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Ost und West · 1923-01-01 · Heft 1-2 (Januar-Februar 1923) · p. None

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Journal
Ost und West
Volume
23 (1923)
Issue
Heft 1-2 (Januar-Februar 1923)
Date
1923-01-01
Page
None (sequence 5)
Language
German
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Osr-S&est: ILLUSTRIERTE MONATSSCHRIFT FÜR DAS GESAMTE JUDENTUM. Herausgegeben und redigiert LEO WINZ. Alle Rechte vorbehalten. Heft 1/2 Januar —Februar 1923 XXIII. Jahrg. DIE AMERIKANISCH-JÜDISCHE BIBELÜBERSETZUNG Von Binjamin Segel. Die amerikanische Judenheit hat ein Werk vollbracht, auf das sie stolz sein kann und um das die viel älteren jüdischen Gemeinschaften in Europa allen Anlaß haben, sie zu beneiden. Sie hat eine Übersetzung der Bibel herausgegeben, die in wissenschaftlicher, stilistischer und nicht zuletzt in typographischer Beziehung eine vollendete Leistung darstellt. Die englischsprechende Judenheit hat somit ein Ereignis zu verzeichnen, das berufen ist, in der Geschichte ihres geistigen und religiösen Lebens geradezu Epoche zu machen. Nicht als ob es etwa an englischen Bibelübersetzungen gemangelt hätte, aber es mangelte an einer jüdischen Bibelübersetzung ins Englische, die auf der Höhe der neuesten wissenschaftlichen Forschung stünde und zugleich populär wäre, im besten Sinne des Wortes, den breiten Massen der Gebildeten durch Ausstattung, Umfang und Stil zugänglich. Es gab in englischer Sprache drei Bibelübersetzungen, die älteste wurde in England von Dr. A. Benisch verfaßt, die zweite in Amerika von Isaak Leeser, die dritte abermals in England von Dr. Michael Friedländer. Die verbreitetste war die amerikanische von Leeser, die ,von allen jüdischen Gemeinden in den Vereinigten Staaten rezipiert ward. Exegetisch beruhte sie auf der deutschen Übersetzung von Mendelssohn und seiner Schule und dem sie begleitenden Kommentar, der unter dem Sammelnamen ,,Biür" bekannt war, sowie auf der Zunzschen Übersetzung, an der einige der hervorragendsten Zeitgenossen Zunzens mitgearbeitet hatten. Diese beiden Übersetzungen genossen innerhalb der deutschsprechenden Judenheit lange Zeit eines großen Ansehens. Beide sind jedoch durch die großen Fortschritte, die die Bibelforschung seither in sprachlicher, archäologischer und historischer Beziehung gemacht hat, längst überholt. Es machte1-sich also-das Bedürfnis nach einer neuen Übersetzung immer lebhaffer -geltend. Die Je w is h Pü b 1 i c a t■ i o n S q cfiety unternahm es schon im - Jahre -1892, also" in den ersten Zeiten ihrer Existenz, dem Bedürfnis, zu entsprechen. Es wurde, der Plan entworfen, eine Reihe von jüdischen Gelehrten in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien mit der Aufgabe zu betrauen derart, daß je ein Übersetzer die Bearbeitung eines Buches übernehme; ein besonderes Herausg e b e r ko m i t e e sollte die einzelnen Übersetzungen untereinander in Einklang bringen und ihnen einen einheitlichen Guß verleihen, indem^die einzelnen Punkte brieflich mit den Übersetzern erörtert würden. Nach dieser Methode wurde bis ungefähr 1901 gearbeitet. Dies Herausgeberkomitee bestand aus dem berühmten Verfasser des neuhebräisch-talmudischen Wörterbuches, Dr.Marcus Jastrow (ehemaliger Rabbiner von Warschau), dem Dr. Kaufmann Kohler, Präsidenten des Hebrew Union College in Philadelphia, und Dr. Frederic de Sola Mendes. Es wurde indessen immer klarer, daß dieser Weg ein sehr langwieriger und beschwerlicher war und daß es Jahrzehnte dauern müßte, bis das Gesamtwerk das Licht der Welt erblicken würde. Man gab vorläufig (1903) die von Dr. Kohler übersetzten Psalmen heraus. Mittlerweile starb Dr. Marcus Jastrow, das Oberhaupt des Herausgeberausschusses. Einige Mitarbeiter traten zurück, und es stellte sich die Notwendigkeit heraus, den ganzen Stab zu reorganisieren. Gleichzeitig wurde Dr. S a 1 omon Schechter, Professor der rabbinischen Literatur und Sprache an der Universität Cambridge in England, als Präsident des Jewish Theological

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