Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1910)
- Article
- Aus den Alliance-Schulen [Nachricht]
- Date
- 1910-05-01
- Page
- Seite 339 - 340 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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339 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle. 340 Aus den Alliance-Schulen. Ans Cavalla (Europäische Türkei) berichtet der dortige Alliance-Schuldirektor Herr Bassert: Sie haben gewiss von den Sammlungen gehört, die in allen türkischen Städten zugunsten der Flotte veranstaltet werden. In Cavalla haben unsere Glaubensgenossen sichdurch Opferwilligkeit ausgezeichnet. Diese Begeisterung hat sich unsern Zöglingen mitgeteilt, die von mir die Erlaubnis erbaten, unter sich eine kleine Sammlung vorzunehmen. Natürlich habe ich sie in ihrer Absicht bestärkt und ihnen moralische und materielle Hilfe gewährt. Sie haben die kleine Summe von 232 Piaster zusammengebracht, die mit einem Begleitschreiben dem Präsidenten der Flottenkommission zugestellt wurde. Dieser antwortete: „Die von Ihren Kindern — auf türkisch: Cherubin — an den Tag gelegte Grossherzigkeit und Hingebung für die Grösse und das Gedeihen unseres heiligen Vaterlandes hat auf alle Mitglieder unserer Kommission den angenehmsten Eindruck gemacht. Wir beglückwünschen ganz besonders unsere guten Freunde, die Lehrer, dass sie den ihrer Fürsorge anvertrauten Kindern so patriotische Gefühle einzuflössen verstanden haben." * * * Westhofen i. Eis, Herr Rabbiner Dr. Victor Marx ist nach Darmstadt berufen worden. Herr Dr. Marx hat in seinem hi>herigen Wirkungskreis die Alliance Israelite Universelle mit eifolgreichem E fer vertreten, wofür wir ihm an dieser Stelle herzlichen Dank sagen. Unsere besten Wünsche begleiten ihn in sein neues Amt. Herrn S. Mai, der die Freundlichkeit hatte, die Führung der Geschäfte der Alliance in Westhofen zu übernehmen, begrüssen wir mit freundlichem Willkommen. * * * Frankfurt a. M. In den ersten vier Monaten dieses Jahres sind bei dem hiesigen Lokal-Comite folgende Spenden eingegangen: Von Herrn Heinrich Bauer 50 Mk; von Herrn Isidor Wolff zum Andenken an Frau Franziska Wolff geb. Schwab 100 Mk.; von den Hinterbliebenen des Herrn Professor Dr. A. Loehren 100 Mk.; von Frau Sigmund Una zum 25. April 100 Mk.; in Summa 350 Mk. * * * Neue Alliance-Schulen. Alsbald nach seiner Ankunft in Sanaa, wohin er in besonderer Mission geschickt war, hat Herr Jomtob Semach die Dringlichkeit der Einrichtung einer Schule dort erkannt. Er wurde telegraphisch ermächtigt, die Schule unverzüglich zu eröffnen. Den ersten Bericht des Herrn Semach werden wir im nächsten Heft veröffentlichen. % % Die Alllance-Schulen in Adrianopel. Herr Mitrani berichtet aus Adrianopel: Die Alliance-Schulen hier, die sich stets grossen Ansehens erfreut haben, sind immer mehr in Aufnahme. i£s vergeht keine Woche ohne den Besuch irgend einer hervorragenden Persönlichkeit, die aus eigener Anschauung die Fortschritte unserer Zöglinge, die Vielseitigkeit unseres Unterrichtsplans kennen lernen will. Der Generalgouverneur Adil Bey, der französische, der russische Konsul, der Grossrabbi und zahlreiche andere Notable der Bezirks- und Stadtverwaltung sind nacheinander in die Knaben- und in die Mädchenschule gekommen, wo sie viele Stunden lang die Zöglinge prüften und an sie ebenso schmeichelhafte wie ermutigende Worte richteten. Der Besuch des Gouverneurs war besonders interessant. Er kam um 10 und blieb bis 2 Uhr. Wie ein ordentlicher Lehrer — der er gewesen ist — prüfte er acht Klassen aus der türkischen Sprache, Geschichte, Geographie, Rechnen und anderen Gegenständen. Die Zöglinge antworteten türkisch mit einer Sicherheit und Klugheit, die die Bewunderung des Vali und seiner Umgebung hervorriefen. Bei der ßückkehr in den Konak sagte er zu dem Grossrabbi und dem versammelten Rat: „Wir müssen unsere Kinder in die Alliance-Schule schicken, damit sie türkisch lernen." % # Saloniki. Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Konstantin opel, Herr Üskar Strauss, war am 11. März in Saloniki und besuch'e hier die Talmud-Tora und die Knabenschule der Alliance. An eine ihn bewillkommnende Abordnung richtete er eine herzliche Ansprache. Er verglich die gastfreundliche Türkei, die ihre Häfen den aus Spanien vertriebenen Juden öffnete, mit Amerika, wo die Juden volles Bürgerrecht genessen. Er erinnerte, dass Amerika 1492, dem Jahr der Juden Vertreibung aus Spanien, entdeckt worden sei, und stellte die Juden Amerikas ala nachahmenswertes Beispiel hin, Er empfahl den Israeliten, treue Bürger des Vaterlandes 7u sein und in der Armee als würdige Söhne der Türkei zu dienen, Er könne nicht verstehen, dass die Israeliten noch immer spaniolisch sprächen, die Sprache der Verfolge ihrer Vorfahren. Die Israeliten der Türkei sollten nur türkisch sprechen, wie die amerikanischen Israeliten englisch sprechen. * * * Die jüdische Einwanderung in den Vereinigten Staaten im Februar 1U10. Un-er den im Monat Februar in eleu Vereinigten Staaten gelandeten 57 980 Einwanderern befanden sich 4347 Juden gegen 2 953 im gleichen Mcat des Vorjahre*. Von diesen kamen: 2 352 aus Russland, 573 aus Oesterreich, 109 aus Ungarn, 573 aus JRumänien, 160 aus England etc. etc. 2 740 von diesen Einwanderern verblieben im Staate New York, während der Best sich auf die übrigen Staaten verteilte. Verscheuchen Sie die trüben Gedanken, indem Sie von Zeit zu Zeit eine feine Salem flleikum- Cigarette rauchen. Das Aroma der hierzu naturell verarbeiteten Tabake wirkt beruhigend auf die Nerven. Salem Aleikum-Cigaretten sind außer zu 3%, 4, 5 Pfg. das Stück auch in Luxusq aal i täten zu 6, 8 und 10 Pfg. erhältlich. Diese Cigarette wird nur ohne Kork, ohne Goldmundstuck in einfachster Verpackung verkauft. Bei diesem Fabrikat sind Sie sicher, daß Sie Qualität, nicht Konfektion bezahlen. Echt mit Firma: Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik „Yenidze", Inh. Hugo Zietz, Dresden. Verantwortlich für den allgemeinen Teil: Chefredakteur Leo Winz, Berlin W. 15, Knesebeckstr. 48/49. Verlag „Ost und West", Leo Winz, Berlin S. 42. - Druck von Beyer & Boehme, Berlin S. 42, Wasserthorstr. 50.