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Ost und West · 1907-12-01 · Heft 12 (Dezember 1907) · p. Seite 799 - 800

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 12 (Dezember 1907)
Article
Das Hilfswerk der Alliance in Marokko
Date
1907-12-01
Page
Seite 799 - 800 (sequence 2)
Language
German
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799 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Das Hilfswerk der AUiance in Marokko. 800 Abraham Amstet wollte das Mädchen mit Gewalt entführen, und wäre dabei von dem Araber erschossen worden, wenn sein Begleiter ihn nicht gerettet hätte. Wir gingen darauf zu einem Freund des Arabers, der uns sagte, wir würden das Mädchen gegen ein Lösegeld herausbekommen. Für das zweite von uns aufgefundene Mädchen verlangte man 10 Duros. Wir fanden danach noch 13 Mädchen und 3 Knaben, von denen erst zwei Mädchen von ihren Eltern zurückgekauft worden sind. All diese jungen Leute sind bei den Mdakras. Von hier aus wollte Herr Abraham Amstet noch nach Mzab gehen, um auch dort nach Israeliten zu suchen. Wir ließen es aber nicht zu, denn die Araber hätten ihn totgeschlagen, weil sie ihn für einen Spion hielten. Ein einziger Araber, der Häuptling aller Kabylen, hat Ihren Abgesandten respektiert und hat uns versprochen, Ihnen zuliebe die jungen Mädchen zu befreien, die sich bei diesen Kabylen befinden. Dazu ist aber etwas Geld nötig, das wir Einwohner von Maguch nicht geben können. Bitte, beraten Sie darüber mit den Reichen in Gasablanca, und lassen Sie uns wissen, was Sie zu tun gedenken. Gez. Die Israeliten von Maguch. Meier Trudjman. Elias Benhimol. Abram Benchotrit. Ry Messod Edery. Messod Amor usw. usw. S e 11 a t. Geehrte Herren Pisa und Zagury! Herr Abraham Amstet ist mit seinem Begleiter Si Mohamed ben-Hadj-Omar von Ouled-Hriß zu uns nach Settat gekommen. Dieser Araber hat unterwegs zwei junge Mädchen für 6 Duros losgekauft und bis Settat geleitet, ohne dafür auch nur einen Centime anzunehmen. Er meint, das sei ein Geschenk, das er den Israeliten macht. Er hat uns erzählt, welchen großen Mühen Abraham Amstet sich hat unterziehen müssen, um alle aus Casablanca entflohenen Juden wieder aufzufinden. Sie wünschen von uns eine Auskunft, wieviel Juden aus Casablanca sich hier in Settat aufhalten. Seitdem wir sie hier bei ihrer Ankunft enpfangen, haben wir ungefähr 500 Familien verzeichnet. Wir haben sie gastfreundlich aufgenommen; vielen von ihnen, die nach Mazagan weiter gegangen sind, haben wir die Führer dorthin bezahlt, und haben ihnen Brot für den Weg mitgegeben. Andere sind hier geblieben, und so lange sie noch bleiben wollen, werden sie hier freies Essen und Trinken und Obdach erhalten. Wir haben auch junge Mädchen aus den Händen der Araber in der Umgebung von Settat befreit. Sobald wir erfahren, daß in einem bestimmten Duar (Beduinendorf) ein jüdisches Mädchen ist, schicken wir sofort Vertrauenspersonen hin, um sie loszukaufen. Viele junge Mädchen sind bei den Leuten vom Stamm Uled-Said, die von uns 100—150 Duros verlangen. Unter den von diesen Arabern zurückgekauften Jüdinnen haben wir zwei sehr teuer bezahlt: eine junge Frau, die Tochter eines sehr angesehenen Mannes haben wir für 91 Duros auch noch fast mit Gewalt nehmen müssen; für die andere, eine Frau mit ihren Kindern, haben wir 101 Duros bezahlt. Das dazu erforderliche Geld haben die Angehörigen der beiden jungen Frauen gegeben. Erst in dieser Woche haben wir wieder vier Personen zum Loskauf von Mädchen zu den Uled-Saids geschickt; es soll dort noch eine ganze Anzahl sein. Herr Ahraham Amstet hat uns Ihren Auftrag ausgerichtet, wir sollten hier die gefangenen Mädchen loskaufen, Sie würden uns das dafür verauslagte Geld zurückerstatten. Wir bitten Sie demnach, meine Herren, uns für das Lösegeld der jungen Mädchen und für ihre Weiterbeförderung nach Mazagan einen Kredit bei dem Schullehrer oder bei Herrn Maimaru in Mazagan zu eröffnen, denn mit dieser Stadt können wir bequem verkehren. Wir hier arbeiten nur um Goiteswillen und aus Mitleid für unsere Glaubensgenossen, aber wir haben nicht genügend Mittel, um unsere Pflicht ohne Beihilfe zu erfüllen. Gez. 1 j a v i d A m a r. Abraham Oliay on. Mzab, den 3. Cheschwan 5668. Geehrter Herr Schuldirektor! Wir haben Ihren Brief erhalten und daraus ersehen, daß Sie sich damit beschäftigen, den Israeliten zu helfen. Gott helfe Ihnen bei Ihrem Werk. Eine große Anzahl von Familien hat sich bei uns aufgehalten. Einige hatten wir losgekauft und nach Mazagan geschickt, einige Familien sind noch hier und bleiben, bis wir ihnen die Weiterreise bezahlen können. Nachdem wir jetzt Ihre Zusage erhalten haben, worden wir alle Israeliten loskaufen, die sich noch in den Händen der Araber befinden. Mit diesem Brief zugleich erhalten Sie die Liste der von uns losgekauften Personen und der Personen, denen wir Reisegeld gegeben haben. Wir werden uns bemühen, alle in unserem Bezirk verstreuten Israeliten in Settat zusammenzuführen. Wir stehen Ihnen immer zu Diensten. Gez. Isaac Benchetrit. Mordechai Ruemi, Azemmur, 4. Cheschwan 5668. Der Unterzeichnete bezeugt hiermit, daß Herr Abraham Amstet zu uns nach Azemmur gekommen ist, um zu erkunden, ob sich hier Israeliten aus Casablanca aufhalten, die er loskaufen und mitnehmen könnte. Er hat hier nichts gefunden, denn die in unserer Umgegend gefangen gewesenen Frauen und Mädchen hatten wir selbst schon von den Arabern losgekauft und nach Mazagan befördert. Abraham Amstet hat sich darauf nach Stuka und nach Chiadma begeben, und hat auch dort keinen Flüchtling gefunden. Zur Bekräftigung des Gesagten zeichne ich Sid Benator,

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