 29. Ma 20 M. Betrag der pro 1914 eingegangenen Mit gliederbeiträge: 5969,70 M. Schluss der Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle« Manches BON MOT werden Sie anJhrsm Heppenabend de? ainpegendenMctairig efnep feinen Ogareffe zu verdanken haben. Der Duft einer würzig aa?omafischen 5atemAIeikijm oder müden SalemGoldGgaiefev Maie.aranifepfc SfirrnnungurdteP den Gäsfen SALEM ALEIKUM SALEM GOLDciÄm! 9U„,„ < r^m'mtm «*3U / Preis W 3Vz 4- 5 6 6 ig CUV€I^SpUJlZne! 3>^5 6öiaPfg.d.Sfdt. THrfm^PiVma- OpienfTabak-ußgafeÄT «gÄgL Mi.HugoaefeJfoflieferairf BMiralRpma. Fa]DI%/yeindze:Dpesden^pSMi.lSmg5VDn5achsen Zu haben in den besseren. Cigarpen- Geschäften. ^Trustfrei!