Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 4 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Die Seine bei Marly [Illustration]
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 13 - 14 (sequence 1)
- Language
- German
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13 Gcoig Hermann: Camille Pissarro. 14 CAMILLE PISSARRO. (Aus dem „Kunstsalon Cassirer" Berlin W.) DIE SEINE BEI MARLY. CAMILLE PISSARRO. Von Georsr Hermann. Was ahnen wir davon, welche Namen noch Klang haben werden, wenn unsere heutige Kunst historisch geworden ist? Was wird von ihr bleiben, geehrt und bewundert werden? Die Geschichte geht oft merk- - würdig vor. „Die Zeit, die ungesehen straft und richtet, hat manchen schon vergessen, hat dem die Säule nicht errichtet, der schon das Fussgestell besessen." Doch wenn wir annehmen, dass die Malerei einen Weg von Urbeginn an durchläuft, dass bei allerhand Rückschlägen, Seitenpfaden, Sackgassen und Verirrungen, doch eine gewisse Kurve der Entwicklung sich ergibt, ein fortschreitendes Kämpfen um Verbildlichung stattfindet, um Erhöhung der Farbenleuchtkraft, um Bereicherung und Verfeinerung der Tonskalen, um Bewegung, um Verinnerlichung des Geschauten — wenn wir aus dem, was noch heute von Wert, das ablesen wollen, wenn uns die Geschichte der Malerei diese (Nachdruck verboten.) Lehren gibt — so ist es eigentlich nicht zu schwer, das Bleibende vorauszusagen. Und es ist so schon oft ausgesprochen worden, dass die Werke der französischen Impressionisten die stärkste künsflerische Tat des vergangenen Jahrhunderts bedeuten; denn sie haben den Markstein ein bedeutendes Stück nach vorwärts gerückt; eine erhöhte Leuchtkraft, Bereicherung und Verfeinerung der Palette, eine neue Verbildlichung und Raumgebung haben sie der Welt gewiesen. Aber — wird ihnen vorgeworfen — die Verinnerlichung des Geschauten lassen sie vermissen; und das mag ihnen einmal den Todesstoss geben. Bei Muther z. B. ist Monet als ein Momentphotograph von seelenloser Kälte hingestellt, den die zu erwartende farbige Photographie einmal überflüssig machen wird — doch dem ist zu widersprechen. Oder sieht man denn nicht, dass in all dem, was sie Neues gaben, eben eine Verinnerlichung liegt? An