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Ost und West · 1914-01-01 · Heft 1 (Januar 1914) · p. Seite 83 - 84

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
14 (1914)
Issue
Heft 1 (Januar 1914)
Article
Die Gezeichneten
Date
1914-01-01
Page
Seite 83 - 84 (sequence 7)
Language
German
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S3 Dr. N. M. Nathan: Die Gezeichneten. 81 er durch Inszenierung' eines RLualmordes und eine geschickte Hetze die Leidenschaften einer ungebildeten, zügellosen und vertierten Menge aufgewühlt hat. Hanne-Liebe wird gerettet, und eine spätere Zeit findet sie mit dem Jugendfreund vereint „in einer kleinen Stadt an einem der italienischen Seen, gesegnet von einer großen Liebe, befreit in der Läuterung des Lebens, deren Name Leiden ist". Dies der Inhalt des Romans. Daß er Zeugnis ablegt von einer seltenen Beobachtungsgabe und einer großen Gestaltungskraft, wurde schon eingangs bemerkt. Denn es kann schwerlich einen spröderen Stoff geben, als ihn die beiden Worte Ritualmord und Pogrom bezeichnen. Wie ist es möglich, hier, wo die größte Realistik die Wirklichkeit kaum zu erreichen vermag, dennoch den Gesetzen der Aesth> tik gerecht zu werden! Madelung ist dieser Forderung nachgekommen. Ergreifend ist die Schilderung der — man sucht vergebens nach dem rechten Worte — höllischen Gedankengänge, mit denen der im Gewände eines Mönches wandelnde Spitzel bei dem jungen Menschenkinde verweilt, das er zum Opfer des Ritualmordes ausersehen hat, das er an sich zu fesseln und dessen kindliches Vertrauen er zu erschleichen weiß. „Er stellte sie sich vor in den kleinsten Einzelheiten, verweilte lange bei ihrer kleinen festen Mädchenbrust, den feingerundeten Beinen, die gleich zwei schlanken Stengeln den geschlossenen Blumenkelch der Hüften trugen. Er verzog das Gesicht zu einer schmerzlichen Grimasse, so oft er sich das kleine unmündige Weib vorstellte, und entblößte ihre zarten Glieder, wie man die Blätter von einer Blume pflückt, Blatt für Blatt. Und wenn sie endlich ganz nackt vor ihm stand, sah er weiter, wie jemand sie mit sich lockte zu einem heimlichen und dunklen Ort, ihr wehtat und ihr den feinen Hals zudrückte, bis sie nicht mehr schrie und ganz still und ausgestreckt auf der Erde lag." Und von einem feinen künstlerischen Verständnis zeugt es — es erinnert an die Teiehoskopie, die wir aus den Gesängen des alten Homers kennen —, daß der Verfasser uns das Entsetzliche des Mordes, der ja den Höhepunkt des Werkes bildet, nicht mit — sondern in der Schilderung des verführten Mörders nur nacherleben läßt. „Erst gibst du mir Gognac fin-fin. . . . Dann führst du. mir das Mädchen zu . . . zeigst ihr, wo ich hause. . . . Und lässest mich allein mit ihr. . . . Und als sie schrie, da . . . da . . . ich versteh' nicht. . . . Ich hielt sie gar nicht lange um den Hals gefaßt. . . . Sie muß einen giftigen Pilz gegessen haben . . . oder auch irgend jemand hat . . . irgend jemand hat . . ." Hier hört man förmlich das Aechzen des über seine Tat selbst entsetzten Mörders, sein Grauen über das Unfaßbare, das sich da ereignet — und wir sehen den Stifter all des Unheils, das schon geschehen, und des größeren, das noch kommen soll, mit eisiger Ruhe und starrem Antlitz neben seinem Opfer einherschreiten, weiter, weiter, seinem bluterfüllten Ziele zu. . . . Und solcher gewaltigen Szenen gibt es in dem Werke eine ganze Fülle. Welch großer dichterischer Zug tKönigsfljeder-efe/fe CHZ. 1,— ^Königsfljeder-^Rj'ecß/cissen <2JZ. V AyjfiJ* /7779 pr&7*7*jsk?** cine ralione^e Hautpflege überaus JriiCLCI2 JLLLl JlICTJjlG^I^ u>id}ttg, öenn ein anfpredjenöes 2(eu§ere - un& 511 einem folgen gehört nicht suie^t eine gefun6e, frifcfje f}autfarbe — bilöet ein unumgängliches <£rf oröernis im privaten, urie auch im gef djaf tlid?en Derf efjr, Ztloufon's 3gemo*Seife beeinflußt öie fjautgefäge in öer öenfbargünftigftenEDeife; ftc fördert un6 reguliert 6en (Erneuerungsprosef öer £jaut un6 fd)afft, redjtseitig angewendet, mit j Sicherheit einen gleichmäßig frönen, f laren, f rif eften geint. 2Ttan beobachte öie infolge 16er präferpattoen, fonferpierenöen IDirtung ftd} ergebende, unmittelbar nach &em I IDaf d>en bemerfbare, n>obItuen6e (Blatte un6 (glaftuität 6er flaut. — Ueberall fauflich I Literatur foftenfrei! £abr. 3. &. fllouTon & Co., franhfart a. Iß*, <Begr. \?98. Jgemo-Grün 30 Pfg., Jgemo-Blau 50 Pfg., Jgemo-Gold 80 Pfg. 9ncwcfis&geMü Seife

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