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Ost und West · 1906-07-01 · Heft 7 (Juli 1906) · p. [Seite]

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Journal
Ost und West
Volume
6 (1906)
Issue
Heft 7 (Juli 1906)
Date
1906-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ösT^fefe st: ILLUSTRIERTE MONATSSCHRIFT^^ FÜR MODERNES JUDENTUM. Herausgegeben und redigiert LEO WINZ. Bezugs- und Insertions-Bedingungen auf der letzten Textseite. Alle Rechte vorbehalten. Heft 7. Juli 1906. VI. Jahrg. Nachdruck verboten. DIE KOLONIEEN IN ARGENTINIEN. Spezial-Bericht des Beratenden Bureaus des Zentral-Komitees der „Ica". Ueber den Stand der Kolonieen in Argentinien und über die Methoden der Kolonisation von Juden ausserhalb Russlands. i. Die Notwendigkeit der Untersuchung der Kolonisation von Juden in Argentinien. Seitdem die ersten Versuche der Schaffung von Kolonieen in Argentinien unternommen worden, sind 15 Jahre verflossen. Ein solcher Zeitraum genügt vollständig zur Beurteilung dessen, oh die erzielten Resultate dem Aufwand an Mitteln und Mühen entsprechen und oh sich die Ica nach all den bei so komplizierten Unternehmungen unvermeidlichen Fehlern nunmehr auf dem Wege der Erreichung der Ziele befindet, die sie sich selbst gestellt hat. Allgemein bekannt ist, dass die übertriebenen Hoffnungen, die an die kolonisatorischen Pläne des Baron Hirsch geknüpft worden waren, sich nicht verwirklicht haben. Es ist klar, dass der Gedanke eines „neuen Exodus*', der diesem grossartigen Projekte zugrundelag, für die Einschätzung der Bedeutung der wenigen jüdischen Ansiedlungen in Argentinien auch im Entferntesten nicht herangezogen werden kann. Wenn nun aber auch dieser Exodus" der Juden nicht verwirklicht wurde, so hätte doch der Versuch der argentinischen Kolonisation eine ernste Bedeutung gehabt, wenn es gelungen wäre, die Methoden auszuarbeiten, vermittels derer man ohne allzugrosse Aufwendungen die Juden dauernd auf dem Lande anzusiedeln imstande wäre. Nur von diesem ungleich bescheideneren Standpunkt aus lässt sich auch die gegenwärtige Situation und die Entwicklung des argentinischen Unternehmens bewerten. Die Untersuchung der erwähnten Frage ist um so bedeutungsvoller, als in den letzten Jahren Projekte auftauchten, die kolonisatorische Tätigkeit in Argentinien bedeutend zu erweitern, und überdies ein neues kolonisatorisches Unternehmen für Brasilien ins Auge gefasst wird. Als Materialien zur Erforschung des gegenwärtigen Standes der Kolonisation dienten die jährlichen Berichte der Administration der Ica, der Bericht über die Inspektion der argentinischen Kolonieen durch den Direktor der Ica, Herrn Sonnenfeld, und die laufende Korrespondenz der argentinischen Direktion mit dem Direktorium der Ica in Paris. 2. Die Zahl der installierten Kolonisten. Die Produktivität der kolonisatorischen Tätigkeit der Ica ergibt sich vor allem aus der Zahl der Angesiedelten. Am Ende des Jahres 1904, nach 14 Jahren der kolonisatorischen Tätigkeit, bestanden in den Kolonien 1148 Haushaltungen, die 8291 Seelen umfassten. Mit anderen Worten: Während der abgelaufenen Periode gelang es, durchschnittlich 80 Haushaltungen oder 600 Seelen jährlich zu installieren Um einen Masstab für Vergleiche zu finden, sei darauf hingewiesen, dass die Vereinigten Staaten, denen unsere Massen ohne jegliche Unterstützung zuströmen, jährlich einer ungefähr hundertmal grösseren Menge Zuflucht und Verdienst gewähren. 3. Die ökonomische Situation der Kolonieen. Zur ökonomischen Situation der Emigranten übergehend, muss man bemerken, dass die Kolonieen auf drei verschiedene Provinzen verteilt und durchaus nicht in derselben Verfassung sind. a) Mauritio. Als am besten bestellt repräsentiert sich die Kolonie Mauritio. Diese Kolonie aber umfasst nur 182 Haushaltungen mit 1265 Kolonisten. Die Kolonisten hatten hier im Jahre 1904: durchschnittlich

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