Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 5 (1905)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober-November 1905)
- Article
- Die Religion des Judentums
- Date
- 1905-10-01
- Page
- Seite 735 - 736 (sequence 2)
- Language
- German
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735 Aphorismen, Miscellen, Literarisches. 736 uns aber im Prinzipe davon nicht lossagen;1) denn selbst wenn wir keinen Grund rinden sollten, ein Grund wird immer übrig bleiben, das ist der national religiöse Grund. Denn gerade bei einer Religion, die wie die jüdische auf demokratischer Grundlage aufgebaut ist, die kein höchstes religiöses Oberhaupt hat und einer strammen Zentralisation entbehrt, muss das Zeremonialgesetz das einigende Band für uns bleiben, bis die Idee des reinen Monotheismus die ganze Welt erfüllt hat. Das Zeremonialgesetz hindert uns aber nicht im mindesten, die grösste Denkfreiheit mit echter jüdischer Stammestreue zu verbinden. Kein modern gebildeter Jude, der seine Religion genau kennt und Charakterfestigkeit besitzt, wird das Judentum verlassen. Denn er muss sich sagen: Ich gehöre einer Religion an, welche der ganzen Welt einen Gott und eine Moral gegeben, auf allen Schlachtfeldern des Gedankens gekämpft hat und durch die Harmonie mit der Wissenschaft zur Wahrheit machen wird des Propheten Wort: Ich mache dich zum Lichte für die Völker, dass mein Heil dringe bis ans Ende der Erde. Prof. Dr. Adolf Biach. * * * Geschenke für den „Bezalel". In einem an natürlichen Anregungen reichen, doch der Schätze der Kultur völlig entbehrenden Lande soll eine kunstgewerbliche Produktion eingeführt werden. Soll die Kunstgewerbeschule „Bezalel; auf jene erwünschte Höhe gebracht werden, auf der sie Erspriessliches leisten kann, so muss diesem Mangel abgeholfen werden. Zu diesem Zwecke soll neben der Schule eine Sammlung künstlerischer und kunstgewerblicher Werke angelegt werden, die vielleicht auch den Grundstein für ein späteres jüdisches Museum in Jerusalem bilden wird. Vorläufig aber soll sie zunächst zur Ausbildung der Schüler dienen. Mehrere Originalwerke sind bereits der Schule von jüdischen Künstlern geschenkt worden. Viele haben kostbare Kunstgegenstände und Bücher geschenkt. *) Aenderungen werden immer möglich sein, aber die Kontinuität mit der Vergangenheit muss immer im Auge behalten werden. Es ergeht zunächst an die jüdischen Künstler die Bitte, an den „Bezalel" zu denken und ihm von ihren Werken zu spenden. Es ergeht die Bitte auch an alle anderen, die dem „Bezalel" Interesse entgegenbringen, mit Kitnstgegenständen jeder Art und Buchern künstlerischen und kunstgewerblichen Inhalts die Schule in Jerusalem auszustatten. Diese Geschenke sind zu senden an den Vorsitzenden des Komitees „Bezalel" Prof. Dr. O. Warburg, Berlin, Uhlandstr. 175, und werden in „Ost und West" ausgewiesen werden. Geldspenden sind zu senden an das Bankhaus Meyer Cohn, Berlin, Unter den Linden 11. Originalwerke haben dem „Bezalel" geschenkt: Jlja Ginzburg, St. Petersburg: Mark Antokolski (Statuette). Henrik Glicenstein, Rom: Messias. Max Liebermann, Berlin: Oelgemälde. E. M. Lilien, Berlin: Zeichnungen. Ivan Merkvicka, Sofia: Oelbild. Boris Michailoff, Sofia: Glasmalerei. Anton Mitthoft, Sofia: Oelbild. Hermann Struck, Berlin: 80 Radierungen. Boris Schatz, Sofia: Todesgebet, Sehnsucht, Des Rabbis Segen, Schadehen, Morgengebet^Lesender Jude, Grossmütterchen, Hawdalah,]^Sabbatgebet, Die jüd. Mutter, Grossmutter und Enkel, Judith, Dr. Herzl, D. Wolffsohn, Prof. Warburg, E. M.Lilien (Reliefs in Terrakotta, hrsggb. von A.-G. Gladenbeck, Berlin), Szarkow, Pasteur, Rubinstein (Bronze, versilbert), Makkabäer. Judith, Schlafender Jude (Büsten, Terrakotta, hrsggb. von A.-G. Gladenbeck, Berlin). Vorstand der A.-G. Gladenbeck, Berlin: Nathan der Weise von Jahn (Statuette in Bronze), Wietsche von Kruse (Büste, Terrakotta, getöntj. Kunstgegenstände (Antiquitäten, Münzen, Fayence, Porzellan, Kunstglas u. dergl.), Photographien, Gravuren und Bücher haben geschenkt: Dr. M. Buber, Jaques Hegner, Dr. M. Ehrenpreis, Jüd. Verlag (sämtliche von ihm herausgegebene Werke), Kunstverlag „Phönix" (ebenso), Dir. P. Lewy, E. M. Lilien, A. Lewin, Dr. Th. Rappaport, Professor B. Schatz, Dr. Thon, D; Trietsch, Vorstand der A.-G. Gladenbeck, Berlin, Prof. Dr. O. Warburg, Leo Winz, D. Wolffsohn, Frau Fanny Wolffsohn. * * * Neuerschienene Bücher. Besprechungen vorbehalten. Rapaport, Mordsche W. Die unerlaubte Handlung nach jüdischem Rechte. Union Deutsche Verlagsgese'lschaft, Stuttgart. Heller, Wilhelm. Das Märchen vom „Süssen Mädel". Verlag von D. Katz, Theresienstadt. Huldschiner, Richard. Arme Schlucker, Novellen. Verlag von Egon Fleischel & Co., Berlin. Acher, Mathias. Das Stiefkind der Sozialdemokratie. Buchhandlung L. Rosner, Wien. Abonnementspreis für das Jahr In Deutschland und Oesterreich Mark 7,— (Luxusausgabe Mark 14,—), für das Ausland Mark 8,— (Luxusausgabe Mark 1$.—). für Russland ganzjährlich 4 Rubel. Einzelhefte a 35 Kop. S-~~~Z^C^^T ^u beziehen durch alle Buchhandlungen des In- und Auslande?, durch alle Postämter des Deutschen - _ ■------- Reiches unter No. 5785a der Postzeitungsliste und durch die Expedition dieser Zeitschrift. " " ' Anseigen 75 Pfennig die viergespaltene Nonpareilleaeile, grössere Anzeigen nach Tarif, bei Wiederholungen Rabatt. Stellen-Gesuche und -Angebote sunt halben Preise. Adresse für die gesamte Korrespondenz: Verlag „Ost und West", Berlin NW. 23, Altonaerstr. 36. Verantwortlicher Redakteur: Leo Winz, Berlin, Altonaerstr. 36. — Verlag Ost und West, Berlin NW. 23. Druck von Pass & Garleb G. m. b. H., Berlin W. 35.