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Ost und West · 1904-07-01 · Heft 7 (Juli 1904) · p. Seite 449 - 450

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
4 (1904)
Issue
Heft 7 (Juli 1904)
Article
Hero und Leander (Marmor) [Illustration]
Date
1904-07-01
Page
Seite 449 - 450 (sequence 1)
Language
German
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449 450 NAUM ARONSON. HERO UND LEANDER (Marmor). DER BILDHAUER NAUM ARONSON. Von Julius Levin-Paris. (Nachdruck verboten.) 1 Die in verhältnismässig kurzer Zeit sehr gross gewordene Beteiligung der Juden an der Kunst ihrer Länder ist am auffallendsten in Deutschland und Russland. Dass in Deutschland sich alsbald ein Plejade jüdischer Künstler bilden würde, war allerdings voraussusehen, nachdem die Juden an Literatur, Musik, wissenschaftlicher und sozialer Bewegung in hervorragender Weise sich beteiligt hatten. Wenn Malerei und Bildhauerei zuletzt in Angriff genommen wurden, so hat man zweifellos in diesem Umstände die Nachwirkung des biblischen Verbotes zu sehen, dass man sich kein Bild machen sollte von dem, was auf, über und unter der Erde ist. Die religiöse Nachwirkung ist offenbar bei den russischen Juden, aus denen sich ein grosser Teil der ostelbischen Orthodoxie zusammensetzt und ersetzt, viel stärker, als bei den seit langer Zeit in Deutschland eingesessenen. Man sollte deshalb annehmen, dass auch die russischen Juden gerade in der bildendenKunst länger zurückblieben. Diese Annahme aber ist falsch. i* . VV1 < ' '-*S ''i'*^^9r^ NAUM ARONSON in seinem Atel e-. Denn schon seit einem Menschenalter spielt die russische Judenheit in der Bildhauerkunst eine erste Rolle durch Antokolsky. Und an jungem, vortrefflichem Nachwüchse fehlt es keineswegs. Es ist sehr unterhaltend, zu sehen, wie die künstlerische Ehre Russlands immer weiter gerade von denen gerettet wird, welche Russland selbst durch Verfolgungen zu Tode zu hetzen sucht, nämlich von den Finländern und den Juden. Was aus Russland ohne den Einschlag dieser Rassen künstlerisch werden würde, weiss der Himmel! Unter dem russisch-jüdischen künstlerischen Nachwüchse scheint mir der Bildhauer Naum Aronson zu den Besten zu gehören. Aronson ist am 25. Dezember 1872 in Kreslawka geboren. Seit seiner frühesten Jugend verspürte er den Drang zu modellieren. Hindernisse, die ihm seitens der Familie in den Weg gelegt wurden, überwand er tapfer. Wo es ihm möglich war, suchte er sich die Formen der Natur in die ihm entsprechende Weise zu übersetzen. Von der Wanderlust erfasst, verliess er eines Tages das väter-

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