Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 5 (1905)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober-November 1905)
- Article
- Die Juden unter der städtischen Bevölkerung Russlands
- Date
- 1905-10-01
- Page
- Seite 659 - 660 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 2× ep/1000834
- Radom 1× ep/1000823
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659 ß. Goldberg: Die Juden unter der städtischen Bevölkerung Russlands. 660 6 Bevölkerung 26,2 bis 53,5% beträgt. Der mittlere Durchschnitt der Dichte der jüdischen Bevölkerung ist wiederum in den städtischen Orten viermal so gross wie im Gesamtgebiet (40.6:9,7%). Die Angaben der Tabelle C über die Verhältnisse in Russland bestätigen ebenfalls die Tatsache der Konzentrierung der jüdischen Be- Tabclle C. Südrussland. Gouverne¬ | Jüdische i Bevölkerung faß o aj a Jüd. städt. Bevölkerung ment in absol. j Zahlen in % d.Ges.- Bev. 13 o W K in absol. Zahlen in % d.Ges.- Bev. 12. Bessarabien 13. Jekaterinosluw 14. Krim (Taurien) 15. Cherson ohne Stadt Odessa — Odessa 22S 528 101 088 60 752 200 975 138 935 11,7 4 8 4,2 7,4 34,4 293 332 241 005 289 316 395 145 403 815 109 655 64 024 39 333 102 133 13S935 37,4 26,6 13,6 25,9 34,4 Sä mtl. 4 Gouv. 730 278 8,9 1 622 613 453 080 27,9 völkerung in den städtischen Orten. In diesem Gebiet ist überhaupt der Prozentsatz der Juden geringer als in Nord- und Südwestrussland; die Dichte der jüdischen Bevölkerung in den einzelnen Gouvernements schwankt zwischen 4,2 und 11,7%» die Dichte unter der städtischen Bevölkerung dagegen zwischen 13,6 und 37,4%. Der Durchschnitt \der Dichte der jüdischen Bevölkerung in den Städten ist dreimal so gross als im Gesamtgebiet (27,9 : 8,9). Tabelle D. Polen (Weichselgebiet). Gouverne¬ Jüdische Bevölkerung Gesamte städtische j Bevölkerung! Jüd. städt. Bevölkerung ment in absol. Zahlen in % d.Ges.- Bev. in absol. Zahlen in ü/o d.Ges.- Bev. 16. Warschau 17. Kaiisch 18. Kielze 19. Lomsha 20. Lublin 21. Petrokow 22. Plock 23. Radom 24. Suwalky 25. Sedlez 351 942 34 915 83 221 91 394 156 221 222 558 51 454 112323 59 195 121135 18,2 8,5 10,9 15,7 13,3 15,8 9,2 13',9 10,1 15,8 845 243 115 992 70 402 74S24 160 824 511 563 88 237 100 230 73 648 117 699 286 791 43 664 36 118 35 084 73 709 163 671 30 862 50 752 . 29 479 63 245 33,9 37,6 51,3 46,9 45,8 32,0 35,0 50,6 40,0 53,7 Sämtliche 10 Gouv. 1 321 100 14,1 2 158 662 813 375 37,7 Im Gebiete des Königreichs Polen sind die SiedlungsVerhältnisse der Juden ebenfalls ganz analog denjenigen der früher angeführten Rayons, obwohl in einem etwas schwächeren Massstabe. Hier wohnt die jüdische Bevölkerung viel konzentrierter, sowohl in der Stadt wie auf dem Lande; in den städtischen Orten schwankt die Dichte der jüdischen Bevölkerung zwischen 32% und 53,7%. dagegen in den gesamten Gouvernements zwischen 10,1 und 18,2%- Die Durchschnittsdichte der jüdischen Bevölkerung ist hiernach in den Städten etwa 2l/2mal grösser als im Gesamtgebiet, präzise ausgedrückt ist das Verhältnis wie 37,7 gegenüber 14,1. Noch klarer und deutlicher erscheinen die Konzentrationsverhältnisse der jüdischen Bevölkerung, wenn wir die Uebersichtstabelle E näher betrachten. Wir sehen daraus, dass in den vier Gebieten des Ansiedlungsrayons die Dichte der jüdischen Bevölkerung in den Städten 27,9% bis 52,6% ausmacht. Der Durchschnitt der Bevölkerungsdichte der Juden in dem gesamten Gebiete des Ansiedlungsrayons beträgt 11,5%, derselbe Durchschnitt unter der städtischen Bevölkerung beträgt 38,5 %, ist also 3,4 mal grösser. Die grösste Dichtigkeit zeigen die Juden in den Städten Litauens (resp. Nordwestrusslands), dort haben sie eine absolute Majorität, aber auch in den Stächen des südwestrussischen Gebietes (40,6 %) und Polens (37,7 %) ist c^er Prozentsatz der Juden ein sehr bedeutender, nur in den Städten des südlichen Gebietes des Ansiedlungsrayons macht er weniger als ein Drittel (27,9 %) cler Gesamtbevölkerung aus. Zu recht interessanten Ergebnissen führt die vierte Rubrik derselben Tabelle E, indem sie deutlich darstellt, welcher Teil der jüdischen Bevölkerung in den Städten konzentriert ist; hierbei sehen wir, dass die grösste Konzentration mit 62,1 % in den Städten Südrusslands stattfindet, an die zweite Stelle kommt Polen mit 61,5 %, dann folgt Nordwestrussland mit 43,8% und schliesslich Südwestrussland mit 33 %• In Polen ist die anormale Konzentrierung von über 60 % der Juden in den Städten eine direkte Folge der früheren polnischen Politik, die den Juden systematisch zu einem Krämer und Händler erzogen hat; die grosse Konzentration in den Städten Südrusslands erklärt sich durch das Vorhandensein grosser Handels- und Industriezentren, wie Odessa, Cherson, Jekaterinoslaw, Kischinew etc., die die grösste Anziehungskraft für die hungernde jüdische Bevölkerung des Nordens und Südwestens ausüben. So gestalten sich die Verhältnisse innerhalb des Ansiedlungsrayons, auf dessen Territorium