Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- Heft 8-9 (August-September 1910)
- Article
- Die israelitische Kultusgemeinde Wien
- Date
- 1910-08-01
- Page
- Seite 519 - 520 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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519 Siegmund Husserl: .Die .israelitische. Kultussemeinde Wiei 520 Wilhelm Ritter v. Gutinan.....(1866) 1890—1892 Gustav Simon ........... (1871) 1890 Moritz Earpeles.........! . (1890) 1891-1896 Dr. Gustav Kohn..........(1887) 1891—1896 Moritz'Leinkauf........ . (1891) 1896 * Wilhelm Stiassny ........(1880) 1897—1905 Theodor Ritter von Goldschmidt . . (1889) 1897-1907 *Dr. Adolf Stein..........(1897) 1897 Moritz Hirsch........... (1897) 1898-1903 Dr. Maximilian Steiner.....(1886) seit 1898 * Dr. Felix Katzau.........(1901) 1901-1*09 Arthur Edler von Mieses......(1897) 1901—1903 Dr. Benjamin Rappaport......(1899) 1901-1909 Theodor Ritter v. Taussig . . . . (1901) 1901-1906 *Dr. Alfred Berger.........(1897) 1904—1909 Wilhelm Kuffner........(1901) seit 1905 Salo Cohn............(1890) „ 1906 Dr. Leopold Kohn........(1907) „ 1907 *Bernhard Pollak Edler v. Parnau. . (1907) 1907—1908 Max Frank........... (1907) seit 1909 Dr. Josef Pollak.........(1907) „ 1910 Leopold Sachs........... (1905) 1910 Dr. Markus Spitzer ....... (1897) seit 1910 Der Vermögensstand der Gemeinde stellte sich Ende der nachbezeichneten Jahre wie folgt dar: Aktiv. Passiv. 1860 K. 100 797 1870 ... . . K. 124 928 1880 „ 6 933 3890 „ 5 253 1900 8 486 1909 „ 241518 Die Zunahme der jüdischen Bevölkerung Wiens. Jahr ^er 3 Clrlisclien. % der Gesamts 1 Einwohner bevölkerung 1780 57013) 0,3 1790 84213) 0,4 * verblieben jedoch weiter im Kultus-Vorstand. 33) Diese Daten sind den mir freundlichst zur Verfügung gestellten, in der Bibliothek des Wiener statistischen Jahr Zahl der jüdischen % der Gesamt- "°"H Einwohner bevölkerung 1799 143113) 0,6 181U 910 0,4 1820 1560 0,6 1830 2536 0,8 lö40 7136 2 1850 9675 2,3 1857 15 600 3,3 1864 29 234 5,L 1869 40 230 6.6 1880 72 590 10,3 J890 118 495 8,914j 1900 146 926 9,9 1910 182 700 9,9 Amtes befindlichen Original-Zählungsbögen entnommen; wie aus denselben weiter ersichtlich, wurden insgesamt im Jahre 1780 53 Familien „ 1790 170 „ 1799 303 konskribiert. Hierzu sei bemerkt, dass die seitens der Tolerierten alljährlich dem Judenamte vorgelegten Familienlisten nachstehenden Familienstand aufweisen: pro 1787 66 Familien „ 1793 102 „ 1800 =121 „ „ 1810 113 „ 1820 135 „ 1830 =121 „ 1840 152 „ und endlich die letzte Liste vom Jahre 1847 197 Familien. Die Daten vom Jahre 1810 angefangen — die fettgedruckten Bevölkerungsziffern sind Zählungs-, die übrigen Rechnungsergebnisse — sind den Publikationen der k.k. statistischen Zentral-Kommission, den statistischen Jahrbüchern der Stadt Wien, teilweise auch Prof. A. Beckmanns „Wien im XIX. Jahrhundert" entnommen. l4) Die Herabminderung des Prozentsatzes im Vergleich zu dem Ergebnisse des Jahres 1890 ist darauf zurückzuführen, dass der Zuwachs der Bevölkerung aus den im Jahre 189 L einverleibten Vororten, heinahe ausschliesslich den Katholiken zugute kam. DAS STEUERWESEN DER WIENER KULTUSGEMEINDE. Von Max Frank, Wer als Fremder das erstemal Wien besucht, wird sicher bald nach seiner Ankunft den Stefansplatz aufsuchen und das hochinteressante Bild, welches sich ihm dort bietet, auf sich einwirken lassen; und wenn er von diesem altberühmten Zentrum entweder durch die Kärntnerstrasse der Oper oder durch die Kotenturm Strasse dem Franz- Joseph-Kai, der kommerziellen City zustrebt, wird er mit Erstaunen sehen, dass dieses so sehr verkleinerte, und von den Einheimischen am allerwenigsten gewürdigte Wien an Reichtum des Lebens, an Fülle der Bewegung und an Schönheit des Aussenbildes getrost mit jeder anderen Weltstadt in Konkurrenz treten kann. BlendencLe Schaufenster fesseln das Auge, der berühmte Fiaker mit seinem „feschen Zeugel" windet sich in eleganter Bewegung durch die wogende Menge, .Automobile sausen vorher und' Wiener Frauen mit Mitglied des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde. Nachdruck verboten. ihrem unnachahmlichen Chic und Farbensinn bilden eine herrliche Belebung des grossstädtischen Bildes. Wenn man aber, um dem Gedränge zu entgehen, in eine Seitengasse, eine Art Durchgang, aus einem einzigen Hause bestehend, abbiegt, dann bleibt man einen Augenblick ganz verwundert stehen, und denkt unwillkürlich an das Märchen von Andersen, die Galoschen des Glückes, welche die Gabe haben, einen in längstvergangene Zeiten zurückzuversetzen. Denn hier lebt noch das Wien vor der Stadterweiterung, keine Fiaker und Automobile, keine mächtigen Schaufenster mit ungeheueren Spiegelscheiben, nur kleine Läden, enge Strassen zwischen himmelhohen Häusern, ein stets etwas schlüpfriges Pflaster, da die spärlich einfallenden Sonnenstrahlen den Boden nur unvollständig zu trocknen vermögen. — Jeder Fremde :erregt Verwunderung und Neugierde, denn selten