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Ost und West · 1907-11-01 · Heft 11 (November 1907) · p. Seite 725 - 726

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 11 (November 1907)
Article
An die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums
Date
1907-11-01
Page
Seite 725 - 726 (sequence 1)
Language
German
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725 726 N\\VV"""WA// " MITTEILUNGEN f//j ausdem Deutschen Bureau der no m qti9 BERLIN, N 2^. Alliance Jsraelite Univeiselle bx-tw!?3 0ranienourgersrn4?43____ AN DIE LEHRANSTALT FUER DIE WISSENSCHAFT DES JUDENTUMS. Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums hat ihr eigenes Heim bezogen. Der schöne Tag, der eine frohe und glückliche Zukunft einleiten möge, ist mit würdiger Feier begangen worden. Wir nehmen an dieser Feier mit ganzem Herzen Teil. Denn wo die Wissenschaft des Judentums gepflegt wird — in welcher Richtung immer, wofern nur die Erforschung und Befestigung das Ziel ist — da ist die Alliance Israelite Universelle im Bunde, da hat sie Mitarbeiter an der Erstarkung unserer Glaubensgemeinschaft. Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums hat von Anbeginn und in den fünfunddreissig Jahren ihres Bestehens alle Zweige jüdischen Wissens gepflegt und gefördert, ihre Jünger zu Aposteln des Judentums und seines religiösen Bekenntnisses erzogen. Einträchtig haben an ihr Vertreter aller Anschauungen gewirkt, — in rühmlichem Wetteifer, in musterhafter Verträglichkeit. So ist sie uns eine Genossin an unserem Werke, das der gesamten Judenheit gewidmet ist. Wir bringen ihr aus tiefstem Gemüt innigste Glückwünsche dar. Berlin, 22. Oktober 1907. Das Präsidium der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft der Alliance Israelite Universelle. Ludwig Max Goldberger. Charles L. Hallgarten. DAS UNTERSTUETZUNGSWERK DER ALLIANCE IN MAROKKO. (Spezialbericht für die A. I. ü. Von Is. Pisa.) Nachdruck verboten. Casablanca, 23. September 1907. Ich habe die Ehre, Sie zu benachrichtigen, dass ich soeben die Verteilung von Unterstützungen an Lebensmitteln und Geld beendet habe. Ungefähr 300 Familien befanden sich in äusserster Not. An diese habe ich an den Eüsttagen zum Roseh-Haschana-, zum Jom-Kippur- und zum Sukkot-Fest drei grosse Verteilungen vorgenommen. Den Familien, die nicht zur Abholung zu kommen wagten, habe ich die Spenden persönlich ins Haus gebracht, die anderen kamen in die Schule, um dort die Gaben zu empfangen. Alle Lebensmittel und eine beträchtliche Geldsumme sind verteilt worden. Sobald auch die Kleidungsstücke verteilt sein werden,' die wir von Dr. Baron Rothschild erwarten, können wir, glaube ich, das Unterstützungswerk an Ort und Stelle für abgeschlossen erachten, um nicht etwa auf Trägheit eine Belohnung zu setzen. Kommandant Mangin, den ich gestern sprach, hat mir versichert, dass alle kräftigen Männer Arbeit finden, und dass die Frauen als Bonnen, Haushälterinnen, Köchinnen, Wäscherinnen Beschäftigung haben können. Wirkliche Armut bleibt nur bei den wenigen Familien, für die solche Tätigkeit sich nicht eignet, bei Kranken und Waisenkindern. Ich stellte eine Liste dieser Personen auf, die wie in früheren Tagen wöchentliche Unterstützung erhalten werden. Besondere Aufmerksamkeit wende ich jetzt den im Innern des Landes und an der Küste zerstreuten Glaubensgenossen zu. Die Verteilung der Spenden hat unendliche Mühe gemacht. Bei der Auflösung aller Autoritäten fand ich bei niemand Hilfe, wohl aber überall Beschwerden und Kritik. Ausnahmen bildeten einzig die Herren Banabu und David Alexander, die mir bei der Aufstellung der Liste der Bedürftigen von grossem Nutzen gewesen

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