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Ost und West · 1910-08-01 · Heft 8-9 (August-September 1910) · p. Seite 495 - 496

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Journal
Ost und West
Volume
10 (1910)
Issue
Heft 8-9 (August-September 1910)
Article
Die israelitische Kultusgemeinde Wien
Date
1910-08-01
Page
Seite 495 - 496 (sequence 2)
Language
German
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495 Siegmund Husserl: Die israelitische Kultusgemeinde Wien. 496 Leopold Edler von Wertheimstein geb. 1801 — gest. 18S3. Präsident: 1853—1863. Josef Ritter von Wertheimer geb. 1800 — gest. 1887. Präsident: 18G4—1867. mehr gestattet; ebensowenig durften sie Grundbesitz erwerben oder ein Gewerbe ausüben. Nur um den durch ihre Wiederzulassung angestrebten Zweck — die neuerliche Erschliessung einer ergiebigen Steuerquelie — nicht zu gefährden, wurde ihnen als einziger Erwerbszweig der Kleinhandel uneingeschränkt belassen. Die wenigen Rechte, welche sieh die Judenschaft vor ihrem erzwungenen Abzüge durch hohe Abgaben erwirkt hatte, wurden ihr nicht mehr zugestanden und mussten nun von einzelnen aufs neue erkämpft werden; hierbei waren sie weit mehr als früher der Willkür einzelner Beamten ausgesetzt. Unter solchen Umständen konnte natürlich von einem eigentlichenGe- ^^Ik^' -■■-Sfc^ ■'■ '^0^ /.« Ii*. meindeleben keine Eede sein; unsere Voreltern mussten sich auf gemeinschaftliche Beligionsiibungen in dumpfen Kellerräumen beschränken. Die Entwicklung dieses religionsgenossenschaftlichen Verhältnisses konnte aber trotz aller Ausnahmegesetze, welche zumeist für die Wiener Juden noch eine Verschärfung3) erfuhren, nicht ganz unterdrückt werden; denn bereits im Jahr 1763 wurde die Neugründung der sicherlich auch schon früher bestandenen Chewra-Kadischa in Angriff genommen.4) Jonas Freiherr von Königswarter geb. 1807 — gest. 1871. Präsident: 1868—1871. 3) Am prägnantesten wird dies durch die sogenannte „Judenordnung" vom 29. Oktober 1723 und die „neue verbesserte Judenordnung" vom 5. Mai 1764: illustriert. 4) Vergl. Dr. Bernhard Wachsteia „Die Gründung der WienerChewraKadischa

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