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Ost und West · 1905-07-01 · Heft 7-8 (Juli-August 1905) · p. Seite 471 - 472

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Journal
Ost und West
Volume
5 (1905)
Issue
Heft 7-8 (Juli-August 1905)
Article
Die jüdische Auswanderung
Date
1905-07-01
Page
Seite 471 - 472 (sequence 8)
Language
German
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471 Dr. jur. Bernhard Kahn: Die jüdische Auswanderung. II. Die Einwanderungs-Beschränkungen. 472 die anderen Immigranten in der „gelernten Arbeit". Während die übrigen Einwanderer zum grössten Teil sich aus ungelernten Arbeitern zusammensetzen, sind die Juden, soweit es sich um die Personen handelt, die zum Erwerbe berufen sind, in ihrer überwiegenden Mehrheit gelernte Arbeiter. Gelernte Arbeiter bei der Gesamteinwanderung bei den Juden Zahl Prozentsatz Zahl Prozentsatz 1902. . 79 768 12,3 % 17 841 31 % 1903. . 124 683 14,5 % 27 071 35,5% 1904 . . 152 191 18,7 % 45 109 42,5 % Angesichts dieser Tatsache will es wenig besagen, dass die jüdischen Einwanderer bei dem Besitz von Baarmitteln hinter dem Durchschnitt zurückbleiben, woran zu nicht geringem Teil wieder die stärkere Familienwanderung Schuld ist. Die Angaben über die mitgebrachten Geldmittel können überdies auf grosse Genauigkeit keinen Anspruch machen. Das Gesetz schreibt nur vor, dass jeder, der weniger als 50 Dollar mitbringt, die genaue Summe angeben muss. Bei grösseren Summen kann eine Angabe der wirklich mitgebrachten Mittel nicht erzwungen werden. Mitgebrachte Geldmittel in Dollars: bei der Gesamtem Wanderung Totalsumme pro Person 1902 10 485 911 16,16 1903 16 117 513 18,80 1904 20 894 383 25,70 Die obigen nach dem bei den Juden Totalsumme pro Person 420 252 7,28 738 866 9,',0 1 601 848 15,07 amtlichen Material wiedergegebenen Zahlen beleuchten sehr klar die Verhältnisse der -jüdischen Einwanderer. Es liegen gegen ihre Zulassung keine schwereren Bedenken vor als gegen die Landung aller anderen. Die Zurückweisung jüdischer Einwanderer seitens der Behörden, ist daher auch nicht häufig. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass die Schiffahrtsgesellschaften infolge der amerikanischen Gesetze bei der Aufnahme von Passagieren sehr vorsichtig zu Werke gehen und sehr viele von der Beförderung von vornherein ausschliessen. Die Hauptgründe der Nichtbeförderung sind Erkrankungen, namentlich an Trachom (Augenkrankheit) und Favus (Kopfgrind). Wegen der gleichen Krankheiten finden auch Speisung jüdischer Auswanderer in den Auswandererhallen der Hamburg-Amerika-Linie in Hamburg. ^Spezialaufnahme .ür ,,Ost und West" von Zander & Labisch, Berlin.)

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