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Ost und West · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 213 - 214

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Journal
Ost und West
Volume
4 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
[Wer will es leugnen,...]
Date
1904-03-01
Page
Seite 213 - 214 (sequence 2)
Language
German
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213 Literarisches, Aphorismen. 214 für ihre Berechtigung zur ungeschmälerten Existenzentfaltung abzulegen hat, ist ihre Veriüngungsfähigkeit nach überstandener Altersschwäche. Wenn sie auch nur einmal Beweise für ihre Auferstehung aus dem Grabesschlummer gegeben hat, dann hat sie ihre Unsterblichkeit beurkundet. Sie muss, wenn sie zu Boden geworfen, sich wieder aufraffen können, auch in widerwärtigen Zeiten eine schlummernde Lebenskraft, wie einen unverlöschlichen Funken unter dem Aschenhügel, bewahrt haben. Der Talmud hat eine sinnige Sage von der Auferstehung des Leibes. Wenn Tod und Verwesung die Atome eines menschlichen Organismus in alle Winde zerstreut haben, bleibt noch immer im Rückgrate ein Knöchel eben, das aller Zerstörung widersteht, das selbst auf dem Amboss nicht zertrümmert werden kann. Von diesem unzerstörbaren Körper aus entwickelte sich die Auferstehung. Hat ein Volk einen solchen diamantenen Kern, dann vermögen Eisen und Feuer nichts dagegen und noch weniger ätzende Säuren; es dehnt sich vielmehr wieder aus, wenn es auch durch Druckeswucht auf einen kleinen Punkt zusammengeschrumpft war. H. Graetz. REVUE DER PRESSE. Volksdomänen in Palästina. Die „Kommission zur Erforschung Palästinas" unterbreitet der jüdischen Oeffentlichkeit folgenden Vorschlag: Die gemäss Beschluss des VI. Kongresses mit den Mitteln des Nationalfonds angekauften und noch anzukaufenden Ländereien Palästinas werden zu „Volksdomänen" erklärt. Es wird unter dem Namen „Oelbaumspende" eine allgemeine Geldsammlung für den Volksdomänenfonds eingeleitet, zu dem Zwecke, die Volksdomänen mit Olivenbäumen zu bepflanzen und derart für die ideellen Zwecke des jüdischen Volkes nutzbar zu machen. Als Mindestspende wird die zur Pflanzung und Pflege eines Oelbaumes bis zu seiner Selbsterhaltung nötige Summe von 6M. 7,50 Frcs. 3 Rbl. 6 sh 1V2 $ festgesetzt. Der Name des Spenders wird mit der Nummer des von ihm gestifteten Baumes in ein Spenderbuch eingetragen Der Spender erhält eine Kopie dieser Eintragung. Die Spenden von mindestens zehn Bäumen, mit denen ein Dunam (Gartenparzelle) bepflanzt wird, werden in ein eigenes Donatorenbuch, die Spenden von mindestens 100 Bäumen, die für 1 ha (Garten) ausreichen, in das goldene Buch des Nationalfonds eingetragen. Ausserdem tragen die innerhalb der einzelnen Volksdomänen angelegten Gärten resp. Gartenparzellen den Namen der Stifter oder eine von ihnen in Vorschlag gebrachte Benennung. Der Stifter von mindestens 1000 Bäumen (für 10 ha) gibt einem ganzen Olivenhain seinen oder einen von ihm bestimmten Namen. Es können natürlich auch Vereine und Verbindungen aller.Art, Familien, Landsmannschaften und andere Korporationen als Spender, Donatoren und Stifter eingetragen werden. Die jüdischen Zeitungen werden aufgefordert, diese Spenden unter dem Titel „Oelbaumspende" entgegenzunehmen und auszuweisen. Alle Spenden und Stiftungen werden an den Jewish Colonial Trust abgeführt, der den Volksdomänenfonds ebenso wie den Nationalfonds verwaltet. Auf diese Weise wird es keine. Schwierigkeiten machen, für die aus dem Nationalfonds angekauften Ländereien die Mittel zu ihrer sofortigen Bepflanzung bereitzustellen. Die Verwaltung der Volksdomänen wird einer vom Kongress eingesetzten und vom A. C. überwachten Kommission übertragen. Die „Kommission zur Erforschung Palästinas" erbietet sich, die Grundlage der Organisation zu schaffen und durch ihre fachmännischen Beamten und Mitarbeiter in Palästina die ersten Abgrenzungs- und Pflanzarbeiten ausführen zu lassen, bis der Umfang der Geschäfte eine eigene Verwaltung erfordert. Ueber die Verwendung der freilich erst nach 8—10 Jahren zu erwartenden Einkünfte dieser Volksdomänen wird auf einem Kongress Beschluss gefasst werden. Wir möchten aber schon jetzt befürworten, dass die Einnahmen der Volksdomänen zur Gründung* und Unterhaltung von Hochschulen in Palästina verwendet werden. Ideelle Arbeit für ideelle Güter. Da der künftige Ertrag pro Hektar Olivenland auf mindestens 300 Frcs. zu veranschlagen ist, so würde schon die Bepflanzung der dem jetzigen Stande des Nationalfonds entsprechenden Ländereien (etwa 3000 ha) genügen, um eine Hochschule zu unterhalten. Aber auch materielle Güter würden geschaffen: Tausende von jüdischen Arbeitern oder Erbpächtern werden bei den Volksdomänen dauernd ihren Unterhalt finden, neue Industrien werden in Palästina entstehen, die Ausfuhr sich vermehren und Handel und Wandel erblühen. Möge dem jüdischen Volke die unserem Vorschlage nachfolgende Tat zu einer dauernden Quelle der Befriedigung seiner ideellen und materiellen Bedürfnisse werden! („Altneuland", Heft III.) * Ueber die jüdische Einwanderung in die Vereinigten Staaten von Nordamerika gibt das von Cyrus Adler edierte diesjährige „The American Jewish Year Book" nachstehende überaus lehrreiche Daten: Im Jahre 1818 wurde die Zahl der in Nord-Amerika wohnenden Juden von dem bekannten Mordechai M. Noah auf nur 300 geschätzt. 50 Jahre später zählten die Vereinigten Staaten bereits 50000 Juden, welche namentlich aus Süddeutschland eingewandert waren. Die Einwanderung aus Deutschland hielt auch nach 1848 an aber bereits am Beginn der 60 er Jahre kamen auch russische Juden, namentlich aus Westrussland. Die Zahl der Juden in Nordamerika stieg rapid und erreichte in den nächstfolgenden 30 Jahren die Höhe von 230000 Seelen. Die eigentliche jüdische Einwanderung in den grossen Freistaat jenseits des

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