Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 5 (1905)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1905)
- Article
- Der Mosaide zweiter Gesang
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 345 - 346 (sequence 5)
- Language
- German
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345 Professor Spalding: Der Mosaide zweiter Gesang-. 346 Der Gott, ber Wunber tat für ihn, wirb ihn befehligen. Befcbürjen wirb er fie, bie ihn gebar, Kein Unfall Trifft beibe. "Wenn er febon ber (Dilcb entwuchs, fo kehr' er 5urüch in ben palaft unb lerne bort bie Sitte Des Sürften unb bie Kunft erfahrner Volksberater, Aegyptens "Weisheit unb bes CDorgenlanbes Wei5beit, Der Gaukler Ränke, bas Gefe^ ber Flfterpriefter. Docb, meines f5er3ens Weib, befürebte nicht, er werbe Den f alfeben gleich. Ihn führt kein §allftrick eitles Truges, Kein Abweg febnöber Cift ihn von ber Wahrheit Strafte. Sein Geift, 5U grof5 bem Tanb, war febon ein Hiebt ber €rbe, £h ihn bie F5üll' umgab, in beinern Scbofj gebilbet." Die (Dutter horchte füll ber Rebe, bie, bem ßonig fln Süfje gleich, ihr flofr. Hun fragte fie nicht weiter, Dun forfebte fie nicht mehr. Dur ihrer Flügen Wonne, Den Knaben, tränkte fie, fanft auf ihn nieberblickenb. €ntwacbfen war er nun ber (Dutternabrung, treulieb erfüllte fie, was fie verfpracb, ber pfleg'rin ßänben Ihr Cigentum, als wär's ein pfanb, 3urück3ugeben. Denn Gottes Rat, fie wufct'Les, war's. €r fpracb's, brum warb es. In Byffus hüllte fie, Aegyptens feinfte Ceinwanb, Das Ktnb unb trug es ins Gemach ber Königstochter 3u pbaraos palaft. Von ber Säugerin belehret, Sank vor ber fürftin bort in Staub bas Knäblein, lallte Ihr feinen Säuglingsbank für ihrer Woltat Segen. Sie freute fein fiefo, wie bes Sohnes eine (Dutter, Unb fpracb: „Sohn bift bu mir, bir geb' ich einen Damen l Der beinige unb was bu bift, blieb mir verborgen. Statt eitern bir bin ich. (Dein ift es, bafj bu lebeft. So beifce (Dofe benn; ich 30g bieb aus ben fluten. (Dieb lehre (Dutterpflicbt, bieb lehre Dank ber Dame." €r, ber vom Gimmel her Geftirnen ihre Hamen, Den Weifen Hamen unb ben ßelben gibt auf erben, Cr biefc ben Hamen gut, er nannt' ihn felber ODofe. Denn ewig bleibt ber Harn' Crinn'rung feiner Gnabe. Cr lehrt, wie feiig ber, bem Gott vom ßimmel holb ift. Wer feinem Gott gefällt, bem wirb ber feinb felbft Retter. Wer, ihn 3U töten, 5ielt, fcbnellt gegen fieb bie Pfeile. So brachte Scbleuber, pfeil unb Tob, bes 3ornes Waffen,, fluch (Hofe mit fich auf bie fluren von Aegyptus. Den Seinben Jakobs bleibt fein Harn* auf ewig Scbanbe,. €r, ben nacb ihrem Rat bie Waffer febon begruben, Kehrt ihren Strom in Blut; bas (Deer in trocknen Boben. 5ur Quelle wirb bureb ihn ber fels, füfo ODaras' fluten. Pharaos Tochter überreicht den kleinen Moses seiner Mutter. Schlussvignette aus der Originalausgabc der „Mosai'de".