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Ost und West · 1904-08-01 · Heft 8-9 (August-September 1904) · p. Seite 599 - 600

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Journal
Ost und West
Volume
4 (1904)
Issue
Heft 8-9 (August-September 1904)
Article
Zu den Anfängen der Herzl'schen Tätigkeit
Date
1904-08-01
Page
Seite 599 - 600 (sequence 4)
Language
German
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599 Gustav G. Cohen: Aus den Anfängen der Herzlichen Tätigkeit. 600 späteren Jahre erhalten, keine zur Verfügung stellen kann, weil vieles in ihnen privater Natur ist. Im August 1897 brachte mir dann der erste Baseler Kongress die ersehnte persönliche Bekanntschaft. Es ist fast überflüssig, den Eindruck zu schildern, welchen Dr. Herzls Persönlichkeit bei unserem ersten Zusammentreffen im „Hotel zu den drei Königen" auf mich machte. Die hohe, schöne, vornehme Erscheinung, die Liebenswürdigkeit seines Wesens, übten sofort den Zauber auf mich aus, dem wohl niemand beim Zusammensein mit ihm sich entziehen konnte. Wir waren von Anbeginn des Kongresses viel beisammen, und die Herzlichkeit, das Vertrauen, welches er mir entgegenbrachte, waren ungemein wohltuend. Abends, nach den langen, zuweilen sehr erregten Sitzungen, die er in so musterhafter Weise leitete, sassen wir bis in späte Stunden hinein auf der Rheinterrasse des Hotels in lebhafter, nicht nur unsere Bewegung, sondern auch viel anderes berührender Unterhaltung. Wie oft habe ich in den späteren Jahren, wenn die, sich zuweilen bis in die Nacht hinziehenden Verhandlungen nur wenig Zeit zum gemütlichen Plaudern Hessen, dieser schönen Stunden gedacht, wie sehne ich sie jetzt, wo sie nie wiederkehren können, zurück! Und auch Dr. Herzl hat sie in manchen seiner späteren Briefe erwähnt. Unsere Freundschaft ist bis zum letzten Augenblick ungetrübt geblieben. Konnte ich, der ich nicht optimistisch veranlagt bin, ihm zuweilen in dem kühnen Flug seiner Gedanken, der Hindernisse nicht gelten Hess, nicht folgen, nie hat mein Einspruch ihn zu einem, wenn auch nur leisen, unfreundlichen Wort veranlasst. Je mehr ich von ihm sah, desto mehr lernte ich seine eiserne Energie, seine Unerschütterlichkeit, seine Arbeitskraft, seine Ruhe und Besonnenheit in schwierigen Momenten bewundern. Auf ihn fanden Hamlets Worte: . . . the native hue of resolution Is sicklied o'er with the pale cast of thought" keine Anwendung. Aber er erzwang nicht nur Bewundernng als Führer, wrer ihm näher stand, der musste auch den Menschen in ihm lieben, in seiner Herzensgüte, seiner Selbstlosigkeit, seiner, jedem, wes Standes er auch war, stets gleichen Freundlichkeit, seiner Liebenswürdigkeit und Heiterkeit im geselligen Verkehr. Ich muss schliessen. Wo so viele bewährte Redner ihrem Lob und ihrem Leid tiefen Ausdruck verliehen, würde, was ich noch sagen könnte, nur ermüden. Nur die Hoffnung möchte auch ich aussprechen: dass der Geist, der in ihm lebte und ,, . . . jener Mut, der früher oder später Den Widerstand der stumpfen Welt, besiegt'4 auch hier, wie es so oft nach dem Tode grosser Männer der Fall gewesen, eine noch stärkere Wirkung in der Welt ausüben möge, als es während des Lebens geschehen, die Anhänger zu noch festerem Zusammenschluss stählend, und viele von denen, welche bisher abseits oder feindlich geblieben, hinüberziehend zu seiner Fahne, zum Mitwirken an dem Werk, das er begonnen. Hamburg, den 24. Juli 1904. Gustav G. Cohen. Die „Lehre"« Du warst doch einst so wurzelfest und stolz: ein Baum des Lebens allen, die steh hielten Hn deines Stammes kraftdurebströmtem Bolz, dm das des f rübrots goldne Lichter spielten* Huf deinem ftlipfel Hegt jetzt Hbendscbein, dnd liegt dieHngst \>or dunklen €raucrnäcbten* Die CHebmut schlingt sich in dein Rauschen ein, <öie Seufzer klingt's von duldcnsmuden Knechten» Oscbab-b'abb 5664. 6z ebajim bi . ♦ . In deinen Zweigen nistet Rabenbrut* Und deines Stammes Runzelrunen bergen Die halbe Kunde kaum von Licht und Mut, dnd ganz den dumpfen Rauch von Särgen» Qlar's nicht ein Sarg, der dich demCod entrang? Den Rabbi schützten einst sechs kahle Bretten Der "Cempcl lobte; und dein Volk versank* Und Zions frührot grüsste Roma's 6ötter* Theodor Zlocistw

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