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Ost und West · 1906-07-01 · Heft 7 (Juli 1906) · p. Seite 479 - 480

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Journal
Ost und West
Volume
6 (1906)
Issue
Heft 7 (Juli 1906)
Article
Zion
Date
1906-07-01
Page
Seite 479 - 480 (sequence 2)
Language
German
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479 Jehuda Halevi: Zion. 480 Sehen, wo die heilige Lade Am geheimsten Opte stand, Wo im stolzesten Jrlügelpade Aan die goldenen Engel fand! Hepuntep das Haap vom loekigen Haupt, Hepuntep dip von dep Stipne gepaubt Des Reifes goldene Bändel Flueh dem Gesehieke, Flueh dep Zeit, Die heilige Häuptep so sehmählieh entweiht In fpemd unheiligem Lande! Essen und Tpinken, wie kann es mip munden? Deine Löwen seh' ieh zepbissen von Hunden, Deine Aape zeppissen von giepigen Raben — Lieht des Tages, wie kannst du mieh laben? Ha, du Beehep des Gpams, Fopt mit dip, lasse mieh los! Angefüllt ist meines Leibes Sehoss Sehon längst mit bittepen Gallen! Um Jspael hob ieh den Kelch zum Aund, Um Juda leepf ieh ihn bis zum Gpund, Kein Tpopfen dep Hefe gefallen! Zion, Zion, du Kpone dep Welt! Deine Sehönheit alle Liebe hält, Und hält deine Kindep gefangen! Sie laehen mit dip zup Laehenszeit, Sie sehluehzen um dein bittepes Leid, Um dein Ende tpopfen die Wangen. Sie sehmaehten aus Kepkepsnöten empop, Sie neigen sieh deinem ewigen Top, Wenn ihpe Gebete tpauepn; Deine ippenden Hepden allzumal, Vepjagt vom Bepge ins dunkle Tal, Aeh, sehn nup deine Mauepn. Sie kpampfen an deine Sehleppen sieh fest Und wollen sie nimmep lassen, Deinep heppliehen Palmen schwankes Geäst Das winkt ihnen fepne zu seligem Glüek, Sie klettepn und gpeifen und fallen zupüek, Und könnens nieht halten, nicht fassen. Und doch, wep will sieh messen? Ha, Patpos, Sehineap, Wagt ihp's? Habt ihp vepgessen, Vepgessen ganz und gap Das heilige Zionsppiestepkleid? O übep eupe Nichtigkeit Und eupe mopsehe Gpösse! Nein, neben dich kann niemand tpeten, Kein König kommt den deinen gleieh: Was sind die Allepweltsppopheten Vop deinem heil'gen Ppiesteppeieh? Aeh, alles stüpzt von seinen Thponen, Es sinkt dep falschen Göttep Reeht, Doch ewig bleiben deine Kponen, Dein Sehatz ins tausendste Gesehleeht! Du Gottessehnsueht, Aensehensehnen! Heil, wem dein Bild sieh wiedep bot, Wep dupeh den Sehleiep seinep Tpänen Epbliekt dein ew'ges /Aopgenpot, Dein Aopgenpot, da alle Wolken fallen, ■ Und hundeptfaehep Glanz vom Himmel bpieht. Da deine Kindep jauchzend heimwäpts wallen, Und in des Jauehzens Hall und Wiedephallen Aufstpahlt dein altes königliches Lieht. DER DORNENWEG DES JUEDISCHEN WANDERERS. Es war im Juni 1905, als in einem obskuren Lokale des Berliner Quartier latin eine Anzahl junger russischer Juden zusammenkam, um einen Verein zu gründen. Da waren Fabrikarbeiter, Studenten, Literaten. Handwerker, Männer und Mädchen, und so weit auch ihre Weltanschauungen auseinandergehen mochten, so waren sie doch einig im ungestümen Drange nach Freiheit und Licht, einig in dem Hasse der Ketten, welche sie trugen. Sie wollten einen Verein gründen, eine Organisation, in deren Rahmen sie gemeinsam arbeiten könnten für ihre Ideale; aber welche Physiognomie er tragen, auf welcher Grundlage er ruhen sollte, das war noch nicht bestimmt und sollte der Gegenstand dieser Besprechung sein. Diese Versammlung gehört zu meinen psychologisch interessantesten Erinnerungen. Höchstens noch in den Stürmen des VII. Baseler Kongresses habe ich mit gleich elementarer Gewalt die lange niedergedrückten Leidenschaften, das wilde Feuer freiheitlicher Begeisterung und den sich explosiv entladenden Zorn gegen die Bedrücker ausbrechen sehen. Hier wetterte ein junger Student in russischer Sprache, dort suchte ein Jargonredner vergeblich die Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen, in hebräischen Worten plädierte ein Literat für den Zionismus und ein blasser Arbeiter gestikulierte von einem Stuhle herab, den er auf den Tisch gestellt hatte, um sich genügend Gehör zu verschaffen. Und dabei nahm das Publikum Anteil an der Diskussion, ohne den Redner endigen zu lassen, so dass bald ein Lärmen, ein Getümmel, ein Drängen und Toben den von Zigarettendunst verschleierten. Saal erfüllte, als ob eine blutige Schlacht geschlagen würde. Und doch, wenn auch diese Versammlung und auch noch einige spätere resultatlos verliefen, konnte dem Beobachter nicht entgehen, dass hier ein Menschenmaterial vorhanden war, welches an intellektuellen und ethischen Qualitäten seinesgleichen suchte. Eben diese hohe geistige und sittliche Kraft ist es, welche den

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