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Ost und West · 1910-06-01 · Heft 6 (Juni 1910) · p. Seite 373 - 374

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Journal
Ost und West
Volume
10 (1910)
Issue
Heft 6 (Juni 1910)
Article
Schach
Date
1910-06-01
Page
Seite 373 - 374 (sequence 2)
Language
German
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373 Dr. Emanuel Lasker: Schach. 374 : annähernd wenigstens, im Gehirn der Spieler zu der ihnen dort möglichen Reife gelangt. Die gewöhnlichen Mängel der Kombinationen, die dem Tumult der Leidenschaften während emer schnell gespielten Partie zuzuschreiben sind, werden in der Korrespondenzpartie ausgeschaltet. Deswegen bringen Korrespondenzpartien häufig Gedanken von eigenartiger Tiefe und Schönheit zu Tage. Als ein Beispiel diene die folgende Partie, die durch Korrespondenz zwischen den Herren R. Mikulka, Weiss, und K. Weber, Schwarz, gespielt wurde. Sie ist in ihrer Anlage durchaus nicht fehlerfrei, jedoch würde die Kombination, durch die sie schliesslich gewonnen wurde, jedem Schachmeister zur hohen Ehre gereichen. Damengambit. 1. d2—d4 ' d7—d5 2. c2—c4 e7—e6 3. Sbl—c3 Sg8—f6 4. Lei—g5 Lf8—e7 5. e2—«3 Sf6—e4 6. Lg5xe7 Dd8xe7 7. Sgl--e2 Se4 x c3 Hier begeht Schwarz einen erheblichen Fehler. Er sollte zunächst mit Se4—f6 fortsetzen, um dann 0—0, Tf8—d8, c7—c5 folgen zu lassen. Durch den Abtausch entwickelt er den schlecht postierten S auf e2 und den Lauf er auf fl. 8. Se2 x c3 d5 x c4 9. Lüxc4 0—0 10. Ddl—f3 .... Weiss nutzt den Vorteil gut aus. Er lässt sich die Möglichkeit der langen Rochade und verhindert b7—b6. 10..... Sb£-d7 11. 0—0—0 Sd7—f6 12. g2—g4 c7—c6 13. e3—e4 De7—b4 Er sucht Kompensationen auf der Damenseite, doch sie sind nicht zu haben, Auf der Königsseite und im Zentrum ist er kompromittiert. 14. Lc4—b3 Tf8—d8 15. e4—e5 Sf6—d5 16. Sc3—e4 .... Die bekannte tödliche Schwäche des Schwarzen auf d6 ist das Motiv der beiden letzten Züge des Weissen. 16..... b7—b6 17. g4-g5 .... Der Beginn einer vorzüglichen Kombination. 17..... ' Lc8—b7 18. Se4—d6 Td8—d7 19. Lb3—c2 c6—c5 20. a2—a3 Db4—a5 21. Lc2xh7f Kg8xh7 22. g5-g6t .... Die Pointe. Wenn 21) f7xg6, so Df3—h3f und dann Dh3xe6f. Auf 21) Kh7xg6 entscheidet Df3—h3. 22..... Kh7—g8 23. g6xf7t Kg8—f8 24. Thl—gl Td7xd6 25. Tglxg7 Td6—d8 26. Tdl—gl Es droht nun Tg7—ggf, Kf8—e7, f7—f8f, Td8 x f8, Tgl—g7|. Schwarz gibt auf. Unser Problem No. 5 aus dem Maiheft wird gelöst durch 1) Kf3—f2. Aus den Antwortzügen des Schwarzen ergeben sich sieben Varianten: I. 1) ... Da8—a7f; 2) Td5—d4 matt. II. 1) . . . Lg5—e3f; 2) Db3 xe3 matt. III. 1) . . . Sc8xe7; 2) Sg6—f8 matt. IV. 1) . . . Lg5xe7; 2) Sg6—f4 matt. V. 1) . . . Sc8—d6; 2) Td5—e5 matt. VII. 1) . . . bei. anders 2) Db3—h3 matt. Problem No. 5 wurde richtig gelöst von Leo Brandt, Landsberg a. W.; Cilly Cohn, Rawitsch; Emil Frank, Braunschweig; Samuel Gelmer, Essen; Kaiman Tarter, Suczawa (Bukowina); Mechel Trommer, Suczawa; Josef Weinberg, Suczawa; Marcus Wittenberg, Breslau. Das Los entschied zu Gunsten von Emil Frank. Braunschweig. Problem No. 6. Ans dem Turniere des .,Western Daily Mercury". Schwarz (elf Figuren). ■i Ä s» lf 9 II lH * 'WM pj®® iPWlP ■jOi p^^ll ■JÄÖI B £w> Hl w w §§ Weiss (elf Hguren). Weiss zieht und setzt in drei Zügen matt. DR. ALEXANDER STEIN, EH1 Auch von Männern, die im öffentlichen. Leben stehen, gilt bisweilen der Satz, dass diejenigen nicht die schlechtesten sind, von denen man am, wenigsten spricht. Von Rabbinern gewiss! Das Interesse der jüdischen Gesamtheit fordert ja heute mehr denn je ein] Heraustreten der Rabbiner aus ihrer engern EN-RABBINER VON WORMS. Nachdruck verboten. Berufssphäre in die breite Oeffentlichkeit, und" die jüdische Welt zollt diesen, um Verbreitung jüdischen Wissens und jüdischer Gesinnung verdienten, wackern Männern gewiss Dank und Anerkennung. Aber es wäre Irrtum, zu glauben, dass die Leistung des praktischen jüdischen Theologen, der ganz und gar in seiner Berufs-

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