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Ost und West · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. Seite 139 - 140

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Journal
Ost und West
Volume
14 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Article
Erklärung / Alliance Israélite Universelle / Landeskomitee <Deutschland> / Vorstand
Date
1914-02-01
Page
Seite 139 - 140 (sequence 1)
Language
German
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139 140 ............ ^A MITTEILUNGEN -"'ir/m ni: m o'my Bureau des Central Comifes:ParisA5,RuelaBruyere des Central-Comites der m AllianceJsraflile Universelle bf-nty Deutsches Bureau: CharloKenburg, Grolman -Str. ERKLÄRUNG. CTA T In der Januarnummer dieser Zeitschrift findet sich ein Artikel „Zur Sprachenfrage an den jüdischen Schulen Palästinas". In einem diesem Artikel angeschlossenen „Nachwort der Redaktion" werden Anschauungen vertreten, die — in dem Organ der A.J. U. erschienen — den Verdacht aufkommen lassen könnten, als wenn die Alliance Israelite Die Freie Organisation der A. J. U. erklärt hierzu, daß sowohl das Central-Comite der A. J. U. als auch sie selbst weit davon entfernt sind, sich mit dem vorbezeichneten Artikel zu identifizieren und daß die darin ausgesprochenen Ansichten sich keineswegs mit den Tendenzen der Alliance und der Freien Organisation decken. Universelle sich zu diesen Anschauungen bekenne Freie Organisation der Alliance Israelite Universelle. Der Vorstand. Dr. J. Ginsberg Vorsitzender. Rechtsanwalt Dr. ßaerwald. Frankfurt a. M. Prof. Dr. Kalischer, 2. Vorsitzender. Dozent Dr. Brann, Breslau. Senator Leopold Fischer, Hannover. DR. ADOLF SALVEN DI. Der am 23. Dezember 1913 in Karlsruhe erfolgte Tod des Herrn Dr. Adolf Salvendi, des ehemaligen Bezirksrabbiners in Dürkheim a. d. H., bedeutet einen überaus schweren Verlust nicht nur für die Alliance Israelite, sondern für sämtliche jüdische Institutionen und für alle diejenigen, denen es bekannt war, wie vielseitig und segensreich sich während über einem halben Jahrhundert dieser Mann, der in der Geschichte der jüdischen Wohltätigkeit einen hervorragenden Platz einnehmen wird, zum Besten der Judenheit zu betätigen wußte. Geradezu erstaunlich wirkt es, wenn man bedenkt, daß Dr. Salvendi, auf seine eigenen Kräfte angewiesen, ohne jede andere Mithilfe als die seiner treuen, ihm im Tode vorangegangenen Gattin, es vermochte, von einer kleinen pfälzischen Stadt aus, als deren Seelsorger er seit dem 30. Jahre und während über 40 Jahren wirkte, sozusagen ein Zentralbureau jüdischer Wohltätigkeit zu leiten, von wo aus er Aufrufe erließ, in stetem und regem brieflichen Verkehr mit einer Unmenge Korrespondenten, mit zahlreichen Institutionen stand. Man durchblättere nur, um einen annähernden Einblick in die Leistungen des Herrn Dr. Salvendi zu gewinnen, das Spendenverzeichnis, das er 38 Jahre lang veröffentlichte. Diese spaltenlangen Listen liefern nicht nur den Beweis des Ansehens, dessen er sich bei Tausenden von Glaubensgenossen erfreute, denen es ein Herzensbedürfnis war, jedem von ihm herrührenden Rufe zu folgen, sondern sie zeugen dafür, daß Dr. Salvendi überall hilfsbereit dastand, wo es sich darum handelte, jüdische Wohltätigkeit zu üben. Aus diesen „Blättern der Zedaka" ersieht man nämlich, wie es dem verewigten Wohltäter zu Herzen lag, überall da einzugreifen, wo Not unter Juden herrschte, wo ihnen irgendwie geholfen werden konnte. Es handle sich um die materielle Sicherstellung irgendeiner Erziehungsanstalt, einer Stiftung für Arme oder Kranke in Palästina, um die materielle Hebung durch Förderung der Kolonisation oder der Handwerke der Judenheit im heiligen Lande, deren Schicksal er sich ganz besonders annahm, es heiße eine Sammlung zugunsten einer hier von einer Katastrophe heimgesuchten, dort in eine furchtbare Not versetzten, anderswo der Verfolgung preisgegebenen jüdischen Kollektivität zu veranstalten — mit einem nie ermüdenden Opfersinn verstand es Dr. Salvendi, der großherzige „Sammler", an das jüdische Solidaritätsgefühl zu appellieren. Und wahrlich, mit Stolz hätte er, wäre er nicht eine so durchaus bescheidene Natur gewesen, auf diese langen Reihen bei jeder Gelegenheit bei ihm eingegangener Spenden zurückblicken dürfen, deren Gesamtergebnis sich nach Millionen beziffert. Daß unter diesen Umständen die Alliance als die erste unter den Organisationen zählte, die sein Be-

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