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Ost und West · 1907-12-01 · Heft 12 (Dezember 1907) · p. Seite 749 - 750

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 12 (Dezember 1907)
Article
Ausstellung jüdischer Künstler
Date
1907-12-01
Page
Seite 749 - 750 (sequence 4)
Language
German
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749 Dr. Alfred Nossig: Ausstellung jüdischer Künstler. 750 -n \ JOZEF ISRAELS Die Nachbarn» (Zum Artikel ..Ausstellung jüdischer Künstler'.) (Düncfyen, Wien, Paris, Condon, Rrakau, Petersburg, Rom und anderen Städten 311 geben. Regt sich doch heute, wie die Bilder R. 5 a m u e 19 beweifen, das künftlerifche Streben [elbft unter den Beni Israel, jenen fcr)ivar3r)äutigen Juden Indiens, die als die nachkommen der vei'lorenen 3el)n Stämme betradjtet werden. Hoch eine andere bemerkenswerte Grjd)einung ergibtfid) aus den in der flusftellung vereinigten Werken. (Dan fpricfyt heute viel von der ßeimatsfunft, von dem beftimmenden Cinfluffe, den neben der Raffe das ßeimatsland auf das Schaffen der Rünftler ausübt Sicher= Ud) wird fid) diefer Cinflufe aud) in den Werken der fcfyaffenden Juden, die in ihrer ßeimat feft wuseln, bemerken laffen. flndererfeits aber fcheint es jenen jüdifcrjen Mnftlern, die das harte Sd)ickfal ihrer Glaubens* genoffen teilend, von £and 3U Cand wandern mußten, vorbehalten gewefen 3U fein, eine in der Rulturent= Wicklung veredelt daftehende Runft der ßeimatslofigkeit 3U fchaffen. Ausgebend von der nationalen Gefcr;id)te — der t)eroifd)en Cpodje des Judentums, — von der Synagoge und dem Ghetto, die i\)v die ßeimat vertreten müffen, wird diefe Runft 3ur beredten Sd>ildererin der namenlofen Ceiden desQcüs und klingt in eine l)alb fYmbolifcr;e, tjalb realiftifcrje flpotheofe des irrenden Volkes aus. Von den Ufern der Seine und der rtjemfe fd)\veift der Blid^ der jüdifcrjen Rünftler nad) jenen fcrjneeigen Gefilden 3urück, die das Blut ihrer Brüder rötet. Wie einft Rembrandt das Flmfterdamer Ghetto für dieRunft entdeckte, fo führen fie das Ghetto des Oftens in die (Dalerei und piaftik ein. Vom rein künftlerijdjen Standpunkt eröffnet fict)r)ier eine Quelle intereffanter (Dotive. So t)at, um nur ein ODoment 3U ftreifen, Rod in die jüdifdjen Rünftler darauf aufmerkfam gemacht, dafe durcl) den Gebetmantel, wie einft durch die römifche Toga, eine fülle unvergleichlich) fd)öner Variationen der Cinienführung ficr; er3ielen laffe. €in Wort nod) über die jüdifchen Altertümer. Sie wurden diefer flusftellung einverleibt, um den Rahmen und die (Dotive 3U veranfcrjaulichen, innerhalb deren das plaftifcrje Empfinden der Juden OELGEMAELDE. HENRY LEW BLEISTIFTZEICHNUNG. (Zum Artikel „Ausstellung jüdischer Künstler".)

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