Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- Die Israeliten in Kaserun [Nachricht] / Nataf
- Date
- 1910-03-01
- Page
- Seite 207 - 208 (sequence 2)
- Language
- German
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207 Mitteilungen der AUiance Israelite Universelle. 208 Ausnahmemassregeln zurückgezogen würden. Ich bat den Generalgouverneur, für Rücknahme der erwähnten Anordnungen zu sorgen. Saham-ed-Dowlet forderte sofort telegraphisch den Gouverneur von Kaserun auf, seine Haltung zu rechtfertigen, und erinnerte ihu daran, dass unter dem liberalen Regime der. konstitutionellen Regierung ein Unterschied zwischen Muselmanen und Israeliten, die alle persische Untertanen seien, nicht gemacht werden dürfe. — Ich dankte lebhaft für diesen neuen Beweis unparteiischer Gesinnung und telegraphierte das Ergebnis meines Einschreitens nach Kaserun. Seitdem ist der Gouverneur von Kaserun hinsichtlich unserer Glaubensgenossen zu besserer Gesinnung gekommen. Natal * * * Jacob H. Schiff und Einwanderungskommissar Williams über die jüdische Einwanderung in Amerika. Auf der Jahresversammlung der „Hebrew Sheltering & Immigrant Aid Society" in New York hielt vor kurzem der bekannte New Yorker Finanzmann und Philantrop Jacob H. Schiff eine bemerkenswerte Ansprache, die von der gesamten amerikanischen Presse mit Beifall registriert worden ist. Herr Schiff sagte: „Eine Million Juden in einer Stadt wie New York — denkt nur daran I Diese Million Juden ist der Stadt keine Bürde, sondern ein Segen geworden. New York würde ohne die Einwanderung der russischen Juden nie die mächtige Handels-Metropole geworden sein, die es ist. Ich gebe diese Erklärung nicht ab, um mir ihren Beifall zu erwerben, sondern weil es Tatsache ist. Durch die russisch-jüdische Einwanderung sind unser aller Begriffe über unsere freiheitlichen Institutionen, unsere Bürger-Ideale, hehrer geworden. Indes» die Aufnahmefähigkeit New Yorks hat eine Grenze. Amerika muss die russischen Juden aufnehmen, erstens, weil die Leute irgendwohin müssen; zweitens, weil dies Land gross genug ist, um ihnen Raum zu gewähren, und drittens, weil das Land sie tatsächlich braucht. Wir müssen lernen, die Einwanderung zu regulieren, und zwar in unser aller Interesse. Wir müssen uns auf den Standpunkt stellen, dass nur die Befähigten zuzulassen sind und dass dieselben auf das Land verteilt werden müssen. Ein Anfang ist gemacht worden, indem die Hafenstädte am Golf für die Einwanderung geöffnet worden sind. Wir müssen die Ankömmlinge in das grosse amerikanische Hinterland jenseits des Mississippi-Stromes leiten. Derart kann leicht weiteren zwei bis drei Millionen Raum geboten werden. Natürlich kann dies nur langsam geschehen, doch geschehen muss es, und wenn ich derart rede, so dürfen Sie nicht glauben, dass ich dies tue, weil ich in der oberen Stadt wohne und viele hier vielleicht in der unteren Stadt. Die Sache geht uns alle gleichviel an, und alle müssen wir bei dem grossen Yerteilungsproblem mithelfen. Es geht nicht an, dass die in New York Wohnenden ihre sämtlichen Verwandten auch hier behalten wollen. Ich habe mir die Ankömmlinge angesehen, die jetzt die Reise über den Ozean machen. Es sind vortrefflich aussehende Menschen, kräftig und intelligent, auch wenn sie nicht sämtlich 25 Dollar in der Tasche haben. Ich habe das Empfinden, dass die Arbeit, die ich im Interesse dieser Hilfseinwanderungsgesellschaft verrichte, die beste ist, die ich je ausgeführt habe; die beste Arbeit, die überhaupt ein amerikanischer Bürger im Interesse seines Landes vornehmen kann." Was der genannten Versammlung eine noch grössere Bedeutung verlieh, war die Anwesenheit des Einwanderungskommissars Williams von Ellis Island. Der Einwanderungskommissar sagte ungefähr folgendes: „Jede wichtige öffentliche Frage hat zum mindesten zwei Seiten, die Einwanderungsfrage hat dies auch. Es gibt Leute, die erklären, dass sämtliche Ankömmlinge zugelassen werden sollten, und dann gibt es andere, die den Standpunkt vertreten, dass möglichst überhaupt keine Fremden ins Land sollten. Ich stimme weder mit den einen noch mit den andern überein, vor allem aber nicht mit der letzterwähnten Klasse. Meine Tätigkeit auf Ellis Island, wo ich oft lange Keinen von Menschen mit Muskelkraft und gesunder Vernunft gesehen habe, hat mich gelehrt, dass dasLand durch die Einwanderung Vorteil hat. Was neue Gesetze anbetrifft, so habe ich über diese Frage nichts zu sagen. Sie geht die Gesetzgeber in Washington an." Nach Spiel und Tanz Salem Aleikum-Cigaretten sind aufier zu 3Y2, 4, 5 Pfg. das Stück auch in Luxusqualitäten zu <», 8 u. 10 Pfg. erhältlich. Diese Cigarette wird nur ohne Kork, ohne öoldmundstück verkauft. Bei diesem Fabrikat sind Sie sicher, daß Sie Qualität, nicht Konfektion bezahlen. bereitet köstlichen Genuß die Cigarette des Feinschmeckers: „Salem Aleikum". 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