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Ost und West · 1907-08-01 · Heft 8-9 (August-September 1907) · p. Seite 603 - 604

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 8-9 (August-September 1907)
Article
Aphorismen. Von C. Kalischer [Rezension]
Date
1907-08-01
Page
Seite 603 - 604 (sequence 2)
Language
German
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603 Büch erschau. 604 Kraft und durch Tiefe. Es ist eine Freude, das kleine Buch zu. lesen und immer wieder zu lesen. Der Verfasser ist Rabbiner in Bonn. Er hat seine Amtsbezeichnung seinem Namen nicht beigefügt und er hat Recht daran getan. Denn so sehr die Gedanken, die er in seinem Buch vorträgt, jedem Rabbiner zur Ehre gereichen würden, Berufsgedankeu sind sie nicht. * * * Einsames Land. Erzählungen und Stimmungsbilder von Dr. Wilhelm Münz, Rabbiner in Grleiwitz. Verlag von J. Kauffmann in Prankfurt a. M. Hier hat der Verfasser seinen Titel genannt, und er hat Recht daran getan. Denn seine Erzählungen und Stimmungen sind aus den Anschauungen und Erfahrungen des Amts hervorgegangen, an dessen Aufgaben er seine dichterische Kraft erprobt hat. Die Begeisterung, die den Verfasser in seinem Beruf beseelt, spricht nicht minder aus seinen poetischen Schöpfungen, und die mitreissende Kraft ist auch hier nicht verloren gegangen. * . * # Beruria. Gebet- und Andachtsbuch für jüdische Frauen und Mädchen. Von Rabbiner Dr. Max Grrunwald. Verlag von Jos. Schlesinger in Wien. Das Buch, so heisst es im Vorwort „ist nicht bestimmt den Siddur und das Machsor zu verdrängen'\ — Keine Sorge, dass das geschehen könnt?. Das Buch, so heisst es weiter im Vorwort, ,,erbittet dringend dauerndes Heimrecht an jenen Türen, von denen die Sprache der Psalmisten trauernd sich fortgewiesen sieht, und die nun dem lauernden Gespenst des Abfalls vom •alten Väterglauben offen stehen." — Keine Aussicht, dass dieser Bitte stattgegeben wird. Die alten Techinoth haben es nicht erreicht und waren doch wenigstens naiv, während diese neue Techinah blos geschmacklos ist. Ein Abschnitt, dem die Ehren eines besonderen Respekt-Titelblattes eingeräumt sind, hat die dunkle (Überschrift: „Bilder und Zeichen am Lebenswege. Nach Bibel, Talmud und Midrasch." Als Motto ist das Wort aus Hebbels Judith vorangesetzt: „Ein Volk, das solche Weiber hat, ist nicht zu verachten." Der Herausgeber will damit keinen Witz machen, er ist im Gegenteil von trostloser Ernsthaftigkeit. — Ein Teil des Inhalts ist von anderen Autoren entlehnt. Die Namen der freiwilligen und unfreiwilligen Spender sind auf der Schlussseite aufgezählt. Manche werden ihren durch Druckfehler und unsinnige Aenderungen entstellten Anteil nicht erkennen. K. * t * * Lieber mann-Mappe, herausgegeben vom Kunstwart, Preis 10 Mark. (Kunstwartverlag Georg D. W. Callwey in München.)- Wer den Kunstwart nur oberflächlich kennt, mag sich darüber wundern, dass gerade er Liebermanns 60. Geburtstag durch die Herausgabe einer besonderen Künstlermappe ehrt, noch dazu mit der umfangreichsten Mappe, die er überhaupt bis jetzt gebracht hat. Aber Avenarius ist keineswegs ein Gegner der Modernen; die ihn und den Kunstwart dafür ausgeben, schiiessen das meistens sehr irrtümlich daraus, dass er den Folgerungen sich nicht anschliesst, welche gewisse moderne Kritiker aus ihrer Bewunderung ziehen. Auch der Kunstwart schätzt und ehrt Liebermann, ohne ihn freilich mit den „modernen" Kritikern gleich den grössten lebenden Maler oder sogar den grössten lebenden Künstler zu nennen; aber er macht den Schluss nicht mit, dass deshalb die Künstler anderer Richtung, dass vor allem so überragende Genies wie Böcklin und Klinger geringere Künstler als Liebermann seien. Auch im Begleittext zur Liebermann-Mappe macht Avenarius aus seiner ablehnenden Meinung gegenüber den einseitigen Verherrlichern Liebermanns kein Hehl: im übrigen aber bemüht er sich, dem Publikum die Augen für diese urgesunde und wahrhaftige Malerei zu öffnen, wo sie noch nicht geöffnet sein sollten. Liebermann selbst hat die Publikation entgegenkommend mit seiner Hilfe unterstützt. Avenarius hat davon freudig Gebrauch gemacht, und so bietet die Mappe, mit nahezu einem halben Hundert (etwa zur Hälfte in grossem Format reproduzierten und auf Karton aufgezogenen) Bildern, die grösste Bilderpublikation über Liebermann, die bisher überhaupt erschienen ist. Wer die moderne Malerei in Deutschland näher kennen lernen will, der muss diese Mappe kennen lernen, wo immer er die Originale nicht kennt. Unserer heutigen Nummer lie^t ein Prospekt der „Sana-Gesellschaft m. b. H., Cleve" ^LdZZrZ7^tZ Kaum 15 Monate sind verflossen, seit die Actien-Gesells^haft für Anilin-Fabrikation, Berlin, die letzte Auflage ihres bekannten ,.Agfa-Photo- Handbuches1', das 41.—52. Tausend in blauem Leinenband, herausgab und schon wieder hat sich ein Neudruck notwendig gemacht. Diese neueste Ausgabe, in weinrotem Leinenumschlag und einer Stärke von 120 Textseiten liegt uns vor; es handelt sich um das 53.-65.' Tausend. Angesichts der Fülle des darin über die photographischen „Agfa"-Artikel, wie Platten, Films, Entwickler. Spezialitäten etc., Gesagten und bei dem äusserst geringen Preis von 30 Pfg., der knapp die Selbstkosten deckt, ist es nicht zu verwundern, wenn kein Verbraucher von „Agfaa-Photo-Artikeln dieses handliche Büchlein missen möchte. Zu beziehen ist dasselbe durch alle Handlungen mit photographischen Artikeln. Gewerbe-Akademie Friedberg. Die an der Akademie hier kürzlich wieder unter dem Vorsitz eines städtischen Prüfungskommissars (Geh. Baurat) in den Abteilungen für Maschinenbau, Elektrotechnik. Bau-Ingenieurfach und Architekturfach abgehaltenen Ingenieurprüfungen haben wiederum ■ein günstiges Resultat ergeben, denn von den Kandidaten der Hauptbezw. Vorprüfung bestanden 11 mit dem Prädikat „sehr gut". 20 mit rgut's 10 erreichten die Note „bestanden", während 3 die Prüfungen ganz oder teilweise wiederholen müssen. Das neue Maschinenlaboratorium ist dem Herrn Dozenten Dipl.-Ing. Imrnerschitt unterstellt, der auch im Verein mit den übrigen Dozenten wieder die Excursionen in die umliegenden Industriebezirke leiten wird. Grosse israelitische Vergnügungsreise nach Palästina, Syrien, Ägypten, Griechenland und Konstantinopel. Die vom Reisebureau „Tabor" A. Grajevsky & Co., Jerusalem, im Herbst 1. J. veranstaltete Vergnügungsreise nach dem Orient findet starken Anklang in allen Schichten des Judentums. Es sind bereits aus Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Holland, Dänemark und Russland eine solche Anzahl von Anmeldungen zur Reise eingetroffen, dass das Stattfinden der Reise gesichert ist. Die Reise wird demzufolge an bestimmtem Datum ab Wien und Budapest anfangen. Herr A. Grajevsky, Direktor des Reisebureau „Tabor" fährt am 16. September von Jerusalem nach Konstantinopel, um dort die letzten Arrangements .auf dem dort auf ihm wartenden Dampfer zu treffen, von wo aus er nach Budapest, Hotel Royal geht, um daselbst die Teilnehmer zu erwarten. Diejenigen, weiche die Absicht haben, sich an dieser Reise zu beteiligen, werden gut tun, ihre Anmeldungen zur Reise derart einzuschicken, dass dieselben in Jerusalem noch vor der Abfahrt des Herrn Grajevsky dort eintreffen. Die Reise nimmt ab Wien und Budapest am 15. Oktober ihren Anfang und dauert 28 Tage, wovon 2 Tage in Konstantinopel, 1 Tag in Smyrria und Rhodos, 15 Tage in Syrien und Palästina, 2 Tage in Ägypten und 1 Tag in Piräus (Athen) zugebracht werden. Prospekte und nähere Auskünfte erteilt das Reisebureau „Tabor" A. Grajevsky & Co., Jerusalem, Palästina. Inserafenattnahme nur durcb haasenstcin $ Uogler J\. 0. in Berlin und deren Jilialen. Abonnementspreis für das Jahr in Deutschland und Oesterreich Mark 7,— (Luxusausgabe Mark 14,—), für das Ausland Mark 8—, (Luxusausgrabe Mark 16). für Russland ganzjährlich 4 Rubel. Einzelhefte ä 35 Kop. ___________ Zu beziehen durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes, durch alle Postämter des Deutschen______ ---—■—- Reiches unter No. 5785 a der Postzeitungsliste und durch die Expedition dieser Zeitschrift. "-----——- Anzeigen Mk. /.— die viergespaltene Nonpareillezeile, grössere Anzeigen nach Tarif, hei Wiederholungen Rabatt. Adresse für die geschäftliche Korrespondenz: Verlag „Ost und West". Berlin S. 42, Wasserthorstr. 50. Redaktion: Berlin W. 15, Knesebecks!!*. 48/49. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Chefredakteur Leo Winz, Berlin W. 15, Knesebeckstr. 48/49. — Verlag Ost und West, Berlin S. 42. — Druck von Beyer & Boehme, Berlin S. 42, Wasserthorstr. 50.

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