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Ost und West · 1907-12-01 · Heft 12 (Dezember 1907) · p. Seite 797 - 798

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 12 (Dezember 1907)
Article
Achad Haam über das Schulwerk der Alliance Israélite Universelle
Date
1907-12-01
Page
Seite 797 - 798 (sequence 2)
Language
German
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797 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Achad Haam über das Schulwerk der Alliance Israelite Universelle. 793 schaffen. Sie hat aber keinerlei missgünstige Bestrebungen in bezug auf die jüdische Seele, — im Gegenteil, sie sucht diese Seele besonders zu wahren. — (In einem Zirkular vom 22. Januar 1896 heisst es: „Es ist uns viel erwünschter, dass die Schüler Casablanca, 15. Oktober 1907. Die beiden Boten, die ich vor 14 Tagen nach Mzab und nach Settat geschickt hatte, sind zurückgekehrt, und haben mir aus den von ihnen besuchten Orten Briefe mitgebracht, von denen ich Abschriften beilege. Die Briefe kommen aus Uled-Hriß, Maguch, Settat, Mzab und Azemmur. Uled-Hriß ist eine der ersten Ortschaften auf dem Wege nach Settat. Man hatte mir beinahe offiziell die Versicherung gegeben, daß als eine der Friedensbedingungen von den arabischen Stämmen die Freilassung der Juden aus Casablanca verlangt worden war. Doch obgleich der Stamm sich unterworfen hat, haben die Araber ihre Gefangenen nicht freigelassen. Ich habe meinem Korrespondenten Auftrag gegeben, die drei jungen Mädchen loszukaufen, die sich noch in den Händen der Araber befinden, und sie nach Casablanca zurückzuschicken. Maguch ist ein großes, einige Stunden vor Settat belegenes Dorf. Die dortige, aus 30 Familien bestehende jüdische Gemeinde hat die Flüchtlinge mit großer Liebe aufgenommen. Aus dem anliegenden Brief geht hervor, daß dort noch 17 junge Mädchen und Knaben in Gefangenschaft sind. Ich werde sofort den Auftrag dorthin erteilen, die jungen Leute auf unsere Kosten loszukaufen und in ihre Heimat zurückzuschicken. Die Stadt Settat ist Ihnen wohl noch durch die Plünderung bekannt, die vor vier Jahren dort stattgefunden hat. Seitdem hat die kleine Gemeinde sich aus Zuzüglingen von Casablanca wieder ergänzt. Die beiden Herren, die den beifolgenden Brief unterzeichnet haben, sind ziemlich wohlhabend. Sie haben sich mit dem größten Eifer der Flüchtlinge angenommen und ihre Not liebevoll und ausreichend gelindert. Alle Ankömmlinge sind voll Lobes für dieses Verhalten. Wollen Sie die Güte haben, Herrn Elmalah den im beifolgenden Brief erbetenen Kredit zur Verfügung zu stellen; ich werde ihm schreiben, daß er sich mit den Notablen in Settat in Verbindung setzen soll. Der Mzab ist ein weites Gebiet, über das ganz kleine jüdische Gerneinden verstreut liegen, die sich vom Ackerbau ernähren. Aus dem beiliegenden Brief können Sie ersehen, daß man beabsichtigt, alle Flüchtlinge von Casablanca in Settat zu konzentrieren. In Casablanca selbst hat die Lage sich nicht geändert. Die reichen Familien, die nach Spanien geflohen waren, sind wieder in ihre verwüsteten Heimdie Leidensgeschichte der Juden kennen, als dass sie die Regeln vom französischen Partizipium können".) — Niemand wird Achad Haam den Vorwurf machen, dass er „zu wenig jüdisch" sei. Nachdruck verboten. statten zurückgekehrt. Wer über einige Mittel verfügen kann, eröffnet einen kleinen Spezerei-, Weißwaren- oder Bijouterieladen. Der Großhandel ist tot. Die armen Leute arbeiten als Lastträger und Verlader; es sind aber ihrer so viele und ihre Zahl vergrößert sich täglich durch Zuzug aus dem Innern so bedeutend, daß viele ohne Arbeit bleiben. Die zwischen den beiden stehende Klasse der vormnls wohlhabenden Leute ist am meisten zu bedauern. Sie können kein neues Geschäft anfangen wie die Reichen, und können nicht betteln wie die Armen. Was sollen sie tun, um ihr Leben zu fristen? Wir verteilen ja immer noch Getreide, aber unsere Vorräte sind bald erschöpft. Die Aussichten bleiben trübe. Die zwischen den feindlichen Bruderstämmen und der französischen Armee stehenden Stämme können sich nicht zur Unterwerfung entschließen. Da sie nicht haben säen können, ist die Ernte des nächsten Jahres verloren. Pisa. Uled Hriß. Geehrter Herr Pisa! Herr Abraham Amstet ist zu uns nach Uled- Hriß gekommen, um zu erkunden, ob von hier aus Juden nach Casablanca zurückzuschicken seien. Er hat 15 junge Mädchen ausfindig gemacht, von denen drei noch nicht losgekauft sind. Die übrigen sind teils von ihren Angehörigen, teils von uns oder von hiesigen jüdischen Privatleuten zurückgekauft worden. Eines der jungen Mädchen hat aus Dankbarkeit ihren Befreier geheiratet. Gez. Elias B e n s i m h o n. M a g u c h , 1. Cheschwan 5668. Geehrter Herr Isaac Pisa! Hierdurch teilen wir Ihnen mit, daß Ihr Abgesandter, Herr Abraham Amstet, am Freitag bei uns angekommen ist, zwei Tage nach seiner Abreise aus Gasablanca. Er hat uns Ihre Vollmacht vorgelegt, damit wir ihm hei der Befreiung der jungen Mädchen und Kinder behilflich sind, die sich in dieser Gegend noch in Gefangenschaft befinden. Wir haben ihn gut aufgenommen und bis zum Sonntag bei uns behalten. Dann sind wir sehr früh am Morgen mit ihm auf die Suche nach Gefangenen gegangen. Das erste junge Mädchen fanden wir bei einem Araber Namens Ahmed ben Zociira. Er hatte ihr das Haupthaar abgeschoren und betrachtete sie als seine Tochter. DAS HILFSWERK DER ALLIANCE IN MAROKKO. (Spezialbericht für die A. I. U. von Is. Pisa.)

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