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Ost und West · 1910-03-01 · Heft 3 (März 1910) · p. Seite 177 - 178

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Journal
Ost und West
Volume
10 (1910)
Issue
Heft 3 (März 1910)
Article
Zur Geschichte der Schachwettkämpfe um die Meisterschaft der Welt
Date
1910-03-01
Page
Seite 177 - 178 (sequence 2)
Language
German
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177 Erich Cohn: Zur Geschichte der Schachwettkämpfe um die Meisterschaft der Welt. 178 und 4 endeten unentschieden. Ein Revanchewettkampf, der 1896 in Moskau zustande kam, bestätigte dieses Resultat: Lasker siegte wiederum mit 10 Gewinnen gegen 2 Verlustpartien und 5 Remisen. Er befestigte dann im Lauf des nächsten Jahrzehnts durch glänzende Turniererfolge seine Vorkämpferschaft und behauptete sie in siegreichen Wettkämpfen gegen Marshall, Dr. Tarrasch und Janowski. Marshall verlor 8 Partien, gewann keine und machte 7 Spiele unentschieden. Dr. Tarrasch brachte es auf 3 Gewinnpartien gegen 8 Verluste bei 5 Remisen, und der glänzende Sieg Laskers über Janowski, der von zehn Partien nur eine gewinnen konnte, zwei unentschieden machte und sieben verlor, ist noch in frischer Erinnerung. Um so bewundernswerter ist der Erfolg des Wiener Meisters Carl Schlechter, der in dem soeben beeßdeten Match von zehn Partien zwar die Weltmeisterschaft nicht an sich bringen konnte, aber erhobenen Hauptes den Kampfplatz verlassen durfte. Er ist der erste, der Lasker standgehalten hat; mit 5 : 5 blieb der , Wettkampf unentschieden. Schlechter wird nun in einem grossen Match, in dem, wie in den früheren WeltmeisterschaftskSmpfen, nur die Gewinnpartien zählen werden, zu zeigen haben, ob er auch auf eine grössere Distanz dem Weltmeister gewachsen ist und ob es ihm, wie seine Freunde hoffen, gelingen kann, den bisher unbesiegten Champion vom Thron zu stossen. EINE BERICHTIGUNG. In dem Aufsatz „Zwei jüdische Kongresse" von Dr. Simon Bernfeld, der im Februarheft von „Ost und West" zum Abdruck gelangt ist, befindet sich eine Reihe von unzutreffenden Angaben, deren wichtigste wir hiermit richtigstellen. 1. In dem Artikel ist die Rede von einem „hebräischen Kulturkongress", den seine „Einberufer später in lobenswerter Bescheidenheit" nur Kulturkonferenz nannten. Dies trifft nicht zu. Das Komitee hatte bereits im Oktober bekannt, gegeben, dass der zum Dezember 1909 geplante Kongress, namentlich wegen des zeitlichen Zusammenfalls mit dem Zionistenkongress auf den Sommer verschoben werde. Die Konferenz, zu der Einladungen nur in beschränkter Zahl ergangen waren, sollte, das war ausdrücklich gesagt, den Kongress nicht ersetzen, sondern sich gerade mit der Frage des Kongresses, dem Ort und der Zeit seiner Einberufung sowie dem Inhalt seines Programms befassen und eine provisorische, von dem Kongress erst zu sanktionierende Organisation ins Leben rufen. Demgemäss unterblieben auch alle für den Kongress in Aussicht genommenen und zugesagten Vorträge; ebenso wurde die Diskussion über alle Probleme, die den Kongress beschäftigen sollten, diesem vorbehalten. 2. In dem Artikel heisst es ferner: „Auch nicht einer von den berühmten Männern, die den Aufruf (des vorbereitenden Komitees) unterzeichnet hatten, ist zum Kongress gekommen; auch nicht einer von ihnen hat es für wert gehalten, die Versammlung durch ein Telegramm oder durch eine Postkarte zu begrüssen« Sie haben von der Sache, für die sie mit ihrem Namen Für das Präsidium: Nahum Sokolow. eingetreten sind, gar keine Notiz genommen." — Nun war es zwar nicht der Kongress, sondern nur eine vorbereitende Konferenz, aber fast sämtliche Unterzeichner des Aufrufs haben durch lange Depeschen oder Briefe die Konferenz Veranstaltung auf wärmste begrüsst. Diese Tatsache wurde auch in den Konferenzsitzungen öffentlich konstatiert. Ein erheblicher Teil der Unterzeichner ist auch zur Konferenz erschienen. 3. Ferner heisst es: „Nun stellte ich den folgerichtigen Antrag, dass auch die künftigen Kongresshäuptlinge hebräisch verstehen müssten." Dieser zuerst angenommene Beschluss sei dann aufgehoben worden. — Dies ist unrichtig. Der Antrag Bernfeld lautete, dass alle Kongressdelegierten hebräisch sprechen müssen. Dieser Antrag war es, der .nicht die Zustimmung der Konferenz fand. Die Konferenz begnügte sich mit dem fast einstimmig gefassten Beschluss, dass die herrschende Sprache des künftigen Kongresses hebräisch sein müsse, und dass sie für das Präsidium und für die Referate obligatorisch sein solle. Dass übrigens jeder Delegierte, „Häuptling" oder „Nichthäuptling", auf dem bevorstehenden Kongress hebräisch verstehen müsse, ist schon durch die andere Bestimmung gegeben, wonach nur der Mitglied der hebräischen Organisation werden kann, der zumindest hebräisch versteht. 4. Die Behauptung, dass an der Spitze dieses „Kongresses", worunter immer die vorbereitende Konferenz gemeint ist, junge Männer gestanden hätten, die selbst kein Wort hebräisch verstünden, ist unzutreffend. Im Präsidium und unter den Konferenzteilnehmern gab es nicht einen einzigen, der nicht hebräisch verstand. Für das Comite: Dr. E. Baneth.

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