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Ost und West · 1923-01-01 · Heft 1-2 (Januar-Februar 1923) · p. Seite III

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Journal
Ost und West
Volume
23 (1923)
Issue
Heft 1-2 (Januar-Februar 1923)
Article
Los von Kohle und Gas!
Date
1923-01-01
Page
Seite III (sequence 1)
Language
German
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III IV Los von Kohle und Gasl Eine wissenschaftliche Betrachtung von Horst von Weimer. Die Kohle ist uns durch die Ententemaßnahmen auf lange Zeit hinaus sehr knapp zubemessen. Es nützt nichts, dagegen zu eifern, von Vergeltung und Unrecht zu schreien — wir ändern damit nicht das mindeste. Es heißt, sich mit den Tatsachen abzufinden , und den Schwierigkeiten erfolgreich zu begegnen. Wir müssen haushalten mit dem, was uns geblieben ist. Schon der Krieg hat gelehrt, daß fleißig gespart so gut wie halb verdient ist. Auf vielen Gebieten haben wir uns das auch zu eigen gemacht — mit der Kohle allein wüsten wir, als wäre sie in Hülle und Fülle da. Daß dieses nicht der Fall ist, weiß jedermann. Es muß' überhaupt das Verfeuern blanker Stein- oder Braunkohle im Privathaushalt auf¬ Grudekoks ist, im Rietschelherd verfeuert, der billigste Brennstoff. hören. Beide Brennstoffe liefern durch Verarbeitung sehr wichtige Produkte, die von großen Industriezweigen benötigt werden. Die Steinkohle gibt Gas für Brenn- und Kochzwecke, gibt die in der ganzen Welt berühmten Anilinfarben, gibt Ammoniak, Teer und Pech. Die aus Braunkohle gewonnenen Paraffine sind das Lebenselement der Kerzen- und Wachsverarbeitungsindustrie, und der dabei gewonnene Rückstand, der Grudekoks, ist der wichtige Brennstoff, auf den ich im Verlauf dieser Ausführungen noch genauer zu sprechen komme. Wir sehen also, daß jedes Kilo blanker Braun¬ oder Steinkohle, das im Haushalt verbraucht wird, Raub an .unserer Industrie ist. Wir müssen versuchen, in jeder Hinsicht vom Rohmaterialbezug aus dem Auslande unabhängig zu werden. Die Valutapreise dafür lassen sich auf die Dauer nicht bezahlen. Und wir müssen mehr und mehr dazu kommen, eine wirtschaftliche Auswertungspolitik zu treiben, die auch die letzte Kalorie aus den Stoffen herausholt. Man rede nicht von geringen Mengen — viele Wenig ergeben ein Viel. Außerdem ist noch ein Wort über die Haushalt-- Öfen an sich zu sagen. Bei den üblichen Kachelöfen in Zimmer und Küche geht ein großer Teil der Heizwirkung verloren. Zum Teil fliegt sie als Wärme zum Schornstein hinaus; zum Teil reißt der Luftstrom sie als unverbrannte Teilchen (Ruß) mit sich; zum Teil findet sie sich ungenützt in der Asche. Nicht reine Kohle sollen wir verfeuern, sondern die Rückstände ihrer industriellen Verwertung. In allererster, ja, in alleiniger Linie kommt der Grudekoks in Frage, das Schwelungsprodukt der Braunkohle. Er brennt nicht hellflammend, sondern er verglüht langsam, entwickelt dabei eine gleichmäßige, beträchtliche Hitze und wird in den Herden mit patentierter Wellsiebfeuerung restlos verbraucht. Die Entente beschlagnahmt ihn nicht; der Reichskohlenkommissar hat seinen Bezug ganz freigegeben — im Gegensatz zur immer noch bewirtschafteten Kohle. Damit ist die Wichtigkeit der Grudekoksfeuerung behördlich dokumentiert. Eine Materialknappheit ist hier ausgeschlossen. Und obendrein ist Grudekoks gegen Steinkohle und Gas billig und durch langsamen, ergiebigen Verbrennungsprozeß im Gebrauch äußerst sparsam. Das Brennmaterial hätten wir — wo wird es verfeuert? Es gibt unter den Grudesystemen eines, das die anderen an Wirkung bei weitem übertrifft und eigentlich als Universal herd konkurrenzlos dasteht. Dieses ist der „Rieschel" oder ausführlicher „Rieschel-Patent-Grudeherd mit patentierter >Wellsiebfeuerung". Eine sparsame Doppelfeuerung, eine Heizgasführung von unübertrefflicher Zweckhaftigkeit, eine dreifach gesteigerte Ausnützung jeder irgendwie gearteten und gerichteten Wärmeentwicklung, wie man sie sich vortrefflicher nicht vorstellen kann, vereinigen sich mit erstklassigem Material, praktischer, leichtfaßlicher Handhabung und geschmackvoller Ausstattung und ergebendem höchstwertiges Erzeugnis deutscher Erfindungsgabe und Arbeitsleistung. Einmal angezündet, brennt der „Rieschel" mit wenig Feuerung fast ohne alle Wartung Tag und Nacht, kann durch das Wellsieb nach verlauf von nur wenigen Minuten Backhitze erreichen und erspart so den teuern, durch Sperrstunden beeinträchtigten Gasherd, kocht, bratet, bäckt, dörrt, dünstet, schmort, dämpft, hält stets heißes Wasser bereit und heizt obendrein den Raum. Besondere Bedeutung hat er dadurch, daß er durch die gleichmäßige, starke Gluthitze den Einkochapparat ersetzt; man kann in ihm ohne Wasserdampf, nur mit Heißluft, 30, 40 und mehr Flaschen oder Töpfe mit Einmachfrüchten und -gemüsen gleichzeitig sterilisieren. Einstellbare Dörrgestelle dienen zur Aufnahme von Gemüse, Obst, Pilzen usw., die für den Winter gedörrt werden sollen. Auch kann am Abend ein großer Topf mit Wäsche, die dann des Morgens ausgezogen hat, oder Kleinviehfutter, das am Morgen fertig zubereitet ist, eingestellt werden, und am Tage ist der Herd für andere Zwecke frei. Für gewerbliche und industrielle Zwecke werden Kantinenöfen, Leimkocher, Lackieröfen, Laboratoriumsöfen, Hotelherde usw. erbaut. Vielseitig und überall praktisch ist der „Rieschel". Die alleinige Herstellerin, Deutsche Patent- Grudeofen-Fabrik Walter Rieschel & Co. m. b. H., Liebertwolkwitz 301 bei Leipzig, versendet an Interessenten kostenlos unterrichtende Schriften unter dem Titel „Grudekoksverfeuerung im Rieschelherd". — Los von Kohle und Gas! Hin zum Rieschel! — muß die Losung sein. Er gehört unbedingt in jeden Haushalt.

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