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Ost und West · 1904-08-01 · Heft 8-9 (August-September 1904) · p. Seite 601 - 602

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
4 (1904)
Issue
Heft 8-9 (August-September 1904)
Article
Theodor Herzl, der Schriftsteller [Illustration]
Date
1904-08-01
Page
Seite 601 - 602 (sequence 1)
Language
German
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601 602 1896. Theodor Herzl, der Schriftsteller. 1903. Theodor Herzl. der Jude. ZWEI HERZLBILDER. Von Theodor Zlocisti. Zwei Bilder! Das eine stammt aus dem Jahre 1897. Sechs Jahre später hielt die Platte, die man die lichtempfindliche nennt, nur noch die düsteren, nächtigen Züge fest. Es ist dieselbe Gestalt. Man erkennt es sogleich. Dieselben grossen Linien. Der gleiche Bart. Die gleiche Form der Nase und der feinen Stirn. Es liegt Hoheit und Adel in beiden Köpfen und eine Vornehmheit von jener stillen Art, die siegt, ohne zu kämpfen: Sieben Jahre liegen zwischen den beiden Bildern. Nur sieben Jahre! Die besten Mannesjahre, in denen die Züge plastischer, voller und runder werden sollen und die Eigenart in schärferer Formung sich ausprägt. Allein zwischen diesen Bildern liegt die Differenz der Jahre. Bilder sind es nicht derselben Gestalt, die älter geworden — sondern eines Menschen, der ein anderer geworden. Nicht die Jahre trieben den Meissel in dieses Antlitz, sondern das Schicksal. Und Jugendbildnis Theodor Herzls. dieser Wandlung Spuien deuten über eigenes Erleben und eigenes Erleiden weithinaus zu der gigantischen Wucht eines tragischen Geschickes, die den Widerschein millionenfältigen Leidens in eine arme Seele warf . . . schleuderte. Es ist der Gang der Seele aus dem duftigen, reichen, abendlich-farbigen und auch abendlichschattigen Leben in die schaurige Schädelstätte eines armen Volkes ... 1896 — ein glattes, schönes Männergesicht. Wohlgepflegt wallt ein breiter, schwarzer Bart auf die Brust herab, und ein wohlgepflegtes Leben und wohlgepflegte Ideale und Gesinnungen sprechen aus den glatten Zügen. Die Augen freilich sind ernst, fast feierlich. Und eine leichte, versonnene Melancholie träumt unter den Wimpern. Keine Melancholie, die erschreckt und ängstet — es ist eine artige Melancholie. (Artig — es war ein Lieblingswort in Herzls reichem Sprach-

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