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Ost und West · 1910-01-01 · Heft 1 (Januar 1910) · p. None

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Journal
Ost und West
Volume
10 (1910)
Issue
Heft 1 (Januar 1910)
Date
1910-01-01
Page
None (sequence 7)
Language
German
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osr^esr ILLUSTRIERTE MONATSSCHRIFT^/ FÜR DAS GESAMTE JUDENTUM. Herausgegeben und redigiert von LEO WINZ. Alle Rechte vorbehalten. Heft 1. Januar 1910. X. Jahrg. An unsere Leser! Titel und Register zum vorigen Jahrgang sind vorliegendem Heft beigegeben, mit dem der zehnte Jahrgang unserer Zeitschrift beginnt. Soweit nichts Gegenteiliges mitgeteilt wird, zuerden wir das Abonnement der seitherigen Abonnenten als verlängert betrachten. Verlag und Redaktion von „OST und WEST". DAS JAHR 1909. Von M. A. Klausner. Im Russischen Reich hat auch während des Jahres 1909 kein Pogrom stattgefunden. Ministerpräsident Stolypin hat das einem Vertreter der Alliance Israelite Universelle gegebene Versprechen gehalten, er werde jedes gewalttätige Vorgehen gegen die israelitische Bevölkerung verhindern, jeden Versuch solchen Vorgehens mit bewaffneter Hand unterdrücken. Vielleicht würde Herr Stolypin gern mehr tun. Man darf die Vermutung hegen, dass mehr nicht in seiner Macht liegt. Dass er tut, was er kann, soll mit Dank anerkannt werden. An welcher Stelle die Schwierigkeiten erhoben werden, die einer gerechten Ordnung der Judenfrage in Russland entgegenstehen, hat die Veröffentlichung in unserm jüngsten Dezemberheft gezeigt. Die hier mitgeteilten Protokolle der russischen Ministerrats - Verhandlungen vom 27. und 31. Oktober und 1. Dezember 1906 bieten ein unverwischliches geschichtliches Kulturbild und verteilen das Mass der Verantwortung, das die einzelnen Machtfaktoren in dem grossen asiatischen Reich vor der Zukunft zu tragen haben. Das Nachdruck verboten. Miiiisterkomitee, dem es an unbegrenzt reaktionären Elementen nicht fehlt, dessen fortschrittlichsten Mitgliedern vorsichtigste Mässigung nicht abgesprochen werden kann, hat beinahe schüchterne Besserungsvorschläge gemacht, deren keiner über die früheren Forderungen der Krone selbst hinausging. Einhellig war das Ministerkomitee der Meinung, dass man die empfohlenen geringen Erleichterungen für den israelitischen Bevölkerungsteil im Interesse Gesamtrusslands nicht von dem ungewissen Ausgang einer Dumaberatung abhängig machen, dass man die für eine solche Beratung erforderliche Zeit nicht verlieren dürfe, dass sofortige Entscheidung unbedingt nötig sei. An. massgebender Stelle wurde gleichwohl bestimmt, dass die Vorschläge der Minister der Duma vorzulegen seien. Seitdem sind drei Jahre vergangen. Dass in dieser Zeit die Vorlage nicht gemacht worden ist, berechtigt nicht zu der Vermutung, dass etwa Stolypin von seiner Ansicht über die Ratsamkeit seiner Vorschläge und der Vorschläge seiner Ministerkollegen zurückgekommen

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