Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Heinrich Heine
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 23 - 24 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2583875-2583943-2583945-2593032--05785-2593108- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
24 HEINRICH HEINE. Zum 16. Februar Fünfzig Jahre sind vorübergegangen, dass ihrer über der Tragödie eines deutschen Dichterlebens uns i zum letztenmal derVorhangfid. Zuschauer hatte die Tragödie in der Avenue Matignon nur wenige — aber von ihrem Gesamteindruck war ein ganzes Volk in tiefster Seele bewegt, das in dem Helden desJDramas einen seiner vornehmsten Dichter ehrte. Und noch heute, nachdem fünfzig Jahre über dieses Schauspiel dahingegangen, ergreift ein Gefühl tiefer Wehmut alle, die den Inhalt desselben kennen und den Helden liebgewonnen haben. Wie ein rührender Zug der Pietät uns am Todestage teurer Lieben nach dem Friedhof zu ' Heinrich Heine, 1906. Nachdruck verboten. Grabstätte führt, so wollen wir auch heute m Geiste auf den Montmartre begeben, um am Grabe Heines dessen Jahrzeit zu feiern. Er hat sich eben geirrt, wenn er glaubte, dass ihm seine Stammesgenossen keinen Kaddisch nachsagen würden. Sein wehevoller Ausruf: „Nichts gesagt und nichts gesungen wird an meinen Sterbetagen!" ist glücklicherweise nicht in Erfüllung gegangen. Man sagt und singt heute so viel von Heine, wie von keinem anderen modernen Dichter. Man liest seine Werke mehr als die aller anderen, und man versenkt sich mit Eifer in die Geschichte seines Lebens und in die Schöpfungen seines Geistes. •i^' ^r/ fr'fo* «*)'^ ^zJ/>? *Q" Jf^ ^A^J4'-S *y r*iJ,<. "ZJfe* »&>H "/p,j, p ^3,o 6> \y /*" *wi.if7 r>v ff»* .,sfoAf*ifry" t?* « /^.^Jw&r* 1 ^far*<ys «^rr-f V r-g \j .^VMJM *.t L„..^ .;/» Ws/" Ä.-V,«* \:* \- y rpSLj *Tffs« yL"* ftltt L»^ (|.f i-jrJ :*7^J~J^ \p \^*« Vu^+fSy^^ ^L/oi.^.^?^ ^,4* ÜkS&Qib -J*:/t&&*^ « , ^Sp^^f. *• \y^O<ip Q.ru W«»., ^f^^^Jk^f^ y*-?~P <s* w^-xjp. fy** * %W//" (Wp(<c£ % \>u^>jv/te '»,/<a i~ ..V t,r,.[£;cl in deutscher Sprache mi Lacsimile eines von der Butter lieinricli Heines an ihre Fioundin Helene Israel i hebräischen Lettern gcs.h'iebeneu Briefes. S'onnlagnacht (Anfang September 1796). Liebe Freundin! Dicsmahl werden iy\(i mir danken, dass Ihnen nicht viel schreibe, denn mein Heine reist morgen weg. Viel Lustiges lässt sicli wohl also heute Abend von mir nicht erwaitcn, doch ich hin von Ihre freundschaftliche Güte schon zu viel überzeugt, als dass ich noch zweifeln konnte, dass Sie mir diesmnhl nicht auch verzeihen sollten. Ich wollte Ihnen viel Schreiber), allein ich kann tür heute unmöglich mehr sagen al-, leben Sie wohl und vergnügt. Neuigkeiten, welche; hier geben, werde Ihnen heute keine erzählen, auch bitte machen Sie meine Komplimi nte an Ihre Eltern und Bruder mit WCinschung zum neuen Jahr. Ein r\ZV£ HÜTim rena. Sie kennen mich ja, dass ich iv"cht viele Komplimente machen kann und dass ich es dämm doch nicht tri der gut meine. Leben S:c wohl. Alles lässt vielmahl grössen. 1' c i e r c h e de Geldern.