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Ost und West · 1914-01-01 · Heft 1 (Januar 1914) · p. Seite 91 - 92

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Journal
Ost und West
Volume
14 (1914)
Issue
Heft 1 (Januar 1914)
Article
Die Gezeichneten
Date
1914-01-01
Page
Seite 91 - 92 (sequence 11)
Language
German
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91 Dr. N. M. Nathan: Die Gezeichneten. 92 Zum Schluß wäre noch auf die Stellen des Werkes einzugehen, an denen der Dichter sich mit jüdischen Anschauungen und Bräuchen eingehender befaßt. Es ist dankbar anzuerkennen, daß Madelung das Leben der russischen Juden studiert, beobachtet, nachempfunden hat. Nicht nur vom Dichter ist es richtig, daß, wer ihn verstehen will, in seine Lande gehen muß — das hat der Verfasser unserer Erzählung erkannt, und das ist sein Verdienst. Deshalb brauchen wir auch nicht mit ihm zu rechten, wenn ihm hier und da Irrtümer oder halbrichtige Darstellungen unterlaufen, die bei einer zweiten Auflage leicht berichtigt werden können. Dahin gehören die Verlegung des Versöhnungstages auf den dreizehnten Tag nach Neujahr, die Anschauung, als beteten die Juden den Mond an („Die Widderhörner grüßen den Mond mit schmetternden Tönen, und die Männer wenden sich ihm zu und beten ihn an"), oder als sei die Thora Israel erst nach der vierzigjährigen Wüstenwanderung gegeben worden. Denn diese Irrtümer werden weit aufgewogen von einer von Liebe und Interesse zeugenden Versenkung in das religiöse Leben der russischen Juden, welcher wir eine wirklich poetische Darstellung des Monats Tischri mit seinen vielen Festen verdanken, in der selbst das Unessanne taukef- Gebet nicht fehlt. (Auch wo Madelung Segais Gedanken am Sterbelager seiner Mutter schildert, scheint er aus der jüdischen Gedankenwelt geschöpft zu haben: „Segal sah lange auf die Mutter, und je länger er sah, desto mehr schien er zu verstehen, daß der Mensch den Kampf des Lebens GIBT ES EINE SEIFE WELCHE dem £rü£tehen von Röteln. Flechten, Hautausschlägen. 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