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Ost und West · 1907-10-01 · Heft 10 (Oktober 1907) · p. Seite 675 - 676

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 10 (Oktober 1907)
Article
Die Israeliten in Persien
Date
1907-10-01
Page
Seite 675 - 676 (sequence 1)
Language
German
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675 676 DIE ISRAELITEN IN PERSIEN. Spezialbericht für die A. I. U. von Lahana. Nachdruck verboten. Schiras, 19. August 1907. Es vergeht kaum eine Woche, daß eine der kleineren Gemeinden von Fars brieflich meine Intervention erbittet, um sie aus der Willkür zu befreien, deren Opfer sie ist. Meine beste Zeit wird von Bemühungen in Anspruch genommen, die ich zugunsten zahlreicher kleiner Gemeinden in der Umgegend von Schiras machen muß. In dieser Zeit der Anarchie sind namentlich die unglücklichen Israeliten der ganzen Provinz unausgesetzt verfolgt und von den Priestern den unmenschlichsten Ausnahmegesetzen unterworfen. Wir erwarten mit Ungeduld die Veröffentlichung der neuen Gesetze, damit wir laut ein wenig Gerechtigkeit für alle Israeliten unserer Provinz verlangen können. Die Behörden, mit denen wir übrigens in den besten Beziehungen sind, werden endlich meiner unaufhörlichen Reklamationen müde. Die Lage der Gemeinde von Schiras verlangt fortgesetzte Unterstützung. Wir haben bei allen unseren Bemühungen und bei den Anrufungen der Behörde in einer Stadt, wo wir jedes Schutzes entraten, tausend Rücksichten zu nehmen. Die kleine Gemeinde von Dar ab schickt mir schon lange Brief auf Brief, ich möchte mich für ihr Schicksal interessieren. Die 30 Familien, die dort wohnen, haben seit mehreren Monaten von fanatischen Mollahs Verfolgungen zu erleiden. Ihre Lage ist seit der Vertreibung unserer Glaubensgenossen aus Lar unerträglich geworden. Man hat ihnen den Handel mit alkoholischen Getränken verboten. Waren, die sie im Depot hatten, sind geraubt, ihre Gerätschaften zerschlagen worden. Allabendlich wird unter irgend einem Vorwand das Judenviertel überschwemmt, werden zahlreiche Juden erbarmungslos mißhandelt. Da der Gouverneur eben abgesetzt wurde, hatte die Geistlichkeit die unumschränkte Herrschaft in der Stadt. Die Provinzialbehörden waren somit garnicht in der Lage, irgend einen Befehl zu erteilen. Ich war gezwungen, mich in Geduld zu fassen, bis der neue Gouverneur ernannt worden war. Dann begal ich mich sofort zu Mezam-es-Saltaneh, der in meiner Gegenwart den neuen Gouverneur von Darab beauftragte, unsere Glaubensgenossen gegen die Willkür der Geistlichkeit zu schützen. Sobald der Gouverneur von Darab an seinem Amtssitz angelangt war, schrieb ich ihm, um ihn an seine Versprechungen zu erinnern. Er ließ die Oberhäupter der Gemeinden berufen und teilte ihnen mit, daß er entschlossen sei, sie offen zu beschützen, wie er es dem Reis von Schiras versprochen habe. Nach zahlreichen beunruhigenden Briefen erhalte ich in dieser Woche eine Mitteilung von unseren Glaubensgenossen in Darab, in der sie mir mit großer Freude verkünden, daß meine Bemühungen das glücklichste Ergebnis gehabt haben. Sie waren schon bereit, den verzweifelten Entschluß der Laris nachzuahmen, aber jetzt denken sie nicht mehr daran, ihre Stadt zu verlassen. Lahana. Neue immerwährende Mitglieder, Berlin. Die immerwährende Mitgliedschaft der A.I.U. hat Herr Max Weisbach, Magdeburgerstr. 4, erworben. b«W k ra m MUT Nummer^^ljn Prospekt der „Sanä^GBscllscfaäft hl b. H., Cleve" bj^^ Angesichts des von manchen Cigarettenfabrikanten geübten Unfugs, auf den Schachteln Konstantinopel oder andere türkische Städte- und Provinznamen anzubringen, um bei dem Publikum den Glauben zu erwecken, dass sie Fabriken in der Türkei besitzen, machen wir unsere Leser auf Folgendes aufmerksam. Im ganzen türk. Reiche ist es, ausser den Manufakturen der Kaiserlich Türkischen Tabak-Regie, niemandem gestattet, Cigaretten zu fabrizieren. Die Cigaretten der Kaiserlich Türk. Tabak-Regie bieten allein die Garantie, dass sie nur reinen türkischen Tabak enthalten, weil das strenge Einfuhrverbot die Verwendung anderweitiger Tabake ausschliesst. Hingegen können bei den ausserhalb des türk. Reiches, wie z. B. in Aegypten, angefertigten, sogenannten türkischen Cigaretten auch Tabake nicht türkischer Herkunft verwendet werden. Der offizielle Ausweis der Aegyptischen Regierung über die Tabak-Einfuhr in diesem Lande für das vergangene Jahr gibt an: Gesamteinfuhr von Tabaken: 7260334 kg. Hiervon Türkische Tabake: 3513460 „ verbleiben minderwertige anderweitige Tabake: 3747874 kg. z. Teil aus Bulgarien, Griechenland, Italien, Oesterreich, Russland, England etc. Um Verwechselungen zu vermeiden, achte man auf das Kaiserlich türkische Wappen, wie solches im Inseratenteil bei der betreffenden Annonce zur Abbildung gelangt ist, welches jede Schachtel und jede Cigarette tragen muss. Die Marken der Kaiserl. Türkischen Tabak-Regie sind in jeder besseren Cigarrenhandlung des In- und Auslandes erhältlich. Inseratenannahme nur dureft fiaa$en$teil1 $ Uogkr J\. 0. in Berlin und deren Jlliakn. Abonnementspreis für das Jahr in Deutschland und Oesterreich Mark 7,— (Luxusausgabe Mark 14,—), für das Ausland Mark 8—« (Luxusausgrabe Mark 16). für Russland {ranzjährlich 4 Rubel. Einzelhefte ä 35 Kop. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes, durch alle Postämter des Deutschen __ Reiches unter No, 5785 a der Postzeitungsliste und durch die Expedition dieser Zeitschrift. Anzeigen Mk. L— die viergespaltene Nonpareillezeile, grössere Anzeigen nach Tarif, bei Wiederholungen Rabatt. Adresse für die geschäftliche Korrespondenz: Verlag „Ost und West", Berlin S.42, Wasserthorstr. 50. _ Redaktion; Berlin W. 15, Knesebeckstr. 48/49. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Chefredakteur Leo Winz, Berlin W. 15, Knesebeckstr. 48/49. - Verlag Ost und West, Leo Winz, Berlin S.42. — Druck von Beyer & Boehme, Berlin S.42, Wasserthorstr. 50.

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