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Ost und West · 1905-10-01 · Heft 10-11 (Oktober-November 1905) · p. Seite 625 - 626

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Journal
Ost und West
Volume
5 (1905)
Issue
Heft 10-11 (Oktober-November 1905)
Article
Bezalel
Date
1905-10-01
Page
Seite 625 - 626 (sequence 1)
Language
German
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(>25 626 „BEZALEL". Ziele und Wege dargestellt Schon vor einigen Jahren hatte der Bildhauer Boris Schatz den Plan gefasst, durch Begründung passender Industrien der jüdischen Bevölkerung in Palästina ausreichende Erwerbs- und Existenzmöglichkeit zu verschaffen. Es war ihm bereits gelungen, ein ähnliches Werk zu vollbringen. Als Professor an der Ecole de Beaux Arts in Sofia hatte er im Verein mit noch anderen Kollegen an dieser Anstalt der Regierung den Vorschlag gemacht, die Teppichindustrie in Bulgarien einzuführen. Sodann waren dieselben Lehrer der Kunstschule durch ihre energische Ueberwachung der ersten Versuche und künstlerische Leitung der Arbeit an der Durchführung des Planes tätig. Das Werk gelang vollständig. Die Teppichindustrie hat sich rasch im Lande eingebürgert und breitet sich noch jetzt von Jahr zu Jahr immer mehr aus. Sie ist gegenwärtig eine bedeutende Erwerbsquelle für ganze Dörfer mit tausenden Familien. Den Künstler beherrschte der Gedanke, durch ein gleiches Werk seinen leidenden Brüdern in Palästina zu Hilfe zu kommen. In diesem BORIS SCHATZ. von. Dr. J. Thon, Berlin. Nachdruck verboten. Gedanken wurde er um so mehr bestärkt, als er später auf seinen Studienreisen in Europa und Amerika in den grossstädtischen Judenzentren vielen hoffnungsvollen jungen Leuten begegnete, die aus Palästina ausgewandert waren, weil sie keinen Broterwerb im Lande linden konnten. Es waren zumeist tüchtige, arbeitslustige junge Leute, die als Zöglinge der wohleingerichteten jüdischen Schulen in Palästina eine relativ gute Bildung und A'orbereitung für einen praktischen Beruf genossen hatten, doch denselben in Palästina selbst aus mangelnder Erwerbsmöglichkeit nicht ausüben konn: ten. Ihre kostspielige Erziehung war auf dieseWeise resultatlos geblieben, denn, obwohl sie zu Handwerkern und Ackerbauern heranger bildet waren, ergriffen sie in der Grossstadt, in die sie verschlagen wurden, was ihnen der Zufall geboten hat. Viele von ihnen waren Hausdiener, Träger, Zeitungskolporteure, Schuhputzer u. dgl., in besseren Fällen Schreiber geworden.; Prof. Schatz ruhte nun nicht eher, als bis er für seinen Plan eine Reihe Anhänger gel Boris Schatz. RELIEF.

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